1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Gesundheit :: Alternative Therapien

Therapeutenwahl für alternative Heilmethoden

Seit einigen Jahren sind sogenannte alternative oder ergänzende Heilmethoden sehr beliebt geworden. Interessant sind die verschiedenen Therapiemöglichkeiten vor allem für Pferde, die an chronischen Erkrankungen und Verletzungen leiden. Einen Überblick über die unterschiedlichen Therapien, welche Möglichkeiten der gesundheitlichen Betreuung von Pferden es gibt und worauf man bei der Wahl des Therapeuten achten sollte, wollen wir hier geben.
Grenzen Sie ihre Suche auf dem Gebiet Alternative Therapien ein. Mit einem Suchbegriff liefert unsere Datenbank Fachbeiträge zu diesem Thema an.

Zunächst sollte geklärt werden, wann es überhaupt sinnvoll ist, neben dem Tierarzt auch einen Therapeuten zur Betreuung seines Pferdes hinzuzuziehen. Grundsätzlich sollte jeder Pferdebesitzer die Adresse eines guten Pferdetherapeuten in der Schublade haben, denn die Behandlung eines Pferdes ist nicht nur auf Krankheiten und Verletzungen beschränkt, sondern dient auch der Gesundheitsvorsorge. Somit ist die regelmäßige Betreuung des Pferdes durch einen Therapeuten ebenso sinnvoll wie die durch einen Hufschmied, einen Tierarzt und einen Sattelexperten. Der Prävention wird immer noch viel zu wenig Bedeutung beigemessen, dabei kann man mit Kontrollchecks durch den Therapeuten frühzeitige Probleme erkennen und abwenden. Dies kann unter Umständen sogar hohe Tierarztrechnungen ersparen.

Gesundheitsvorsorge und Leistungssteigerung

Ein weiterer Aspekt ist nicht nur die Vorsorge, sondern auch die Leistungssteigerung des Pferdes, was insbesondere für das Sportpferd von Vorteil ist. Viele Turnierpferde könnten bessere Leistungen bringen, wenn sie zuvor mit Muskeltherapie, anderen physiotherapeutischen Maßnahmen oder Akupunktur behandelt werden würden. Sicherlich lassen sich keine Wunder bewirken, aber wie oft fehlt dem Rennpferd nur eine Nasenlänge oder dem Springpferd einige Zentimeter, die es höher springen könnte, um den Wettbewerb zu gewinnen? Ist das Reiningpferd muskulär besser vorbereitet, kann es schneller spinnen und harmonischer stoppen. Auch hier trennt den Sieger von den Platzierten oft nur ein halber Punkt. Verschiedene Therapeuten sprechen von einer reellen Leistungssteigerung von drei bis zehn Prozent, dies aber kann genügen, um den Sieg zu erringen.

Meist wird der Pferdetherapeut allerdings nicht gerufen, um das Pferd zur Gesundheitsvorsorge oder Leistungssteigerung zu behandeln, sondern um gesundheitliche Probleme zu lösen. Die Krankheiten oder Verletzungen reichen dabei von Borreliose bis hin zu Arthrose und undefinierbaren Krankheitsbildern. Nicht selten sind diese Pferde schulmedizinisch austherapiert, so dass der Pferdetherapeut den letzten Notnagel darstellt. Dies stellt den Therapeuten vor eine sehr große Herausforderung, die außerdem eine Menge an Wissen und Erfahrung voraussetzt, damit dem Pferd geholfen werden kann. Gute Therapeuten müssen deshalb eine umfassende Ausbildung erhalten haben, die nicht nur medizinisches Wissen beinhaltet. Dabei ist das medizinische Wissen, insbesondere die Anatomie und Physiologie des Pferdes, allein schon enorm umfangreich, dass einige Wochen Ausbildung hier absolut nicht ausreichen. Ein guter Therapeut sollte außerdem eine Menge Erfahrung mitbringen, sowohl in der Therapie als auch im Umgang und in der Ausbildung von Pferden.

Umfassende Ausbildungen sind notwendig

Aus diesem Grund reicht es nicht, wenn der Therapeut sich medizinische Kenntnisse angeeignet hat, sondern muss auch ein ebenso guter Reiter und Ausbilder sein. Diese Faktoren gehören unweigerlich zusammen.

Das Betätigungsfeld des Therapeuten ist enorm groß, jedes Pferd stellt mit seinen speziellen Problemen eine neue Herausforderung dar. Ein guter Therapeut arbeitet aber auch mit Tierärzten zusammen. In der Regel sollte der Tierarzt zuvor eine Diagnose stellen, wonach der Therapeut dann seine Therapie aufbauen kann. Idealerweise besprechen sich Tierarzt und Therapeut über die weiteren Maßnahmen.

