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Haltung :: Fütterung

Mit Futterautomaten auch Heu artgerecht füttern

Technik hält auch im Pferdestall Einzug. Einen großen Boom erleben derzeit jegliche Arten von Raufutter-Automaten für Pferde. Sie sollen zum einen die Stallarbeit erleichtern, zum anderen eine möglichst naturnahe Versorgung der Pferde gewährleisten.
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Die Pferdehaltung ist sehr arbeitsaufwändig und kostet viel Zeit. So ist es logisch, dass man das Personal durch Technik ersetzt. Arbeitskräfte verursachen langfristig mehr Kosten als Maschinen. Futterautomaten für Pferde erscheinen darum eine ideale Lösung zu sein. Neben der Arbeitserleichterung für den Menschen bringen Futterautomaten auch die Sicherheit, dass das Pferd immer zur richtigen Zeit die richtige Menge Futter bekommt.
Das Pferd hat einen relativ kleinen Magen von zehn bis 15 Litern. Die gesamte Physiologie verlangt eine häufige – nahezu dauerhafte – Nahrungsaufnahme. So kann der kleine Magen des Pferdes nur geringe Mengen an Futter auf einmal aufnehmen und zwingt es dazu über den Tag verteilt bis zu 16 Stunden immer dosiert zu fressen.

Die Technik denkt ans Pferd

Alle Hersteller von Fütterungsautomaten haben nur das Ziel, diese Gleichung von artgerechter Pferdefütterung mit dem Verdauungstrakt angepasster portionsweisen Fütterung von Kraft- und Raufutter und dem traditionell großen menschlichen Zeitaufwand dafür bzw. die betriebswirtschaftliche Anforderungen wie Aufwand- und Verbrauchsoptimierten Futtereinsatz auf einen Nenner zu bringen.
Die Futterautomaten für Kraftfutter in den Boxen gibt es schon länger. Auf dem Speiseplan des Pferdes sollte aber als Hauptanteil stets Raufutter stehen. So setzen sich jetzt auch mehr und mehr Raufutterautomaten durch. Mit dieser Technik kann dem Pferd mehrmals am Tag dosiert Raufutter vorgelegt werden, so dass es über die 24 Stunden eines Tages verteilt immer wieder kleine Portionen an Heu oder Heulage zum Fressen bekommt.
Die Idee ist vor allem für Stallpferde genial. Dem natürlichen Futteranspruch des Pferdes wird Rechnung getragen und das Futter wird bei Automatenfütterung allen gleichzeitig vorgelegt, so dass es keinen Futterneid unter den Pferden gibt. Die Aufteilung der Tagesration auf mehrere kleine Portionen führt zu einer besseren Futterverwertung, sodass sogar bis zu zehn Prozent Futter eingespart werden kann.

Der Anbieter Weinsberger International bietet Raufutterautomaten in Einzel- oder Doppel-Ausführung an. Die Abmessungen der Behälter( Breite x Tiefe x Höhe) 60 x 40 x 100 cm für die Einzel-Box und 120 x 40 x 100 cm für einen Doppelfressplatz im Laufstall sind so gewählt, dass keine Behinderung beim Ausmisten und Gefahr des Festliegens besteht. Die Geräte werden in Wandmontage mit einer Bodenfreiheit von ca. 60 cm angebracht. Im unteren Teil des Behälters liegt der Futterzugriff. Mittels eines automatisch gesteuerten Schiebers öffnet sich dieser Bereich. Vertikale Verstrebungen sorgen beim Raufutter-Austritt dafür, dass das Pferd nur herauszieht, was es auf einmal mit den Lippen aufnehmen kann. So sind einerseits die Futteraufnahme in artgerechter Höhe- nicht vom Boden- sowie ein leichtes Befüllen möglich. Das Steuerungssystem wird mit Netzanschluss oder Batterie betrieben, wobei die Netzspannung von 230 V Wechselstrom auf die Betriebsspannung von 12 V Gleichstrom umgewandelt wird.

