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Gesundheit :: Vorsorge

Züchter bestätigt: Impfen und systematisches Vorgehen gegen Herpes führt zum Erfolg



Einen Pferdebetrieb frei von Herpes-Viren zu halten ist unmöglich. Vor allem Betriebe, die eine Besamungsstation betreiben, auf der in der Hochsaison täglich dutzende Stuten ein- und ausgehen, sind einem hohen Infektionsdruck ausgesetzt. Wie Sie systematisch gegen Herpes vorgehen, weiß der erfolgreiche Holsteiner Züchter Johann Peter Lass (Leck).
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Der ständige Wechsel im Stall löst bei den Pferden Stress aus, der wiederum zu einer Aktivierung des Virus‘ führen kann. Johann Peter Lass hat in den vergangenen Jahren versucht, systematisch gegen Herpes vorzugehen. Mit Erfolg.

Mit Herpes-Viren musste er schon seine schlechten Erfahrungen machen. Zum einen handelte es sich bei den erkrankten Pferden um Jährlinge und Zweijährige, die nicht gegen das Equine Herpes Virus (EHV) geimpft worden waren. Im Frühsommer, nach dem Weideauftrieb zeigten diese jungen Pferde starke ataktische Symptome. „Daraufhin habe ich alle jungen Pferde konsequent durchimpfen lassen. Seitdem ist es vorbei. Wir hatten seitdem keinen solchen Vorfall mehr auf unseren Hof“, weiß der Züchter.

Beim Auftreten herpesbedingter neurologischer Störungen gehen die Tierärzte in den meisten Fällen davon aus, dass es sich nicht um eine Neuinfektion mit EHV1, sondern um eine Reinfektion einer latenten – also sozusagen einer schlummernden Infektion – handelt. Häufig kommt es zum Ausbruch, wenn die Pferde unter Stress geraten, wie zum Beispiel einer Umstellung der Herde.

Sieben von elf Fohlen verloren



Das EHV 1 Virus ist vor allem für die schlimmeren Ausgänge dieser Infektion mit neurologischen Symptomen und Aborten verantwortlich, während das EHV 4 Virus hauptsächlich respiratorische Folgen hat. Johann Peter Lass hat durch beide Formen des Virus‘ schon Pferde verloren. Diese Erfahrungen hat auch Dr. Wolfgang Ewald (Jesberg), Experte für Stutengynäkologie und Reproduktionsmedizin gemacht: „Ich fordere, dass alle Pferde, die in meine Praxis kommen, gegen Herpes geimpft sind. Denn geimpfte Pferde scheiden bis zu 90 Prozent weniger an Viren aus als nicht geimpfte.“

Johann Peter Lass, der neben seinem eigenen Stutenstall eine Besamungsstation führt, hat im Jahr 2009 sieben von elf Fohlen verloren. In erster Linie führt der Züchter diese Aborte auf den ständigen Durchgang an fremden Pferden auf einer Besamungsstation zurück. „Vielleicht bin ich damals mit dem Thema Herpes etwas zu lax umgegangen“, vermutet Lass. „Heute ist das anders. Meine eigenen Stuten sind vollkommen vom Besamungsbetrieb isoliert, die Gebäude werden regelmäßig desinfiziert und alle Pferde sind konsequent gegen das Herpes Virus geimpft. Alle Jungpferde, alle Stuten.“

Seither haben die Herpes-Ausbrüche in Stall Lass drastisch abgenommen. Ganz ausgeblieben seien sie nicht, so Lass, aber die wenigen Ausbrüche seien bei weitem nicht so schlimm gewesen, wie früher. Als Fazit bleibt, dass das Impfen seiner Meinung nach hilft. Und auch wenn es keinen 100-prozentigen Schutz bietet, so überwiegen die Argumente für das Impfen. Denn nur wenn ein möglichst hoher Anteil des Bestandes geimpft ist, können so genannte Infektionsketten unterbrochen werden.


Quelle:

Comtainment GmbH