Curly Horses: die gelockten Pferde – nicht nur für Allergiker

Die Robustheit der Rasse kommt dabei nicht von ungefähr: „Streng genommen haben wir eine echte Wildpferderasse bei uns auf der Wiese stehen“, erzählt Konstanze Riemann fasziniert von ihren Curly Horses. Die passionierte Züchterin hat sich mittlerweile einen Ruf als Expertin für die besondere und seltene Pferderasse erarbeitet. 80% des weltweiten Bestandes von ca. 3.500 registrierten Tieren haben sie, ihr Mann und ihre Kinder bereits während vieler Reisen persönlich kennengelernt. Vor kurzem konnte Konstanze Riemann die Zuchtbuchordnung – eine EU-konforme Rassebeschreibung – für den Deutschen Pinto Zuchtverband (DPZV) erfolgreich fertig stellen. Für den amerikanischen Rasse-Verband ist sie als angehende EU-Kommissarin tätig. In 2009 fand gar die international besuchte Jahrestagung des amerikanischen Curly Horse-Zuchtverbands in Kamp-Lintfort statt; zum ersten Mal traf sich die weltweite Prominenz der Curly Horse-Zucht außerhalb Amerikas.

Dabei wird erst seit 1970 ein offizielles Zuchtbuch in Amerika geführt. 25 Jahre später, 1995, wurde das Zuchtbuch geschlossen – seitdem kann nur noch mit dem eingetragenen Bestand für ein ebenfalls wieder eintragungsfähiges Fohlen gezüchtet werden. Die Registrierung der Pferde erfolgt stets zentral beim amerikanischen Zuchtverband; ähnlich wie bei den Westernpferderassen. Der DPZV kümmert sich in Deutschland um die Zuchtordnung der Spezialrasse.

Gelockte Nachfahren der Mustangs

Der Ursprung der Curly Horses liegt allerdings viel weiter zurück, als die Eröffnung des Zuchtbuchs vor erst knapp 40 Jahren vermuten lässt. Die Herkunft der amerikanischen Pferderasse ist strenggenommen sogar in Europa zu suchen: Die zu Entdeckungszeiten von Europa nach Amerika verschifften Pferde sind die Stammväter der Mustangs, aus deren Herden wiederum die heutige Curly Horse-Zucht entstammt.

Durch natürliche genetische Mutation der Mustangs im harten, kontinentalen Klima des zentralen Nordamerika entwickelten sich die Curly Horses zu einer eigenständigen Rasse.

Pferde mit Geschichte

Die Indianer verehrten diese besonderen Pferde; rund 200 Jahre alte indianische Zeichnungen belegen die Faszination, die die Pferde auf die Ureinwohner ausübten. Die Sioux- und Crow-Indianer besaßen bereits um das Jahr 1800 eigene Curly Horses, die direkt aus den wilden Herden herausgefangen wurden oder bereits Zuchtprodukte waren. Die weißen Siedler wurden erst um die Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert auf die gelockten Pferde aufmerksam; einzelne Gruppen wurden z.B. in den wilden Mustang-Herden im Osten Nevadas entdeckt.

Eine Rancherfamilie aus Nevada trieb in den 1930er Jahren erstmals einige Curly Horses aus den Wildpferdeherden zusammen, um sie auf ihrer Ranch zum Einsatz zu bringen. Die widerstandsfähigen, intelligenten und nach wie vor halbwilden Curlies wurden mit den Ranchpferden gekreuzt, genauso wie mit einem arabischen Hengst und später mit einem Morgan-Hengst. Trotz dieser Kreuzungen blieb das Curly-Fell der Nachzucht in den meisten Fällen erhalten. Neben dem gelockten Fell zeigten die Nachkommen auch noch die anderen Curly- Charakteristika, welche die Rasse bis heute auszeichnet: ein robuster Knochenbau und kräftige, steinharte Hufe, ein ruhiges, intelligentes und leicht erziehbares Naturell, das freundliche Wesen, die strapazierfähige Konstitution und ein ausdauerndes Durchhaltevermögen, Leichtfuttrigkeit und Genügsamkeit.
Harte Winter machten den Curlies deutlich weniger aus als ihren schon lange domestizierten Verwandten. So überzeugten sie die Rancher als harte, extrem robuste Pferde, die extreme Wetterbedingungen überleben und mit wenig Futter und Wasser auskommen können.

