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Ausbildung :: Wettbewerbe

Pferderennen mit Tradition: Rasante Reiterspiele

Rennspiele erfreuen sich einer ungebrochenen Beliebtheit bei den Freizeitreitern. Die Durchführung ist einfach, denn für die Bewertung benötigt man nur eine Zeitmessung. Dafür ist die Spannung für Reiter und Zuschauer gleichermaßen groß.
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Großes reiterliches Können ist bei Rennspielen nicht gefragt. Es genügt, wenn der Reiter einigermaßen sattelfest ist, um schnelle Wendungen und rasante Spurts zu meistern. Rennspiele stehen deshalb in der Freizeitreiterszene hoch im Kurs. Auch für die Zuschauer sind Rennen stets lukrativ, bieten sie doch Spannung und Action, so dass eine reizvolle Unterhaltung garantiert ist. Doch Rennspiele haben auch ihre negativen Seiten. Treibt man die Pferde zu Höchstgeschwindigkeiten an, werden sie „heiß“ und neigen letztendlich zu Nervosität, Überreaktionen und Durchgehen. Eine feine Hilfengebung ist in der Eile auch nicht gewährleistet, so dass die Pferde, die bei Rennspielen eingesetzt werden, den Reiterhilfen gegenüber abstumpfen. Der Einsatz des Pferdes bei Rennspielen sollte darum wohl überlegt sein.

Die Organisatoren sollten sich vor einer Veranstaltung mit Rennspielen unbedingt erkundigen, ob Rennen in der Haftpflichtversicherung für Veranstaltungen mit abgedeckt sind. Manchmal benötigt man für Rennen einen separaten Versicherungsschutz.

Versicherungsschutz überprüfen!

Ist der Versicherungsschutz gewährleistet, müssen sich die Organisatoren auch noch Gedanken über die Sicherheit von Reiter und Zuschauer machen. Jedes Rennareal sollte ausreichend eingezäunt sein. Wenn bei „normalen“ Reiterspielen oft ein Flatterband als Umgrenzung ausreichen kann, ist für Rennen eine feste Einzäunung obligatorisch. Insbesondere der Bereich zwischen der Rennbahn und den Zuschauern muss eine Pufferzone haben. In der umschlossenen Reithalle mit fester Bande gibt es diesbezüglich keine Probleme. Möchte man die Rennspiele jedoch im Freien durchführen, eventuell sogar auf einer abgemähten Wiese, die nicht eingezäunt ist, müssen umfangreiche Vorkehrungen getroffen und ein fester Zaun erstellt werden.

Sind alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen, kann der Spaß beginnen. Viele traditionelle Rennspiele sind auch in verschiedenen Regelbüchern der Reitverbände verankert, so dass man sich hier die Durchführungsbestimmungen herauslesen kann. Natürlich lassen sich diese Regeln auch abwandeln, was je nach Reiterklientel und örtlichen Gegebenheiten sinnvoll sein kann.

Das Barrel Race

Das Barrel Race ist ein traditionelles Rennen aus dem Westernbereich. Hier werden drei Tonnen so umrundet, dass man seinen Reitweg nach jeder Umrundung kreuzt. Die Tonnen werden dabei im Dreieck aufgestellt. Der Abstand zur Bande sollte unbedingt großzügig gewählt werden, damit Unfälle ausgeschlossen werden können.

Die Start- und Ziellinie wird markiert, die von den Reitern in fliegendem Start überritten wird. Beim Überkreuzen der Startlinie beginnt die Zeitmessung. Die offiziellen Regeln besagen, dass das Einreiten ohne Hut oder das Umwerfen einer Tonne mit jeweils fünf Strafsekunden geahndet wird. Für Reiterspiele sind die Regeln natürlich abwandelbar. Schlägt der Teilnehmer einen falschen Weg ein, bleibt er ohne Wertung.

Wenn genügend Platz vorhanden ist, kann das Barrel Race auch als Parallel-Rennen ausgetragen werden. Das ist für die Zuschauer spannender, weil sie selbst erkennen können, welcher Reiter schneller ist und nicht auf die Zeitdurchsage achten müssen. Nach dem KO-System kommt der schnellere Reiter in die nächste Runde, bis zum Schluss das Finale den Sieger ermittelt.

Das Pole bending

Ein weiteres Rennspiel, das auch sehr viel Geschicklichkeit erfordert, ist das Pole bending, ein Slalomrennen um Stangen herum. Hierzu nimmt man leichte Holzstangen, die im Abstand von offiziell 6,30 Metern in einer Linie in den Boden gerammt werden. Als Ständer für die Stangen eignen sich Pylonen.

Von der Start- und Ziellinie aus reitet der Teilnehmer zunächst an den Stangen entlang bis zur letzten und beginnt hier mit dem Slalom durch die Stangenlinie. An der ersten Stange angekommen wendet er und reitet im Slalom wieder bis zur letzten Stange. Von hier aus geht es im gestreckten Galopp auf gerader Linie neben den Stangen zurück ins Ziel.

Hier gelten dieselben offiziellen Bewertungskriterien wie im Barrel Race: Einreiten ohne Hut und Umwerfen einer Stange kostet fünf Strafsekunden. Ein falscher Weg führt zur Disqualifikation.

Das Viertelmeilen-Rennen

Ein traditionelles Rennen des Westernreitsports ist das „Quarter Mile Race“, ein Flachrennen über eine Strecke von etwa 400 Metern (eine Viertelmeile). Diese Rennen wurden schon in den Pioniertagen des Wilden Westens ausgetragen und hiervon hat das Quarter Horse auch seinen Namen.

Hierzu wird eine geeignete Rennstrecke – meist eine Grasstrecke – auf 400 Meter Länge (alternative / kürzere Strecken sind ebenso möglich) abgesteckt. Start- und Ziellinie sind markiert. Bei den sogenannten Match Races laufen wiederum nur zwei Pferde gegeneinander. Eine gute und interessante Alternative ist es, die Rennstrecke einen Hang hinauf auszustecken. Das verlangt den Pferden allerdings viel Kraft ab, so dass man nur mit einem absolut fitten Pferd an einem solchen Rennen teilnehmen sollte. Der Vorteil ist ein höheres Maß an Sicherheit, denn die Pferde erreichen nicht die Geschwindigkeiten wie auf flachem Terrain und die Reiter können ihre Pferde nach der Ziellinie leichter abbremsen.

Ein fliegender Start ist nicht möglich, wenn mehrere Pferde gleichzeitig starten. Deshalb stellen sich die Teilnehmer an der Startlinie auf und galoppieren los, wenn der Start durch das Senken einer Flagge freigegeben wird.

Bei guter Organisation der Veranstalter und fairem Einsatz des Pferdes durch den Reiter, kann eine Rennveranstaltung allen Beteiligten viel Spaß bringen. 


Quelle:

Renate Ettl

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