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Reiter :: Training

Trickreiten – wie geht das? Trainingstipps von Lisa und Viktor Kirka

Viktor Kirka hat sich durch seine spektakulären APASSIONATA-Stuntreitershows einen Namen gemacht. Für all diejenigen, die selbst mit dem Gedanken spielen, in vollem Galopp an einem Pferd zu turnen, haben er und seine Frau Lisa diese Tipps zusammengefasst.
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Barnboox: Welche Voraussetzungen müssen Pferd und Reiter haben, um Trickreiten zu beginnen?

Kirka:
Um Tricks auf einem galoppierenden Pferd machen zu können, müssen Pferd und Reiter in erster Linie körperlich fit sein. Der Reiter sollte einen angstfreien, sicheren Umgang mit Pferden und Lust auf eine gehörige Portion Abenteuer haben! Natürlich sollte er zudem in allen Gangarten sattelfest sein.
Das Pferd sollte bewegungsfreudig und eher mutig im Charakter sein. Beim Trickreiten sitzt der Reiter die meiste Zeit nicht im Sattel, weshalb es zusätzlich von Vorteil ist, wenn das Pferd von sich aus mitdenkt, wo es hinzulaufen hat, sobald der Trickreiter die Zügel abgibt und aus dem Sattel steigt.
Tipp: Eine gute Übung in dieser Hinsicht ist das Reiten mit Halsring. Hierbei lernen Pferd und Reiter u.a. sich ohne Zügelarbeit miteinander zu verständigen.

Barnboox: In wie fern kann man sich und seinem Pferd das selbst beibringen oder wo kann man das lernen?

Kirka:
So gerne wir an dieser Stelle Tipps für das Nachahmen von Tricks zu Pferde geben würden, ist jedoch dringend davon abzuraten, sich ohne professionelle Anleitung und vor allem Ausrüstung an Tricks heranzuwagen. Selbst „einfache“ Tricks können ohne die nötige Fachkunde schnell mit bösen Stürzen enden. Da aber viele Reiter neugierig  auf das Trickreiten sind, hat Viktor seine „School of Trickriding“ südlich von Berlin ins Leben gerufen, wo er begeisterten Hobbyreiter die Kunst des Trickreitens beibringt: http://www.viktor-kirka.com/web/index.php/school.html

Barnboox: Was lernt man dabei als erstes?

Kirka:
In den allerersten Trickreitstunden lernt man vor allem, seinen Körper auszubalancieren: Die jungen Trickreiter reiten an der Longe mit einem Voltigiergurt. Dabei strecken sie Arme und Beine weit weg vom Körper und lassen sich so durch alle Gangarten tragen. Erst wenn sie in dieser Reitweise sicher sind, beginnen sie auf einem Trickreiterstattel zu reiten. Dann lernen sie die ersten einfacheren Übungen, wie beispielsweise das Stehen in nur einem Steigbügel seitlich am Pferd.

Barnboox: Welche Ausrüstung braucht man dafür?

Kirka:
Für das Trickreiten braucht man einen speziellen Trickreitersattel, der je nach „Schule“ anders aussieht: Die amerikanischen Trickreitersättel sehen Westernsätteln sehr ähnlich, die französischen und die ursprünglichen ukrainischen Trickreitersättel der alten Kosaken bestehen aus einem Bock mit Griffen, einem Sattelkissen, drei Bauchgurten und weiteren Riemen und Haltegriffen. Viktor fertigt Trickreitersattel in Handarbeit selbst an und immer wieder finden diese ihren Weg zu anderen Profis und Hobbytrickreitern in ganz Europa.

Barnboox: Bekommen wir nicht vielleicht doch eine kleine Anleitung zum Nachahmen?

Kirka:
Zuschauer fragen Viktor immer wieder, wie man es schafft, dass das Pferd geradeaus weiter läuft, während er selbst an ihm „herumturnt“. Die Antwort lautet: Training, Training, Training! Und das ist gar nicht so schwer: Man suche sich eine gerade Strecke, beispielsweise bei einem Waldausritt, und galoppiere an. Dann reduziere man die Zügelhilfen immer weiter bis das Pferd völlig frei läuft. Solange das Pferd geradeaus weiter läuft, sitzt man einfach ruhig im Sattel. Driftet das Pferd allerdings zur einen oder zur anderen Seite, so lenkt man es mit einer kurzen Parade zurück auf die gerade Strecke. Es dauert nicht lange, dann hat das Pferd diese Übung verstanden. Danach beginnt man, einfache Tricks am Pferd auszuführen, bei denen man jedoch immer noch korrigierend auf die Laufrichtung des Pferdes einwirken kann.

Barnboox: Vielen Dank für das Gespräch!


Quelle:

Barnboox / Apassionata

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