Auch heute noch gibt es gelockte Pferde in den Mustang-Beständen Nordamerikas. Durch die Einfangaktionen des us-amerikanischen Bureau of Land Management gelangen immer wieder einige Exemplare dieser besonderen Tiere in Gefangenschaft und werden anschließend auf öffentlichen Auktionen verkauft. Die Curlies erwartet dabei meist eine gute Zukunft und ein oft besseres Schicksal als ihre Artgenossen – Fans der Rasse halten stets Ausschau nach neuen Zuchttieren, auch wenn diese Pferde vorerst nicht in das erste Zuchtbuch aufgenommen werden. Züchter hoffen auf eine Änderung der Regelungen für solche Fälle.

Etwas Besonderes – die äußerliche Erscheinung der Curly Horses

Curlies gibt es in unterschiedlichen Typen bei variierender Größe und Gestalt, und dazu noch in nahezu allen Färbungen. Auf den ersten Blick sind natürlich die Locken zu erkennen, die die Pferde einzigartig machen. Im Winterfell sind die Locken besonders deutlich zu sehen. Ganz unterschiedlich können diese ‚Winterlocken’ sein: von samtweichem Aussehen über ‚Marcelle-Wellen’ oder dichten Ringellocken bis hin zu ‚French-Knot’-Mikrolocken. Mähnen- und Stirnhaare variieren zwischen korkenzieherartig, Ringel- oder Filzlocken, die sogar wie Rastamähnen aussehen können. Der Schweif weist Wellen oder Locken auf. Das Haar in den Ohren ist lockig, die Kötenzöpfe sind meist lang gelockt oder wellig, und die Wimpern der Augen sind nach oben gebogen und manchen Mal sogar fast gekringelt. Diese Locken werden gewissermaßen als Gütesiegel der Züchtung betrachtet.

Das Gen, das in der Curly Horse- Zucht für die Locken zuständig ist, vererbt sich rezessiv. Selbst bei durchgängig gelockten Vorfahren können Fohlen ohne das typische ‚Gütesiegel’ des gelockten Fells geboren werden, ihre unverwechselbaren Charaktereigenschaften bleiben dabei aber natürlich erhalten.

Besonders auffällig ist auch der Geruch der Curly Horses. Sie haben nicht diesen typischen Pferdegeruch, sondern riechen stattdessen nach reiner Wolle, ähnlich dem Geruch der Lammwolle. Da das Fell sehr talghaltig ist, verursacht auch das sauberste Curly Horse beim Streicheln Talgablagerungen an den Händen.

Pferde für Allergiker

Ein weiteres Attribut, das neben dem gelockten Fell das Alleinstellungsmerkmal der Curly Horses ist, wurde erst später entdeckt: die hypoallergene Eigenschaft der Rasse (siehe unten). Auch Konstanze Riemann kann ein Lied davon singen: Eigentlich schon als Kind mit dem Pferdevirus infiziert, musste sie als 17-jährige aufgrund einer Allergie nicht nur das Reiten drangeben, sondern den Kontakt zu Pferden komplett einstellen.

Erst 21 Jahre später, mit 38 Jahren, kam das ‚Aha-Erlebnis’, das das gesamt Familienleben in Zukunft prägen sollte: „Eine Patientin hatte meinem Mann in seiner Arztpraxis von hypoallergenen Pferden erzählt, der das allerdings kaum glauben konnte. Er versprach sofort, sich schlau zu machen – schließlich wusste er von meiner Pferde-Liebe. Wir sind daraufhin zu einer Züchterin gefahren, und haben ausprobiert, ob und wie ich reagiere“, erzählt Konstanze Riemann von ihren ersten Erfahrungen mit Curly Horses. „Und was soll ich sagen – ich hatte überhaupt keine allergischen Probleme. Seitdem ist es um mich geschehen.“ Im Jahr 2003 wurde das Familienleben daraufhin komplett umgestellt. Das erste Curly Horse zog ein.

