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Reiter :: Outfit

Modische Trends beim Westernturnier: Das perfekte Outfit für jede Figur

Strassbesetzte Blusen mit verspieltem Blumenmuster, glitzernde Slinkys oder schicke rosa Chaps, die perfekt zur Farbe des Pferdes und Ausstattung des Reiters passen: Es gibt Showoutfits, die auf den Turnierplätzen zumindest in modischer Hinsicht in vorderster Front mitlaufen und einfach tolle Hingucker sind und die Blicke des Richters auf sich ziehen. Wenn der Wohlfühlfaktor im Showoutfit stimmt, reitet man gleich ganz anders in die Arena ein. Außerdem sind die farbenreichen Showoutfits Teil des exotischen und professionellen Bildes, das auf den Turnierplätzen des Westernreitsports einfach dazugehört.
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Aber nicht nur die Pariser Haute Couture, sondern auch die Turniermode unterliegt einem ständigen modischen Wandel, so dass von Saison zu Saison immer neue Kreationen auf den Shows zu sehen sind und die Vielfalt der Outfits kein Ende zu nehmen scheint. Während im einen Jahr bunte, knallige Farben und Pastelltöne „in“ sind, stehen in der nächsten Saison Braun- und Erdtöne in den phantasievollsten Varianten im Vordergrund.

Das sagt Mel Löbel, Inhaberin der Firma Ekedie – finest Showclothing & Casuals voraus. Mel muss es wissen, denn sie lebt in der Welt der tollen Showklamotten: Sie ist gleichzeitig Geschäftsführerin, Trendscout, kreativer Kopf und erfolgreiche Westernreiterin in einem. Vielen in der Szene ist sie ein Begriff als die Frau mit den zauberhaften Outfits, die nur leider nichts für den kleinen Geldbeutel sind. Um klamottentechnisch ständig auf dem aktuellsten Stand der Dinge zu sein, spricht Mel regelmäßig mit europäischen und amerikanischen Trainern, Richtern und bekannten Reitern, und besucht außerdem große Turniere.

Auffallende Outfits nicht nur in der Pleasure

Während bei den All Around-Reitern der Disziplinen Western Pleasure & Co auffallende Outfits schon eine lange Tradition haben, tauschen nun auch die Reiner immer häufiger ihre flatterigen Hemden gegen trendige Showklamotten aus. „In der Reining legen vor allem die Damen immer mehr Wert auf ein modisches Outfit“, berichtet Mel. „Das macht auch wirklich viel her; vor allem wenn die Mädels richtig gut durch die Pattern galoppieren“, fügt sie lächelnd hinzu. In dieser und vergleichbar rasanten Disziplinen sollte dabei auf bequeme, elastische Materialien geachtet werden, die sich durch ihre Bewegungsfreiheit dem Reiter auch in schnellen Manövern gut anpassen und nicht einengen. Spezielle Schnittmuster tragen ebenfalls zur Bequemlichkeit bei und sorgen für ausgefallene, aber der Disziplin angemessene Blusen.

Passend zu Pferd und Reiter – und zum Event

Dabei gilt für alle Disziplinen: Das Outfit wird passend zum Typ des Trägers, zur Pferd-Reiter-Kombination, aber auch zum Event ausgesucht – auf der Deutschen Meisterschaft trägt man dem Anlass entsprechend Anderes als auf einem regionalen Turnier. Wer bunte Farben mag, kann sich z.B. an Limonengrün, Flieder, Türkis oder Pink bedienen. Die etwas gedeckteren Brauntöne sind zwar dezenter, dafür aber durch besonders aufwendige Schnittmuster und viele Strassapplikationen trotzdem ein echt edler Blickfang.

