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Ausbildung :: Wettbewerbe

Pferderennen bei Reiterspielen: Speed control mit Stoppuhr

Wenn sich pferdebegeisterte Freizeitreiter interessante Spiele für einen Wettbewerb ausdenken, gibt es meistens Probleme mit der gerechten Bewertung. Einfacher wird es, wenn man die Leistungen von Reiter und Pferd mit einem Messinstrument bewerten kann. Aus diesem Grund sind Rennspiele sehr beliebt.
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Zur Kategorie der Zeitspiele gehören alle Arten von Rennen. Zwar sind Rennen in der Regel sehr spektakulär, aber nicht immer bei allen Beteiligten gern gesehen. Während der Zuschauer diverse Rennen besonders spannend findet, ist dem Veranstalter die erhöhte Unfallgefahr oft ein Dorn im Auge. Verständige Reiter zögern ebenfalls, an Rennen teilzunehmen, weil ihre Pferde dabei „heiß“ werden und unkontrollierbar werden könnten.

Das langsamste Pferd gewinnt!

Dabei gibt es Lösungen für diese Probleme. Weshalb soll eigentlich immer das schnellste Pferd bei Rennen gewinnen? Wie wäre es, wenn das langsamste Pferd den Pokal mit nach Hause nehmen kann? Andererseits müssen Rennen auch nicht immer im Galopp ausgetragen werden. Man könnte die Gangart Trab oder Schritt vorschreiben, dann kommt es nicht zu gefährlichen Situationen und Kontrollverlust. Spannend sind diese Rennen ebenso, vielleicht nur nicht ganz so spektakulär, worauf man aber gut verzichten kann, wenn man dafür an Sicherheit gewinnt.

Einen besonderen Touch hat das „Slow Race“, bei dem das langsamste Pferd gewinnt. Bei diesem Spiel, das ebenso spannend wie interessant für Reiter und Zuschauer ist, geht es darum, dass das Pferd, das als letztes ins Ziel kommt, zum Sieger gekürt wird. Die Reiter starten gemeinsam auf ein Signal in der vorgeschriebenen Gangart. Der Veranstalter kann zunächst die Gangart Schritt vorgeben. Die Reiter müssen im Schritt von der Startlinie bis zur Ziellinie reiten, dies aber so langsam wie möglich. Dabei dürfen die Pferde nicht stehen bleiben, was zum Ausschluss führen würde, und die Reiter dürfen auch keine Zickzack-Linien oder Bögen reiten. Der Weg muss in direkter, gerader Linie zum Ziel führen. Um zu überwachen, dass kein Pferd stehen bleibt oder der Reiter in Schlangenlinien reitet und sich damit einen Vorteil verschafft, wird jedem Pferd ein Beobachter zugeteilt. Die Helfer gehen jeweils hinter dem zugeteilten Pferd, um genau zu überwachen, ob das Pferd stehen bleibt oder vom Kurs abweicht. Das Reiter-Pferd-Paar, das in direkter Linie in der vorgegebenen Gangart als letztes ins Ziel kommt, hat die Prüfung gewonnen.

Besonders langsames Reiten erfordert ein sensibles und gehorsames Pferd, das sich gut an die Hilfen stellen lässt. Von einem rittigen Pferd kann der Reiter verkürzte Schrittlängen abfordern, was für diese Disziplin von großem Vorteil ist. Als Steigerung kann die Gangart Trab verlangt werden.

Schnelle Pferde im Schritt

Will man bei traditionellen Rennen bleiben, bei denen der schnellste Reiter gewinnt, muss dies nicht unbedingt im Galopp geschehen. Ein Barrel Race im Trab oder gar Schritt ist ebenso spannend. Hier muss natürlich gelten, dass Pferde, die angaloppieren beziehungsweise antraben entweder ganz ausscheiden müssen oder für eine gewisse Wegstrecke in die nächstniedrigere Gangart wechseln müssen. Bei Schrittrennen können die Reiter dazu aufgefordert werden, dass sie beispielsweise zwei bis fünf Sekunden stehen bleiben müssen. Die Anzahl der Strafsekunden hängt davon ab, wie viele Trabschritte beziehungsweise Galoppsprünge unerlaubt gemacht worden sind.