Die meisten Menschen, die normalerweise allergisch auf Pferde reagieren, brauchen keinerlei oder nur geringe Berührungsängste mit Curlies zu haben – damit wird ein Traum für viele Pferdeallergiker wahr. Daher wird davon gesprochen, dass Curly Horses ‚hypoallergen’ sind. Eine 100%ige Sicherheit auf Allergiefreiheit gibt es aber natürlich nicht. „Falls Sie in Erwägung ziehen, ein Curly Horse zu erwerben, empfehlen wir Ihnen, Ihre Reaktion auf das auserkorene Pferd unbedingt vor Ort zu testen“, rät Konstanze Riemann. Natürlich sollte schon der direkte Kontakt keinerlei Beschwerden hervorrufen. Außerdem muss natürlich ausgeschlossen sein, dass nicht Heu, Stroh, Pollen, Staub, Dünger etc. die Allergieauslöser sind. Übrigens werden 20% der reingezogenen Curly Horses glatthaarig geboren, die jedoch auch mit glattem Fell für Allergiker geeignet sind!

Reinzucht ist das A und O für Allergiker

Zur Sicherstellung der Hypoallergenität sowie der besonderen Charaktereigenschaften und Gesundheit dieser Pferde ist es unbedingt erforderlich, auf Reinzucht zu achten. Je häufiger fremde Pferderassen eingezüchtet werden, desto mehr verwässern die typischen Eigenschaften der Curly Horses. Reingezogene, aber glatthaarige Curly Horses können ebenso hypoallergen sein, wie ihre lockigen Verwandten. Doch auch umgekehrt wird ein Schuh draus; Locken sind nicht unbedingt ein Garant für Hypoallergenität. So vererbt ein für Locken homozygoter Curly-Hengst zwar das besondere Fell auch, wenn er mit einer Stute einer anderen Pferderasse verpaart wird. Das Fohlen aus solch einer Anpaarung hat dann zwar die typische „Dauerwelle“, aber häufig nicht mehr das Alleinstellungsmerkmal der Hypoallergenität.
Also: Bei Interesse für hypoallergene Curly Horses immer auf die Reinheit der Zucht („Voll“-Curly) achten.

Von Pferdeliebhabern zu passionierten Züchtern

Seit zwei Jahren ist Konstanze Riemann nun Vollzeit-Landwirtin; tatkräftig unterstützt von ihrem Mann Reinhard und den beiden Kindern Kristabel und Isabeau, die den Stall zu einem richtigen Familienbetrieb machen. Der eigene Hof ist auf Zucht und Reiten ausgelegt; auf Fachwissen und eine entsprechende Ausbildung legt Konstanze Riemann viel Wert. So ist sie gelernte Zuchtrichterin, Besamungswartin, Pferdekommunikationstherapeutin sowie Pferdewirtschaftsmeisterin Zucht und Haltung – eine qualifizierte Betreuung und Entwicklung der hauseigenen Zucht ist damit gesichert.

Insgesamt 46 Curly Horses zählt der Bestand der Riverside Curly Horse Ranch heute – eine rasante Entwicklung, nachdem das erste Curly Horse erst vor gut sieben Jahren eingezogen ist. Aus Amerika, Kanada, Schweden und Norwegen importierten die Riemanns ihre ersten Pferde und bauten sich so einen gesunden Bestand auf. Nachdem zuerst vor allem Fohlen und Jungpferde angeschafft wurden, kamen nach und nach auch erwachsene Zuchttiere dazu.

18 Stuten, sechs Hengste – davon fünf gekört und leistungsgeprüft – 22 Jungtiere und ein Reitwallach gehören heute zur Familie. Seit zwei Jahren ist die Riverside Curly Horse Ranch nicht mehr auf Importe angewiesen, sondern mit dem eigenen Bestand nun genetisch unabhängig. 2008 kamen 12 Fohlen auf der Ranch zur Welt, 2009 waren es 13. In 2010 wurde mit sechs Fohlen eine kleine ‚Pause’ eingelegt, damit sich die Familie mehr der Ausbildung der älteren Pferde widmen kann. „Ein durchgerittener Bestand ist wichtig, um zu beweisen, dass die Zucht sich lohnt“, so das Credo der Züchterin.

