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Magengeschwüre bei Fohlen erkennen und therapieren

Gut 90 Prozent der Rennpferde leiden unter Magengeschwüren, fachlich als Equine Gastric Ulcer Syndrom (EGUS) bezeichnet, doch auch jedes zweite Fohlen ist davon betroffen. Der Vorteil: EGUS ist sehr gut zu therapieren. Der Nachteil: Es wird gerade bei Fohlen oft nicht oder sehr spät erkannt, da sie still leiden und oft nur depressiv, aber nicht körperlich krank erscheinen.
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2005 Hengst, Leaguers Lil Chip x Old Zippin Scotch 2Pferde produzieren, im Gegensatz zu uns Menschen, ständig Magensäure, aber den säurepuffernden Speichel nur während des Kauens. In Phasen ohne Futteraufnahme, vor allem aber bei einem zu geringen Raufaseranteil des Futters, greift die Magensäure daher ungehindert die Magenschleimhaut an. Seltener sind auch die Schleimhäute in Speiseröhre oder Zwölffingerdarm betroffen.
Schon ab dem zweiten Lebenstag produziert das Verdauungssystem der Fohlen Magensäure, die nur während des Säugens abgepuffert wird. Die Magenschleimhaut ist dabei noch sehr dünn; ein Magendurchbruch ist schneller erfolgt als beim älteren Tier.

Charakteristische Symptome für Magenprobleme beim Fohlen sind starker Speichelfluss, Zähneknirschen, Mundgeruch, Durchfall, wiederkehrende Koliken und häufige Rückenlage.

Auch Freizeitpferde leiden sehr häufig – zu 40 bis 60 Prozent – unter Magengeschwüren. Auslöser sind hier vor allem unsachgemäße Fütterung, zu lange Gabe von Entzündungshemmern, Stress durch Rangordnungskämpfe, der Verlust eines Sozialpartners, sowie ungewohnter Transport oder Stallwechsel. Anzeichen beim erwachsenen Tier sind Aufstoßen, Durchfall, wiederkehrende, milde Koliken, häufiges Gähnen und Flehmen, Gewichtsverlust, glanzloses Fell und Wesensveränderungen wie Depressionen, nervöse Unruhe oder Aggressivität.

Bei der Behandlung von Magenproblemen gilt es zunächst, jeglichen Stress zu reduzieren und, in vielen Fällen, die Fütterung zu überprüfen und anzupassen. Medikamentös steht ein Mittel zur Verfügung, dass die Produktion der Magensäure hemmt. Es wird zum Beispiel bei stressigen Trainings oder Transporten gegeben.


Quelle:

Dr. Manuela Tölle (mit freundlicher Genehmigung von www.pferde-sport-zeitung.de)

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