Raufutterautomaten auch für Draußen

Nachdem die Pferdehaltung artgerechter wird, also die Pferde permanent auf Paddocks oder in Laufställen gehalten werden, hält auch hier die Automatisierung für die Heufütterung Einzug.
B&B Equipment bietet neben Kraftfutterautomaten zwei Raufutter-Automaten Systeme an: Die „Portionsraufe“ für wenige Pferde und die „Power-Raufe“ mit der mehrere Pferde intervallweise mit Heu versorgt werden können. Die Portionsraufe wurde entwickelt für den freistehenden Einsatz auf nicht überdachten Paddocks und für die Boxenhaltung. Es gibt sie in drei Varianten, als Eckschrank in der Box oder Offenstall für 6-8 kg Heu; als freistehenden Schrank mit ebenfalls 6-8 kg oder als Doppelschrank für 14-16 kg Raufutter. Die Portionsraufe funktioniert durch den Einsatz von vier Klappböden, die entsprechend zu frei programmierbaren Zeiten herunterklappen und so das Futter freigeben. Sie ist wetterfest und besonders stabil.
Das Modell Powerraufe (optional auch mit Heubefeuchtung) wird einmal als ½ Rundraufe für 1-4 Pferde angeboten. Zwei ½ Powerraufen können auch einfach zu einer Rundraufe verschraubt werden und versorgt dann 1-8 Pferde mit automatischer Heufütterung. Individuell einstellbar fährt die Außenabdeckung der Raufe nach oben und gibt das Heu frei. Stabile Stäbe ermöglichen den Pferden ein artgerechtes Fressen. Über 46 mögliche Fressintervalle von 1 bis 60 Minuten können in der Steuerungseinheit eingestellt werden. Diese kann bis zu 40 Meter entfernt montiert werden / z.B. in der Sattelkammer und dort einfach per Netzstrom betrieben werden. Aber auch Akku oder Solarbetrieb sind generell möglich.

Die schweizerische B+M Agrotech AG entwickelte zeitgesteuerte Rollplanen für Großballen Raufen. Diese versorgen so mehrere Pferde auf einem Außenpaddock oder Weide mit dosierter Heufütterung über den ganzen Tag. Diese zeitgesteuerte Fütterungsplane für Rundballenraufen besteht aus vier 2 Meter breiten Rollplanen inklusive Rohrmotor mit seitlichen Führungen und einer Steuerung pro Raufe. Über eine in der Steuerung integrierte Zeitschaltuhr kann die Raufe bis 7 x täglich geöffnet werden. Dabei kann sowohl der Zeitpunkt des Intervalls, als auch die Zeit der Offenstehung individuell eingestellt werden, danach schließt sich die PES-Plane automatisch bis zum nächsten Intervall. Die Montage erfolgt vor Ort an der Raufe, es werden verschiedene Modelle angeboten.

Anbieter von Futterautomaten werben mit der enormen Zeitersparnis und manchmal sogar damit, dass man am Wochenende nun getrost ausschlafen kann, weil der Automat die Fütterung der Pferde übernimmt. Später nach Hause kommen, ist ebenfalls kein Problem mehr – die Futterzeit wird durch den Automaten dennoch eingehalten.

Freiere Zeiteinteilung birgt auch Gefahren

Ein Futterautomat kann gute Dienste leisten. Die Fütterungszeiten können mehr dem Bedürfnissen der Pferde angepasst und die eigene Zeiteinteilung freier gestaltet werden. , Trotzdem sollte die Kontrolle der Pferde gewährleistet ist. Man darf Futterautomaten eben nicht missbräuchlich einsetzen, indem man die Tiere sich selbst überlässt und sich weniger darum kümmert. Die Aufgabe, den Kontakt zu den Pferden aufrecht zu erhalten, bleibt dem Menschen nach wie vor, doch wenn die Überwachung der Pferde pflichtbewusst durchgeführt wird, kann ein Futterautomat durchaus empfohlen werden.


Quelle:

Barnboox
Bilder mit freundlicher Genehmigung von folgenden Firmen:
Weinsberger international
B&B Equipment
B+M Agrotech AG

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