In solchen Schritt- oder Trabrennen lassen sich das eine oder andere Hindernis mit einbauen. Allerdings sollte man nur Hindernisse wählen, die in der Eile ohne Probleme bewältigt werden können. Hierzu gehören in jedem Fall Stangen und Stangenkombinationen, die im jeweiligen Gangartenabstand gelegt sind. Hindernisse jedoch, die eine größere Sorgfalt erfordern, sollten bei Rennspielen nicht zum Einsatz kommen. Dazu gehören beispielsweise jede Form von Schreckhindernissen (wenn sie direkt mit dem Pferd in Kontakt kommen wie Klappersack, Planen, Flatterbänder), aber auch Brücken und andere Hindernisse, die bei hastigem Überreiten eine Verletzungsgefahr für die Pferde darstellen können. Wenn Schreckhindernisse allerdings lediglich am Rande eingesetzt werden, wobei das Pferd nur vorbeigeritten werden soll (Traktor, Regenschirme, Luftballons), kann es bestenfalls zu einem Zögern oder Verweigern des Pferdes kommen, das den Reiter Zeit kostet.

Man kann dem Reiter auch zwei Wege zur Verfügung stellen (mit Pylonentoren markieren), wobei der kürzere und somit schnellere Weg nahe an Planen, Flatterbändern oder Regenschirmen vorbei führt, während der weitere Weg diese Konfrontationen umgeht. Somit kann der Reiter entscheiden, welcher Weg für ihn und sein Pferd letztendlich der schnellere sein wird.

Reitkunst auf blankem Pferderücken

Eine besondere Form von „Rennen“ ist das so genannte „Dollar Bill Race“, bei dem es sich im Prinzip um gar kein Rennen im eigentlichen Sinne handelt. Die Teilnehmer reiten ihre Pferde dabei ohne Sattel, sie sitzen auf blankem Pferderücken. Jeder Reiter bekommt einen Geldschein, den sie unter ihr Gesäß schieben. Nun reiten die Teilnehmer nach Anweisung ihre Pferde zunächst im Schritt, dann im Trab und auch im Galopp. Die Reiter, die ihren Geldschein verlieren, scheiden aus. Der Reiter, der als letzter noch auf seinem Geldschein sitzt, ist der Sieger dieses Wettbewerbs. Bei besonders sattelfesten Reitern müssen Gangverstärkungen oder kleine Sprünge über Cavalettis beziehungsweise andere Hindernisse, die etwas mehr Sitzbewegungen erfordern, abverlangt werden, um einen Sieger zu ermitteln.

Für diese Wettbewerbsform benötigt man auch wieder mehrere Helfer, wobei jedem dieser Helfer ein Teilnehmer zugeteilt wird. Die Helfer beobachten „ihren“ Reiter und bitten den Teilnehmer, in die Mitte der Bahn zu kommen, wenn er seinen Geldschein verloren hat. Wer als letzter übrig bleibt und noch auf seinem Schein sitzt, geht als Sieger hervor und bekommt in der Regel den gesamten Geldeinsatz aller Teilnehmer als Gewinn ausbezahlt. Auch diese Form des Wettbewerbs lässt sich variieren. So können schwierigere Reitmanöver gefordert werden, wie Anhalten aus dem Trab oder Galopp, Rückwärtsrichten oder Wendungen. Es müssen auch keine Geldscheine verwendet werden, möglich sind auch Papierabschnitte, zur besseren Zuordnung kann man sie auch mit der Startnummer oder den Namen des Teilnehmers versehen. Das erleichtert den Überblick über die verlorenen Zettel, wenn nicht so viele Helfer zur Verfügung stehen.


Quelle:

Renate Ettl

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