Der Therapeut kann aber auch hilfreich sein, wenn der Tierarzt eine klare Diagnose gestellt hat und das Problem schulmedizinisch gut behandeln kann. Selbst dann kann der Pferdetherapeut zur schnelleren Genesung beitragen und die schulmedizinische Behandlung unterstützen. Auf diese Weise werden Pferde schneller wieder fit und einsatzfähig, was nicht nur für den Turnierreiter von Bedeutung ist, sondern auch den Freizeitreiter freut. Wenn Pferde längere Zeit pausieren müssen, stellen sich fast immer Sekundärprobleme ein, die weit über einen einfachen Muskelabbau hinausgehen. Wenn hingegen ein Physiotherapeut unterstützend eingreift, kann man mit speziellen physiotherapeutischen Maßnahmen den Sekundärproblemen gegensteuern und den Heilungsprozess beschleunigen.

Ganzheitliche Ansätze

Nicht zuletzt legt der Therapeut sein Augenmerk mehr auf eine ganzheitliche Betrachtung, während die Tierärzte auf das eigentliche Problem geschult sind. Leider ist der Beruf des Pferdetherapeuten nicht staatlich anerkannt, so dass es keine einheitlichen Lehrpläne und Unterrichtsinhalte gibt. Viele Institute bilden nach unterschiedlichen Schwerpunkten aus und so manche Ausbildung bleibt oberflächlich. Es ist nicht einfach, eine gute Ausbildung von einer schlechten abzugrenzen. Ganz abgesehen davon liegt es auch an jedem Studenten persönlich, welche Talente er mitbringt und wie viel er für sich während einer Ausbildung lernt. Der Pferdebesitzer kann sich nach keinerlei Maßstäben richten.

Die Facetten von Therapiemaßnahmen sind außerdem so vielschichtig, dass keine Ausbildungsinstitution alle Möglichkeiten abdecken kann. So vielschichtig die Therapien sind, so unterschiedlich sind die Bezeichnungen mit denen sich die Therapeuten schmücken. Im Streit um die rechtlich legal verwendbaren Bezeichnungen mischen sich auch Fantasiebezeichnungen, um sich von anderen abzuheben. Die Berufsbezeichnung „Physiotherapeut“ ist beispielsweise geschützt, der Begriff „Pferde-Physiotherapeut“ hingegen nicht. Weil es keine staatliche Anerkennung gibt, sprich kein staatlich anerkanntes Berufsbild, kann der Begriff „Pferde-Physiotherapeut“ keine geschützte Bezeichnung sein, weil es diese offiziell nicht gibt.

Nichtsdestotrotz gibt es viele gute Therapeuten, die oftmals den richtigen Schlüssel zur Unterstützung der Heilung oder Gesunderhaltung und Leistungssteigerung des jeweiligen Pferdes haben. Dabei muss dem Pferdebesitzer klar sein, dass meist eine Behandlung nicht ausreicht, um nachhaltig Verbesserungen zu erreichen. Die Arbeit des Pferdetherapeuten kann man durchaus mit der eines Human-Physiotherapeuten oder Heilpraktikers vergleichen. In der Regel verschreiben die Ärzte mindestens sechs physiotherapeutische Behandlungen, meistens sogar mehr.

Welche Therapieform für welches Pferd angebracht ist, kann man zuvor in einem Gespräch mit dem Tierarzt und dem Therapeuten abklären. Schließlich sollte man sich erkundigen, welche Therapieformen der jeweilige Pferdebehandler beherrscht und wie lange er in dieser Branche schon tätig ist. Im Vorgespräch kann man das notwendige Vertrauen zum Therapeuten aufbauen. Dieser sollte sich genügend Zeit nehmen, um die Vorgehensweise zu erklären und abzustimmen. Man darf aber nicht erwarten, dass der Therapeut am Telefon nach der Beschreibung der Probleme gleich eine Diagnose stellt und einen Therapieplan vorschlägt. Dies ist erst nach gründlicher Untersuchung und Begutachtung des Pferdes möglich.

Viele Therapieformen lassen sich hervorragend kombinieren, so dass der Therapeut mehrere Ansätze verfolgen und ein bestmögliches Ergebnis erzielen kann. So spielen neben physiotherapeutischen, osteopathischen und anderen manuellen Therapieformen auch die Gerätetherapie (Laser, Ultraschall, Magnetfeld) sowie weitere ergänzende Therapien wie Homöopathie, Phytotherapie oder Akupunktur eine Rolle.


Quelle:

Renate Ettl

_min