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Ausbildung :: Wettbewerbe

Schönheitswettbewerbe bei Reiterspielen

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist das schönste Pferd im Land? So könnte das Motto eines Reiterspieletags lauten, wenn es darum geht, das am schönsten herausgeputzte Pferd zu prämieren. Dieser Wettbewerb begeistert nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern macht auch vielen erwachsenen Pferdebesitzern Spaß.
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ZpfeBei diesem Schönheitswettbewerb kommt es nicht nur auf eine gute Fingerfertigkeit an, sondern auch auf viel Fantasie beim Gestalten des Pferdefells oder des Langhaars. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung hat den Wettbewerb „Herausbringen des Pferdes“ genannt, wobei hier nicht nur die Sauberkeit des Pferdes im Vordergrund steht, sondern auch das korrekte und ordentliche Anlegen von Gamaschen und Zaumzeug. Auch der Vorführer soll in einem adretten Outfit erscheinen, wobei keine Turnierkleidung vorgeschrieben ist, sondern eine zweckmäßige Reitkleidung genügt. Der Vorführer muss jedoch aus Sicherheitsgründen Handschuhe tragen. Die Kriterien der Bewertung sind insbesondere die Pflege und Sauberkeit des Pferdes, vor allem werden das Fell und das Langhaar (z. B. speziell das Einflechten) bewertet. Die Hufe und der Beschlag müssen ordentlich und sauber sein. Die Ausrüstung wird auch auf deren Pflegezustand, die richtige Verschnallung und schadhafte Nähte untersucht. Für jedes dieser Kriterien vergeben die Richter Punkte. Der Teilnehmer mit den meisten Punkten in der Summe gewinnt die Prüfung.

Diesen Wettbewerb der FN kann man als Grundidee heranziehen, die unterschiedlichen Möglichkeiten, einen solchen Wettbewerb auszuschreiben, sind aber nahezu unbegrenzt. So lassen sich Wettbewerbe ausschreiben, in denen alleine die Flechtkunst des Langhaars bewertet wird. Fantasievolle Teilnehmer können neben den üblichen Flechtmustern auch bunte Bänder oder Blumen in die Mähne mit einflechten.

Schöne Muster mit der Mähne

Für einen Flechtwettbewerb können sich die Teilnehmer das Flechtmuster aussuchen, wobei die Sauberkeit des Musters und die fantasievolle „Garnierung“ mit Bändern, Schleifen oder Blumen bewertet wird. Bevor man sich zu dem Wettbewerb anmeldet, sollte man sein Pferd zu Hause schon darauf vorbereiten. Dabei werden die Mähne und der Schweif verlesen und gewaschen. Eventuell muss man das Langhaar auch auf die richtige Länge schneiden. Der Schweif sollte nicht länger als bis zum Fesselgelenk reichen, die Länge der Mähne ist Geschmackssache. Je länger die Mähne ist, desto besser eignet sie sich aber auch für Flechtmuster. Man erleichtert sich das Einflechten, wenn die Mähne gleichmäßig lang geschnitten ist. Eine ausgefranste Mähne sieht auch in eingeflochtenem Zustand nicht schön aus.

Viele Pferdebesitzer pflegen das Langhaar ihres Pferdes mit einem Fellglanzspray, was dem Fell einen seidigen Glanz verleiht. Verwendet man das Spray bei Mähne und Schweif kann man das Verfilzen und Verknoten des Langhaars damit vorbeugen. Nachteilig ist das Spray allerdings, wenn man die Mähne beziehungsweise den Schweif einflechten möchte, weil die Mähnengummis schlecht halten. Die Haare werden mit dem Pflegespray nicht nur glänzend, sondern auch rutschig, so dass die Gummis keinen Halt finden und die Gefahr besteht, dass die Flechtfrisur nicht hält. Ein sparsamer Gebrauch des Sprays ist deshalb ratsam.

Wenn man viele Teilnehmer für einen Flechtwettbewerb hat, kann man auch die einzelnen Flechtfrisuren in verschiedenen Klassen einteilen und bewerten. Wer macht die schönste Netzfrisur? Oder welches Pferd trägt den schönsten Zopf? Dasselbe gilt für das Stylen des Schweifes. Auch hier bieten sich die unterschiedlichsten Muster an.

Soll das gesamte Pferd in die Schönheitsbewertung mit einfließen, ist das Stylen des Deckhaars und der Hufe zusätzlich wichtig. Die Hufe kann man mit Glitzergel behandeln oder mit schwarzem Huflack bestreichen. Dass der Beschlag nicht überfällig sein darf, sollte selbstverständlich sein. Auch Barhufe bedürfen einer sorgsamen Pflege. Der Tragrand darf nicht ausgerissen oder fransig sein. Zur Not muss man mit der Hufraspel nochmals nachhelfen.

Vor einem Schönheitswettbewerb wird das Pferd selbstverständlich gründlich gewaschen, wobei man ein mildes Shampoo verwendet. Ein Fellglanzspray gibt dem Deckhaar den letzten Schliff. Die Sattellage sollte man jedoch aussparen, wenn das Pferd auch geritten werden soll, weil sonst der Sattel rutscht.

Pferde perfekt stylen

Mit im Handel erhältlichen Schablonen kann man ins Fell schöne Muster bürsten. Ein Karomuster auf der Kruppe steht jedem Pferd gut. Ebenso populär ist es, das Pferdefell mit Glitzerspray zu behandeln. Dabei funkeln die Haare in einfallendem Licht wie kleine Sterne.

Wer´s spielerischer haben möchte, kann einen Wettbewerb im Schminken von Pferden ausschreiben, bei dem die Teilnehmer beispielsweise ein Motto umsetzen müssen. Sehr beliebt ist die Bemalung des Pferdes mit Indianermotiven. Für einen solchen Wettbewerb können sich fast alle Pferdefreunde begeistern. Die dafür verwendeten Farben müssen ungiftig sein und sich wieder gut aus dem Fell waschen lassen. Mit den unterschiedlichsten Farben kann man der Fantasie freien Lauf lassen und sich die ungewöhnlichsten oder die bekanntesten Motive aussuchen.

Kostüme für Reiter und Pferd

Natürlich lassen sich Schönheitswettbewerbe auch mit reiterlichen Aufgaben kombinieren. Ein besonderer Zuschauermagnet ist es, wenn die Reiter sich für eine Disziplin kostümieren sollen. Man kann Themenritte veranstalten, zu dem sich die Reiter eine passende Verkleidung einfallen lassen sollen. Eine Kostümierung ist für viele Diszplinen geeignet. Man kann eine Kostümtrail veranstalten oder einen Orientierungsritt, der unter einem bestimmten Motto steht, wozu die eine oder andere Verkleidung passt.

Neben all dem Spaß zur Verwandlung von Reiter und Pferd darf man aber nie den Sicherheitsgedanken aus den Augen lassen. Trotz Kostüm sollten die Reiter auf einen Sturzhelm nicht verzichten. Oft kann man diesen in die Verkleidung gut integrieren, wenn man ihn in das Kostüm mit einpackt. So lassen sich Ritterhelme und Feenhüte recht gut darüberstülpen. Auf diese Weise bringen sämtliche Reiterspiele sowohl den Reitern als auch den Zuschauern viel Spaß.


Quelle:

Renate Ettl
Bild: Fotolia #123894499