Um zu einer speziellen Gelegenheit besonders aufzufallen, hat Mel noch einen weiteren Trend-Tipp auf Lager: „Farblich zum Oberteil passende Chaps sind echte Hingucker – das kann dann auch schon mal grün oder rosa sein!“

Exklusive und ausgefallene Materialien für das gewisse Etwas

Wer dabei etwas besonders Exklusives haben möchte, für den gibt es stets brandaktuelle Neuigkeiten: Ob Straußenleder oder Rochenhaut – ja genau, dieser platte Fisch, der sich am Meeresboden herumtreibt! – alles ist möglich! Sattelsitze, Schuhe und diverse Lederapplikationen können so ausstaffiert werden: Die gegerbte Haut des Rochen, dass eher dem Material Horn als Leder zuzuordnen ist, besticht durch ihre fast künstlich wirkende Optik, die sich aus Millionen von aneinander liegenden Kügelchen zusammensetzt. Aufgrund seiner hornigen Struktur ist Rochenleder sehr strapazierfähig und robust, dafür jedoch auch nicht so anschmiegsam wie weiches, dünneres Leder. Damit sind zumindest Chaps, in denen Rochenleder verarbeitet ist, eher etwas für die reitende Männer- als für die Damenwelt, „denn dickes Leder trägt auf und macht steif“, gibt Mel zu bedenken. Die Herren trumpfen damit allerdings, zumindest in modischer Sicht, deutlich auf – und das, wo sie es sonst eher schwer haben, gegen die glitzernden Applikationen, verspielten Stickereien und schillernden Blusenmuster der Damen anzukommen.

„Männer sollten auf jeden Fall Mut zur Farbe bekennen; limonengrün oder bestimmte Erdtöne könnten zum Beispiel super passen. Weiß ist sowieso zeitlos elegant, damit liegt man immer richtig und kann nichts falsch machen“, rät Mel Löbel. Wenn dann zu dem Hemd noch ein schickes Halstuch getragen wird, ist Mann perfekt gekleidet. „Die Herren sind zwar im Vergleich zu den Mädels im Showring eher schlicht gekleidet, können dafür aber durch besonders hochwertige Materialien auffallen. Das sind z.B. aufwendige Chaps und Schuhe, die zum Outfit passen.“

Für jede Figur das richtige Outfit

Für jeden Reiter und jede Reiterin lässt sich also das passende Showoutfit finden. Klar, dass Mel ihren Kunden mit ihrem geschulten Auge für das Besondere beratend zur Seite steht.

Auch für Frauen, die nicht mit Modelmaßen gesegnet sind, hat sie jede Menge Ideen und Tipps auf Lager. „Die Figur macht gar nichts aus – jede Frau ist schön, und ihre Vorteile müssen einfach gut betont werden. Mit bestimmten Schnitten kann oft ganz viel an der Form gemacht werden. Dann gibt es noch verschiedene Tricks mit Mustern, Applikationen oder Farben. Handschuhe geben unter Umständen auch eine schlankere Silhouette. Außerdem ist richtige Unterwäsche bei sportlichen Belastungen ganz wichtig für einen optisch superguten Gesamteindruck und ein richtig sitzendes Outfit.“

Für eine abgerundete Erscheinung kann jede Reiterin wahlweise noch ein Halstuch tragen, schicke Ohrringe – evtl. mit einem passenden Collier – sowie bei langen Haaren ein schönes Haarband. Bei den sowieso schon schillernden Outfits sind solche Accessoires aber nicht unbedingt notwendig.

Geht nicht gibt's nicht

Die einzige Frage, die Mel Löbel nicht beantworten kann und will, ist die Frage nach absoluten No Gos in der Welt der Showdresses. Wenn jemand gerne lilagepifft trägt, dann ist das halt so. „Da sage ich immer: Geht nicht, gibt’s nicht! Das ist alles eine Sache des genauen Hinschauens und der Abstimmung verschiedener Einzelteile. Ich freue mich sogar, wenn jemand mit einer ausgefallenen Idee auf mich zukommt.“  

Das allerwichtigste ist jedoch, dass sich die Reiter im eigenen Outfit wohl fühlen, betont Mel: „Ich sehe oft Leute auf Turnieren reiten, die sich sichtlich nicht wohl in ihrer ‚Haut’ fühlen. Da denke ich häufig, dass dieses Outfit bestimmt von der Mutter oder vom Freund ausgesucht worden ist. Das ist gewiss lieb gemeint, aber letztendlich gilt: Jeder soll sich selbst treu bleiben und Sachen aussuchen, die ihm selber entsprechen, und die zur Reiter-Pferd-Kombination passen. Wenn man sich in seinen Showklamotten wohl fühlt, dann läuft's auch in der Prüfung!“. 

 

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Quelle:

Anne Wirwahn
Teaser-Bild: Art & Light

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