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Haltung :: Fütterung

Alte Pferde richtig füttern

Ein gesundes, altes Pferd kann mit den bekannten, artgerechten Futtermitteln seinen Energiebedarf decken. Trotzdem gilt es den allgemeinen körperlichen Zustand im Auge zu behalten. Nicht zu fett und nicht zu dünn sollte der Oldie sein. Die Zähne bereiten oft das größte Problem. Wie die Fütterung aufgrund verschiedener Veränderungen eines alten Pferdes angepasst werden kann, ist bei einer guten Beobachtungsgabe nicht so schwer.
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Horse eating from hand. Horizontal shot.Gras bei ausgedehntem Weidegang oder gutes Heu als Grundversorgung, Getreidefutter gequetscht oder gewalzt zusätzlich wenn es notwendig ist, sowie gezieltes Ergänzungsfuttermittel für das ein oder andere Wehwehchen. So könnte man kurz die Fütterung für ein älteres Pferd beschreiben. Nur ganz so einfach ist es natürlich nicht, weil meistens im Alter Stoffwechselstörungen stärker in  die Körperfunktionen eingreifen und diese dann Auswirkung auf die Fütterung haben.

Richtige Fütterung schafft zufriedene Oldies

Hinsichtlich des Erhaltungsbedarfs eines alten Pferdes ist man früher davon ausgegangen, dass der Energiebedarf auf etwa 80 % sinkt. Nach jetziger vorherrschender Meinung steigt er jedoch um 20 %. Wer schon einmal ein altes Pferd im Offenstall im Winter bei nass-kaltem Wetter durchfüttern musste, der weiß, was für Mengen Futter dort hinein verschwinden, ohne dass es nach außen eine deutliche Veränderung gibt. Mit dem Energiebedarf steigt bei alten Pferden in jedem Fall der Bedarf an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen. Wer nicht sicher ist, dass in dem Gras der Weide oder im Heu alles enthalten ist, tut gut daran, mit einem Ergänzungsfuttermittel eine Grundversorgung in diesem Bereich sicher zu stellen.

In der Ruhe liegt die Kraft

Das Pferd sollte in jedem Fall in Ruhe fressen können, denn alte Pferde fressen oft viel langsamer als jüngere Pferde. Stellt man fest, dass das alte Pferd keine Ruhe zum Fressen hat, wäre die optimale Variante, einen extra Futterplatz für den Oldie zu schaffen. So hat man  auch einen Überblick darüber, ob alles aufgefressen wird und wieviel Futter dem Rentner wieder aus dem Maul fällt.

Zu dick oder zu dünn?

Ist das Pferd zu dick oder zu dünn, ist es empfehlenswert, sich einen Fütterungsplan erstellen zu lassen. Dies wird von einigen Futtermittelfirmen angeboten, es gibt aber auch neutrale Futterberater. Es sei nur darauf hingewiesen, dass die Fütterung eines Pferdes auch nicht einfacher ist, als wenn man selbst versucht, mit gesunder Ernährung ab- oder zuzunehmen. Somit sind Sie auch ein bisschen gefragt, denn es galt schon früher den Spruch: „Das Auge des Herrn füttert mit.“.

Die Zähne, oder wie erkennt man Probleme

Bei einem alten Pferd ist eine regelmäßige Zahnkontrolle wichtig. Denn oft sind es Zahnprobleme, die es dem alten Pferd schwer machen, Futter, insbesondere Raufutter, nicht mehr verdauungsgerecht zerkauen zu können. Das führt zum einen zu Verdauungsproblemen, bis hin zu Koliken, zum anderen findet keine ausreichende Verwertung der Nährstoffe mehr statt.

Zeichen für Zahnprobleme können sein:

  • Das Pferd möchte nichts mehr fressen
  • Neben dem Futtertrog liegt die Hälfte des Futters, da es dem Pferd beim Kauen aus dem Maul gefallen ist
  • Neben oder in der Heuraufe liegen klassische Heuröllchen
  • Das Pferd baut extrem ab, obwohl es genug zu fressen bekommt und auch ausreichend Zeit zum Fressen hat
  • Im Kot befinden sich noch viele nicht verdaute Futterbestandteile, wie z.B. ganze Haferkörner oder lange Heufasern – je nachdem, was das Pferd zu fressen bekommt
  • Das Pferd nimmt das Gebiss nicht mehr, obwohl es das sonst immer artig gemacht hat und nichts weiter verändert wurde

Unterstützende Futtermittel bei Zahnproblemen

Der Futtermittelhandel bietet die verschiedensten Produkte wenn die Zähne nicht mehr funktionieren. Von Seniormüslis für noch halbwegs benutzbare Zähne, über Mash, bis hin zu Heucobs, wenn kaum noch Zähne vorhanden sind. Heucobs bestehen aus zerkleinertem Heu, das in Pelletform gepresst wurde und vor dem Verfüttern in Wasser wieder aufquillt. Um einen Gärprozess zu verhindern, sollten Heucobs immer frisch gefüttert werden. Damit der Rentner auf seinen Erhaltungsbedarf kommt, sollten in jedem Falle leicht verdauliche, zerkleinerte Futtermittel noch dazu gegeben werden, z.B. Mash, Rübenschnitzel, Leinsamen. Alle erwähnten Futtermittel sind in jedem Falle eingeweicht zu verfüttern.

Nahrungsergänzungsmittel oder Kräuter

Der Markt für Ergänzungsfuttermittel ist riesig: Mittel für die Atemwege, für die Stärkung der Gelenke, zur Unterstützung des Fellwechsel, Wachstum des Hufhorns, zur allgemeinen Regeneration bis hin zur Verbesserung der Verdauung. Sie können wählen zwischen fertigen Produkten bis hin zu Einzelkomponenten. Die Wahl des Produktes ist sicherlich von verschiedenen Kriterien abhängig.

Wieviel Geld kann und möchte man investieren? Man sollte in jedem Falle darauf achten, wie hoch der Anteil des Wirkstoffes ist, der in dem Mittel enthalten ist und ob es damit überhaupt wirken kann. Ist das Mittel einfach zu füttern? Müssen erst komplizierte Berechnungen angestellt werden? Die entsprechende Ration sollte schon vorgefertigt werden, so dass sie einfach nur noch zum Futter gegeben  werden muss.

Wählen Sie einzelne Kräuter, dann sollten Sie schon Ahnung davon haben. Kräuterkunde will gelernt sein und birgt auch Gefahren! Einfacher ist die Gabe von schon vorgemischten Kräuter-Produkten. Bei Arthrosepferden sollte hier in jedem Fall etwas für den Knorpelaufbau und gegen die Schmerzen enthalten sein. Ferner ist es immer sinnvoll den Stoffwechsel zu unterstützen, denn nur wenn der Stoffwechsel gut funktioniert, können die Wirkstoffe an ihren Einsatzort transportiert werden.

Für die Fütterung des alten Pferdes sind einige allgemeine Grundsätze zu beachten. Für spezielle Probleme in der Fütterung des alten Pferdes hilft es in jedem Falle immer einen Tierarzt oder Ernährungsfachmann hinzuzuziehen.


Quelle:

Claudia Jung, Barnboox
Bild: Fotolia #113587154