Curly Horses: Verschiedene Typen für unterschiedliche Ansprüche

Die selektive Auswahl ihrer Zuchttiere nicht nur nach Schönheit, sondern insbesondere auch nach Exterieur im Sinne der Reiteigenschaften der Pferderasse kommt der Zucht zugute. Es gibt jedoch verschiedene Typen unter den Curly Horses, die sich jeweils für bestimmte Reitweisen besonders anbieten. „Nach den körperlichen Geometrien finden sich innerhalb der Rasse zu 80% Pferde mit Quarter Horse-ähnlichem Körperbau, 10% Dressurpferde und 10% Missouri Foxtrotter, die dann meistens sogar doppelt registriert sind – als Curly Horse und als Missouri Foxtrotter.

„Die Gangpferde unter den Curlys haben bis zu acht Gänge – das ist im Gelände wie eine Vollautomatik; einfach toll zum ausreiten, superbequem und schnell; da kann man richtig Kilometer machen“, so Konstanze Riemann begeistert. „Die Pferde muss man aber natürlich nach den entsprechenden Veranlagungen gut selektieren bzw. anpaaren. Die Typen untereinander zu mischen, macht nur in bestimmten Fällen Sinn. Auf unserem Gestüt züchten wir speziell auf gut Quarter Horse-getypte Curlies – schließlich haben wir uns überwiegend dem Westernreiten verschrieben.“

Westernreiten im Mittelpunkt

Bereits vor 30 Jahren beobachtete Konstanze Riemann fasziniert die Anfänge des Westernreitens in Deutschland, und suchte nach ihrer langen Pferdeabstinenz mit dem Aufbau ihrer Zucht wieder den Kontakt zu der Reitweise. Heute arbeitet nicht nur Konstanze Riemann mit den Curly Horses; sie wird tatkräftig unterstützt durch ihre beiden Töchter Kristabel und Isabeau. „Mit ihren 15 und 17 Jahren sind die beiden schon tolle Reiterinnen“, berichtet Konstanze Riemann stolz. „Und jede hat ihren eigenen ‚Zuständigkeitsbereich’: Kristabel ist die Klassischreiterin bei uns im Haus, während Isabeau sich ganz dem Westernreiten verschrieben hat.“

Die beiden Töchter helfen dann auch regelmäßig beim Anreiten der Pferde und ihrer weiteren Ausbildung vom Boden und unter dem Sattel. Gemeinsam begutachten die Frauen jedes Pferd und schätzen die Individuen ein. „Jedes Pferd sollte nach seinen Möglichkeiten gefördert und weder über- noch unterfordert werden“, so das Credo der Züchterin.

Die Pferde, die ein besonderes Talent zeigen und auf Turnieren eingesetzt werden sollen, kommen zu Stephan Rohde in die weitere Ausbildung, dem Trainer der Riverside Curly Horse Ranch. Obwohl die Curly Horses nach Angaben von Frau Riemann auch in vielen weiteren Disziplinen punkten können, gilt Stephan Rohdes Leidenschaft jedoch insbesondere der Reining.
Der ‚Star’ im Stall ist dabei die jetzt neunjährige Stute Jokers Bit of Copper Dust, mit der Stephan Rohde unter anderem EWU Rheinland-Meister in der Senior Reining sowie NRHA Open Champion 2009 wurde.

Gesund, stark und leistungsfähig bis ins hohe Alter: Robuste Reitpferde für jeden Anspruch

Vom Leistungswillen und Leistungsvermögen ihrer Pferde ist Konstanze Riemann von Grund auf überzeugt. „Dadurch, dass die gezielte Zucht der Curly Horses noch so jung ist, haben wir das Glück, mit einem genetisch völlig unbelasteten Pferdematerial in die weitere Entwicklung gehen zu können. Da wir mit den Curlies quasi noch eine Wildpferderasse vor uns haben, ist hier noch nichts überzüchtet“, so die Züchterin. „Bei den Curlies gibt es keine Erbkrankheiten; so etwas kennen wir nicht, genauso wenig wie ungesunde Missverhältnisse im Körperbau wie z.B. ein schwaches Fundament, das einen viel zu kräftigen Rumpf tragen muss. Dadurch sind unsere Tiere gesund und absolut leistungsfähig bis ins hohe Alter. Und obwohl die gelockten Pferde von ihren wilden Ahnen einen recht eigenen Kopf geerbt haben, ist die Rasse gleichzeitig überdurchschnittlich menschenbezogen. Das bestätigen nahezu alle Reiter und Besitzer, die mit Curlies schon einmal in Berührung gekommen sind“, so Konstanze Riemann.

