1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Gesundheit :: Krankheiten

Hauterkrankungen bei Pferden: Ekzeme, Pilze, Tumore und Co.

Hautprobleme entstehen häufig bei Pferden, die ständig eingedeckt sind oder in gleichmäßig beheizten Ställen gehalten werden. Auch Bewegungsmangel, Stressbelastung, Umwelteinflüsse sowie falsche Ernährung können Auslöser für Hautkrankheiten sein.
Grenzen Sie ihre Suche auf dem Gebiet Krankheiten ein. Mit einem Suchbegriff liefert unsere Datenbank Fachbeiträge zu diesem Thema an.

Pilze und Krankheitserreger können sich auf der Haut nur ansiedeln, wenn ihr natürlicher Säureschutzmantel nachhaltig gestört ist. Um den ph-Wert nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen, sollte die tägliche Pflege des Pferdes mit Bedacht geschehen. Sorgfältiges Entfernen von Schweißresten und Dreck sind besonders nötig bei Pferden, die keine Möglichkeit haben, sich nach dem Reiten zu wälzen. Regelmäßige Hygiene ist wichtig, es gilt jedoch das richtige Maß zu finden – zu häufiges Putzen oder die falsche Verwendung von harten Striegeln oder Bürsten kann der Haut schaden. Gewaschen werden sollte das Fell nur mit klarem Wasser oder mit rückfettenden Pferdeshampoos.

Die häufigsten Hautkrankheiten

Ekzeme sind Hauterkrankungen, die ausgelöst werden durch eine Überreaktion des Organismus auf verschiedene Umwelteinflüsse oder Unverträglichkeiten. Sie äußern sich durch Juckreiz, Scheuern, kahle oder wunde Stellen. Am häufigsten tritt das Sommerekzem auf, ausgelöst durch Stechmücken der Gattung Culicoides. Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig, wichtig ist eine eiweißarme Ernährung sowie Schutz vor Mücken und Insekten. Ekzeme können auch durch imprägnierte Geschirr- oder Sattelteile ausgelöst werden. Hier helfen desinfizierende Waschungen oder das Wechseln der Ausrüstung. Achtung: Was wie ein Sommerekzem aussieht, kann unter Umständen auch eine ganz andere Hauterkrankung sein. Gewissheit gibt ein sogenannter Funktioneller In-Vitro-Test (FIT).

Hautpilz ist eine hochinfektiöse Erkrankung verursacht durch Pilze (Microsporum und Trichophytonarten). Die Haut weist haarlose Stellen und Flechten auf, die sich schnell ausbreiten können. Zur sicheren Diagnose ist es ratsam, eine Pilzkultur anzulegen. Der Tierarzt verschreibt Lotionen zum Waschen mit einen keimtötenden Wirkstoff. Hygiene ist bei Pilzbefall besonders wichtig (Putzzeug, Decken usw. immer nur für ein Pferd verwenden).

Dermatophilose ist eine verbreitete Hautkrankheit, ausgelöst durch das Bakterium Dermatophilus congolensis, die hauptsächlich in der feuchten Jahreszeit auftritt. An den befallenen Stellen lösen sich Krusten mit ganzen Haarbüscheln. Die Stellen sind meist nicht entzündlich, sie können mit desinfizierenden Mitteln behandelt werden und verschwinden in der Regel bei Trockenheit wieder.

Mauke ist eine der gefürchtetsten Hautveränderungen, die Fesseln und Beine befällt und für das Pferd sehr schmerzhaft ist. Häufiger Auslöser ist das Stehen in schmutziger Einstreu (amoniakhaltiger Lauge), welche die Haut angreift. Entgegen landläufiger Meinung schadet feuchter Naturboden der Pferdehaut nicht, sofern er sauber ist und der Kot abgesammelt wurde. Wichtigste Behandlungsmaßnahme ist die Beseitigung der auslösenden Ursachen und Trockenhalten der befallenen Stellen. Wie fast alle Hautkrankheiten kann Mauke auch durch Stoffwechselstörungen ausgelöst werden. Auch eine genetische Veranlagung wird nicht ausgeschlossen.

Hauttumore  Das Equine Sarkoid ist eine tumoröse Hauterkrankung, die beim Pferd an verschiedenen Stellen als geschwulstartige Zubildung auftreten kann und sehr häufig aufbricht. Das oft  bei älteren Schimmeln vorkommende Melanom ist meist gutartig und bildet im Bereich der Schweifrübe dicke Knoten, die mitunter den Kotabsatz behindern können. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die mit dem Tierarzt abgesprochen werden sollten.

Parasitenbefall  Hautprobleme können auch durch Parasiten entstehen wie Läuse, Milben, Haarlinge, aber auch Bremsen, Mücken und Fliegen, die Infektionen und Würmer übertragen. Wichtige Präventionsmaßnahmen sind Hygiene, Insektenschutz und regelmäßige Wurmkuren. Desinfizierende Waschungen helfen bei äußerlichem Befall.

Bewährte Hausmittel bei Haut- und Stoffwechselproblemen

  • Kieselerde (Kieselgur)
  • Leinsamen – darf nur gekocht oder entsprechend aufbereitet verfüttert werden, da er sonst Blausäure enthält.
  • Seealgen – enthält viele Spurenelemente, Vitamine, Eiweiß und Enzyme
  • Brotrunk/Fermentgetreide – enthält Brotmilchsäurebakterien und  schützt den Säureschutzmantel der Haut.
  • Effektive Mikroorganismen (EM) – sorgen für ein natürliches Gleichgewicht der Haut – als Futterzusatz oder Fellkur.
  • Hochwertiges kalt gepresstes Öl (etwa 1- 2 Esslöffel tägl.) – ist reich an essentiellen Fettsäuren. Geeignet sind Sonnenblumen- oder Distelöl, Schwarzkümmel-, Nachtkerzen- oder Leinöl, Fischöl oder Lebertran.
  • Heilerde zur innerlichen Verabreichung – bindet Schadstoffe im Körper und hilft beim Entgiften.
  • Zinksalbe – zum Auftragen auf oberflächliche Abschürfungen oder Krusten.
  • Betaisodonna Salbe oder Propolis – bewährt als Einreibung bei Mauke.

Quelle:

Meike Bölts
Bild: Katarinenhof