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Ausbildung :: Wettbewerbe

TREC: Ein neuer Wettbewerb für Breitensportler und Geländereiter

TREC, oder ausgesprochen „Techniques de Randonée Equestre de Compétition“, ist eine aus Frankreich importierte Wettbewerbsform, die immer mehr Breitensportler anzieht. Doch was genau steckt eigentlich hinter den vier Buchstaben, die erst einmal verdächtig nach Trekkingreiten klingen?
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Wer reitend draußen unterwegs ist, hat bestimmte, gut definierte Ausbildungsziele: Reiter und Pferd müssen in Harmonie agieren können, denn aufreibende Auseinandersetzungen und druckvolles Reiten kostet Kraft, nervt und gefährdet Zwei- und Vierbeiner. Man muss sich aufeinander verlassen können, denn man ist voneinander abhängig. Das Pferd sollte nicht nur gut konditioniert und mit den wechselvollen Gegebenheiten des Geländes vertraut sein, es muss im besten Sinne des Wortes rittig sein und an den Hilfen stehen, um im Einklang mit dem Reiter alles beherzt und sicher unter die Hufe nehmen zu können, womit es im Gelände konfrontiert wird.

Dass sich dies durchaus mit dem Wettbewerbsgedanken verträgt, beweist die zunehmend große Faszination, die TREC auf hiesige Breitensportler ausübt. Denn Reglements, Turniere und gemeinsame Übungsstunden haben einen ganz entscheidenden Vorteil: Sie geben eine Richtung vor, einen Roten Faden für das Training und zeigen in aller Deutlichkeit nicht nur Erfolge und Fortschritte, sondern auch Defizite und Trainings-Sackgassen auf.

Was ist TREC?

TREC ist eine Wettbewerbsform, die ihren Ursprung in der Ausbildung von Wanderreitern hat. TREC wurde in Frankreich entwickelt und bedeutet „Techniques de Randonée Equestre de Compétition“. Die Wettbewerbsordnung sieht drei Teilprüfungen und verschiedene Leistungsklassen vor, sie enthält außerdem Bestimmungen zu Alter, Ausbildung und Ausrüstung von Reiter und Pferd.

Im ersten Wettbewerbsteil wird eine Strecke nach Karte und Kompass geritten, wobei gleichzeitig Zeitvorgaben für Teilstrecken so gut wie möglich einzuhalten sind. Damit wird nicht nur überprüft, wie gut sich der Reiter im Gelände zurechtfindet sondern auch, ob er die Kräfte seines Pferdes einzuteilen versteht. Dieser Prüfungsteil heißt „POR“ von „Parcours d` Orientation et de Régularité“, also in etwa „Orientierungs– und Gleichmäßigkeitsstrecke“. Die Strecke ist übrigens wirklich eine Strecke, kein Streckchen – es geht über rund 40 km durch unbekanntes Gebiet. Keine Kleinigkeit, selbst für geübte Geländereiter!

Eine zweite Teilprüfung soll vor allem die Rittigkeit des Pferdes unter die Lupe nehmen. Eine 150 Meter lange und zwei Meter breite Strecke gilt es einmal in einem möglichst langsamen Galopp, dann in einem möglichst schellen Schritt zu absolvieren. Dabei darf die Streckenbegrenzung nicht übertreten, die vorgegebene Gangart nicht gewechselt werden. Diese Teilprüfung nennt sich „MA“ von „Maitrise des Allures“.

Zum Abschluss geht es zur „PTV“, der „Parcours en Terrain Varié“ noch einmal ins Gelände, wobei diesmal die Strecke kürzer ist und der Schwerpunkt auf der Bewältigung von unterschiedlichen, praxisnahen Geländehindernissen wie Furten, Natursprüngen, Toren, Engstellen und dergleichen liegt – also eine Mischung zwischen Trailparcours und Springprüfung im Gelände. Die in allen drei Teilprüfungen errittenen Punkte werden abschließend addiert und sind die Grundlage der Rangierung im Einzel- oder Mannschaftswettbewerb.

Erfolgreich draußen unterwegs

Wer sich für TREC interessiert, findet hierzulande inzwischen zahlreiche Trainingsmöglichkeiten, Ausbildungsstätten und Veranstaltungen. Die stetig wachsende Begeisterung auch des Reiternachwuchses für diese ebenso herausfordernde wie sinnvolle reitsportliche Variante stützt sich nicht nur auf eine breite Basis an engagierten Reitern und ihren Pferden, sondern auch auf eine erfolgreiche Spitzengruppe, die ihren Sport im In- und Ausland mit herausragenden Ergebnissen vertritt. So schob sich die deutsche Juniorenmannschaft bei der Europameisterschaft im September 2013 zielstrebig auf den ersten Platz vor Belgien und der Schweiz, während Frankreich, das TREC-Mutterland, mit einem undankbaren sechsten Platz vorlieb nehmen musste. Die vier siegreichen jungen Reiterinnen waren mit völlig unterschiedlichen Pferdetypen beritten, die Spannbreite reichte vom stabilen Norweger über robuste „Selbstgestrickte“ bis zum grazilen Achal Tekkiner. Was eindrucksvoll bewies, dass weniger das „Pferdematerial“, sondern vor allem die Ausbildung entscheidet.

TREC ist eine Wettbewerbsform, die tatsächlich genau die Ausbildungsinhalte abfragt, die für den vielseitig interessierten Breitensportler relevant sind und die für Pferde aller Rassen offen ist. Hier hat die Nüstern vorne, wer rittig und geländegängig ist und in Harmonie mit seinem Reiter agiert – es kommt vor allem auf die Ausbildung und weniger auf vorhandene oder eben fehlende Einzelbegabungen an.

Blut geleckt?

Wer sich über die Sportart TREC, über Wettbewerbsreglements und vor allem über Trainingsmöglichkeiten informieren möchte, findet im Internet alles Wissenswerte. Unter www.trec-deutschland-ev.de etwa klärt der Verein gleichen Namens umfassend auf. Dort wird auch auf kommende Veranstaltungen hingewiesen, auf Kurse und andere Fortbildungen oder Wettbewerbe auf regionaler, nationaler oder internationaler Ebene. Vom Hallentraining über Lehrgänge zum richtigen Umgang mit Karte und Kompass bis zu Ausschreibungen für Einsteiger oder Sichtungen für die internationale Ebene – jede Menge interessanter Angebote warten auf Aktive, Einsteiger und Nur-mal-Zuschauer. Und auf hochmotivierte Geländepferde, die sich einen besser erkennbaren Roten Faden und mehr Abwechslung im Training erwarten … es muss ja nicht gleich eine Europameisterschaft sein, man kann ja mal erst einen regionalen Wettbewerb anpeilen!

 

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Quelle:

Angelika Schmelzer
Teaser-Bild: Alexandra Klee

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