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Der Pferderennsport hat zwei Gesichter – Zwischen Millionengeschäft und Tierquälerei

Sportwetten erfreuen sich sowohl bei den sportbegeisterten Spielern als auch bei allen, die dem Glücksspiel nicht abgeneigt sind, großer Beliebtheit.
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Sportwetten erfreuen sich sowohl bei den sportbegeisterten Spielern als auch bei allen, die dem Glücksspiel nicht abgeneigt sind, großer Beliebtheit. Neben Fußball, Tennis oder Eishockey wird das Wetten auf Pferderennen immer beliebter. Dies gilt gerade für Großbritannien, dem Mutterland des Pferdesports. Doch ein Blick hinter die Kulissen zeigt, dass bei diesem finanziell lukrativen Geschäft die Tiere oft auf der Strecke bleiben. Und das im wahrsten Sinn des Wortes, wenn sie während des Rennens einen Unfall haben oder durch zu hartes Training geschunden werden.

Pferdesport ist großes Geschäft

In der Übersicht von Online Pferdewetten Anbietern auf Betrugstest.com finden sich viele große Anbieter mit einer breiten Palette an Wetten. Kein Wunder, denn Veranstaltungen wie das Weltfest des Pferdesports, der CHIO in Aachen, die Weltreiterspiele in Frankreich oder das berühmte Pferderennen in Ascot haben lange Tradition und sind beliebte Anlässe, um den einen oder anderen Euro auf ein Pferd zu setzen. Der Reit- und Pferdesport ist ein Milliardengeschäft und hat längst nichts mehr mit der Liebe zum Pferd zu tun. Die Zahlen und Daten aus dem Pferdewettensektor sind laut EPMA, das ist die European Pari Mutuel Association, immens. Demnach hat der Pferdewettensektor in Europa 20 Millionen Wettkunden, wobei jährlich an die 35 Milliarden Wetten platziert werden. Insgesamt finden jährlich ca. 800 000 Pferderennen auf insgesamt 500 Rennbahnen statt. Der Verband geht davon aus, dass es derzeit ca. 170 000 Rennpferde europaweit gibt, die immer wieder Turniere bestreiten.

Hartes Training, Doping und Gewalt gegenüber dem Tier

Im Renngeschäft der Tiere sind Pferde naturgemäß keine selbst bestimmten Athleten, damit werden sie durch Zwang und Drill zum Sporttier gezüchtet und ausgebildet. Manchmal sehr offensichtlich vor laufenden Kameras, wenn die Peitsche das Tier vor der Ziellinie antreibt oder der Reiter mit den Zügeln den Kopf des Tieres in eine außernatürliche Haltung bringt, um es zum Gehorsam zu zwingen. Harmonie wird hier meist vergeblich gesucht, auch die Tatsache, ob es sich bei Pferderennen tatsächlich um eine Sportart handelt, ist zu hinterfragen. Eine treffende Beschreibung lautet wohl eher, Gehorsam und Unterwerfung des Pferdes wird durch die Dominanz und das entsprechende, manchmal brutale Einwirken des Reiters erreicht. Auch Doping spielt bei Pferderennen eine immer wichtigere Rolle. Dabei geht es meist nicht um leistungssteigernde Substanzen wie sie aus anderen Sportarten und bei Menschen bzw. Athleten gefragt sind. Vielmehr erhalten die Tiere Beruhigungsmittel oder Präparate, die sie gehorsam machen.

Auch Züchter sind zu hinterfragen

Jeder, der ein bisschen Einblick in die Szene der Pferdewetten hat, weiß, dass die Stuten und Hengste meist sehr jung sind, wenn sie die ersten Erfolge erzielen. Und genau hier setzt ein Problem an. Denn Rennpferde werden schon in jüngsten Jahren trainiert, da sind sie naturgemäß am schnellsten. Doch werden sie zu rasch auf die Rennbahn geschickt, besteht ein erhöhtes Verletzungsrisiko für Knochenbrüche und Sehnenrisse. Das bedeutet im schlimmsten Fall den Tod des Tieres. Erfahrene Trainer, die auch das Wohl der Vierbeiner im Auge haben, setzen hier auf Geduld. Denn ungefähr ab dem vierten Lebensjahr ist ein junges Pferd auch körperlich den Herausforderungen des Turniersports gewachsen.

Lebenserwartung der Pferde im Rennsport ist niedrig

Was die Lebenserwartung von Turnier- und Rennsportpferden betrifft, so liegt diese bei ca. 8 Jahren. Ein artgerecht gehaltenes Tier kann unter normalen Lebensumständen bis zu 30 Jahre alt werden. Womit klar wird, dass hier eine enorme Differenz vorliegt, die vor allem dem Umgang mit den sensiblen Tieren geschuldet ist. Viele ausgediente oder langsam gewordene Tiere werden nach ihrer Karriere auf der Rennbahn als Freizeittiere verkauft. Damit ist ihr weiterer Werdegang und ihre Lebensumstände weitgehend nicht erfasst und bleibt unbekannt. Es gibt auch Statistiken, die besagen, dass vom Pferdesport ausrangierte Tiere häufig beim Schlachter enden. Denn der Geschäftssinn der Besitzer richtet sich meist nach Erfolg. Ist das Pferd zu alt, zu langsam oder womöglich verletzt, bringt es keinen Erfolg und keine Wirtschaftlichkeit mehr. Zudem kommen oft körperliche Probleme, denn verletzte Tiere haben selten die Regenerationsfähigkeit, wieder ganz fit zu werden. Dies ist vor allem dann ein Thema, wenn sie zu früh zu intensiv trainiert wurden und dabei körperlichen Schaden genommen haben. Ist ein Pferd für den Leistungssport nicht mehr tauglich, wird es quasi „entsorgt“. Deshalb gibt es Initiativen ehemaliger Reitsportler, die fordern, dass ein gewisser Umsatz aus den erzielten Einnahmen der Pferdewetten für die Altersvorsorge der Pferde verwendet werden muss.

Zusammenfassend ist anzumerken, dass der Rennsport mit all seinen Facetten und den imposanten Tieren verständlicherweise ein Magnet ist. Doch wüssten die Personen, die auf Pferdewetten setzen, mehr über die leidvollen Erfahrungen und dem Umgang mit den Tieren, wäre vermutlich der Profit nicht ganz so hoch.

 


Quelle:

barnboox