Checkliste zum richtigen Anweiden

Je langsamer das Anweiden geschieht, desto besser für das Pferd. Die Gewöhnung von Heu als Raufutter auf Gras dauert ein paar Wochen. Dabei ist nicht nur die Gefahr einer Hufrehe groß, sondern der gesamte Stoffwechsel muss sich auf „Sommerbetrieb“ umstellen.

 Weideeinzäunung überprüfen

Bevor man überhaupt an eine Beweidung denkt, sollte man den Weidezaun inspizieren. Hat er den Winter gut überstanden, ist das Elektrogerät noch voll funktionsfähig und die Batterie geladen?

Frühjahrs-Weidepflege nicht vergessen

Zu einer perfekten Weidesaison gehört zuerst die Weidepflege: Alten Gras- und Krautbestand mulchen; mit der Weideschleppe Unebenheiten oder Maulwurfhügel glätten

Düngen wichtig für den Boden

Besser: Zuerst Bodenproben einschicken, Düngen nach Erhalt des Ergebnisses. Nach dem Düngen sollten die Pferde nicht direkt auf die Wiesen. Die Düngekügelchen sollte nicht mehr sichtbar sein, oder man wartet etwa drei Wochen ab bis der Regen den Dünger in den Boden verbracht hat.

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Der richtige Zeitpunkt für das Anweiden

Den Beginn der Weidesaison sollte sich nach der Höhe des Grases richten. Zwei Handbreit ist ideal. Erstens ist das Gras hoch genug um den Verbiss besser vertragen zu können. Zweitens ist älteres Gras Nährstoff ärmer aber dafür Rohfaser reicher.

Vor dem Weidegang Pferden Heu geben

Oft wird durch das erste Gras der Kot der Pferde dünner. Damit sich die Darmflora besser im Gleichgewicht hält, direkt vor dem Weidegang Heu füttern. Dann stürzen sich die Pferde auch nicht so gierig auf das Gras, weil der Hunger schon etwas besänftigt ist.

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Pferde ganz langsam an das Gras gewöhnen

Zu Beginn reichen anfangs 15 Minuten Weidegang pro Tag, die dann in fünf bis zehn Minuten Schritten pro Tag gesteigert werden. Grasen die Pferde erst mal sechs Stunden am Stück, können sie auch ganz draußen bleiben.

Neustart nach Unterbrechung

Musste das Anweiden, aus welchen Gründen auch immer, für ein oder mehrere Tage unterbrochen werden, so bedeutet das einen „Neustart“ zu machen. Also nochmals langsam in kleinen Zeitschritten beginnen.

Vorsicht nach kalten Nächten

Im Frühjahr sinken die Temperaturen nachts oft noch nahe an den Gefrierpunkt. Nach kalten Nächten ist der Fruktan-Gehalt im Gras besonders stark erhöht. Fruktan ist hauptverantwortlich für die Entstehung von Huhrehe. Also Pferde dann erst am Nachmittag auf die Weide.

Futter den individuellen Erfordernissen anpassen

Im Frühjahr ist das Gras sehr energie- und wasserreich, hat aber wenig Rohfaser. Daher muss anfangs besonders bei eher untergewichtigen Pferden Heu als Rohfaser-Lieferant zugefüttert werden. Auch das Kraftfutter sollte an die Weide und tägliche Leistung des Pferdes angepasst werden.

Doppelte Vorsicht bei Stoffwechselproblemen

Bei Pferde mit bestehenden Stoffwechselproblemen, Pferd hatte z.B. schon einmal einen Reheschub, EMS oder Cushing Erkrankung, sollte das Anweiden besonders vorsichtig und langsam durchgeführt werden. Selbst bei abgefressenen Weiden speichern das Restgras im Frühjahr zu viel Fruktan für Pferde aus solchen Risikogruppen und löst Erkrankungen aus.

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