Die Gesundheit und Robustheit der Curlies zeigt sich auch durchweg im Alltag des Gestüts. Alle Pferde werden nahezu durchgängig draußen in der Herde gehalten. „So gut wie jede gedeckte Stute wird tragend; die Abfohlrate liegt bei 100%. Ein Fohlen verloren haben wir noch nie“, berichtet Konstanze Riemann aus dem Zuchtalltag.

„Wir decken mit den Hengsten nur an der Hand. Das ist für mich auch eine Sache der Erziehung und bereitet die Hengste auf das Deckgeschäft in der Besamungsstation vor  – wenn der Samen verschickt wird, ist das Decken im Natursprung für die betreffenden Hengste nicht mehr erlaubt. Anfragen von externen Deckkunden gibt es genug“, so Konstanze Riemann. 2009 wurden einige Fremdstuten gedeckt, doch die meisten Deckanfragen kommen aus Übersee. Ein weltweiter Samenversand wird von der Familie nach der Fertigstellung der neuen Zuchtstation und ihrer Zulassung als EU-Besamungsstation angestrebt.

Wachsende Nachfrage

Der Markt für Curly Horses wächst dabei stetig mit ihrem Bekanntheitsgrad, auch in Europa und Deutschland. Nicht nur Allergiker sind dabei mittlerweile aufs Curly Horse gekommen. „Rund 50% der Käufer haben keine Pferde-Allergie. Für Allergiker gestaltet sich das Leben mit den Pferden meist nach wie vor noch relativ schwer, da es so gut wie keine reinen Curly-Ställe gibt, und die Leute damit zwangsweise auch viel Kontakt mit ‚normalen’ Pferden haben. Interessenten für unsere Pferde sind ansonsten in vielen Fällen Leute, die entweder nach einem besonderen Pferd suchen, oder – das ist sehr oft der Fall – erzählen, dass sie keine Lust mehr auf häufige Tierarztbesuche haben und schlicht und einfach ein gesundes Pferd halten möchten“.

Konstanze Riemann schätzt, dass 40% ihrer Kunden Freizeitreiter sind; weitere 40% Westernreiter mit mehr oder weniger Turnierambitionen. Die verbleibenden 20% teilen sich unter den Dressurspezialisten und Gangpferdenthusiasten auf. „Pferde für den professionellen Hochleistungssport sucht nur ein kleiner Teil der Klientel; in der Regel sind die sportlich ambitionierten Reiter Amateure, für die ein verlässlicher und leistungsstarker Partner sowohl für den Sport als auch in der Freizeit im Vordergrund steht“, so die Züchterin. „Unser Problem ist dabei aber momentan, dass wir eigentlich viel zu wenig geeignete Pferde anbieten können, die sich im gesuchten Spektrum befinden – also sechs bis acht Jahre alte, gut gerittene Curlies. Bei uns bleiben die Pferde im Normalfall gar nicht so lange im Stall, weil sie einfach schon vorher verkauft werden. In der Regel wechselt ca. die Hälfte unserer Nachzucht bis zum zweiten Lebensjahr den Stall. Einige Pferde behalten wir aber auch zu Zuchtzwecken oder eben als Reitpferde“.

So kann Konstanze Riemann bereits nach wenigen Jahren stolz auf eine konsolidierte, qualitativ hochwertige Curly Horse-Zucht blicken. Leistungsstarke, gesunde Curlies, die nicht nur durch ihre Locken und hypoallergenen Eigenschaften auffallen, sondern sich als Reitpferde nicht nur im Gelände, sondern auch im Sport beweisen können – das macht für die Züchterin den Charme und die Faszination dieser besonderen Rasse aus.

Obwohl die Pferde aufgrund ihrer geringen Population in Deutschland noch nicht oft auf den hiesigen Turnierplätzen zu sehen sind, sprechen doch die mit wenigen Starts bereits erzielten Erfolge für die seltene Rasse und lassen darauf hoffen, dass die gelockten Pferde in Zukunft öfter im Geschehen des Westernreitens auftauchen werden.

Weitere Informationen zur Riverside Curly Horse Ranch finden Sie unter der Internet-Adresse: www.rchr.de.

Kommentar verfassen