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Ausbildung :: Wettbewerbe

Pferdequiz: Ohne graue Theorie

Wenn die Tage kürzer werden und die Kälte in den Wintermonaten nicht gerade zu ausgiebigen Unternehmungen mit den Pferden einlädt, bietet sich an, sich auch einmal in der Theorie mit Pferden zu beschäftigen. Dabei muss Theorie nicht grau sein, sondern kann in Form eines Pferdequizes viel Spaß machen.
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Die langen Winterabende sind die Zeit des Bücherschmökerns, auch wenn der Reitsport stets als „Ganzjahressport“ angepriesen wird. Es gibt kein schlechtes Wetter, heißt es, nur unpassende Kleidung. Das ist im Prinzip richtig, für viele Pferdebesitzer allerdings Theorie. Nicht selten kommen die Pferdefreunde wochentags von der Arbeit, wenn es draußen bereits dunkel ist. Wer jetzt keine Halle oder zumindest einen Reitplatz mit Flutlicht zur Verfügung hat, muss auf das Reiten verzichten. Die Aktivitäten beschränken sich deshalb bei vielen Reitern auf das Wochenende. Doch auch hier ist es nicht immer möglich, den Reitsport uneingeschränkt auszuüben.

Zunächst sind die Pferde nicht in Leistungskondition, was längere Ritte oder ein intensives Training ausschließt. Nicht zu vergessen, dass viele Pferde nicht eingedeckt werden und somit ein langes, dichtes Winterfell ausbilden, wodurch sie schneller und nachhaltiger schwitzen. Die reiterlichen Aktivitäten müssen also aus verschiedenen Gründen zurückgefahren werden. Auch das Wetter spielt eine nicht unerhebliche Rolle. In vielen Regionen machen große Schneemassen oder Glatteis über mehrere Wochen das Reiten unmöglich. Da bleibt nur, in die Reithalle auszuweichen, was aber nicht jedem Reiter möglich ist.

Wie die einzelnen Gegebenheiten und das Wetter auch sind, eine Abwechslung ist es allemal, sich auch einmal mit theoretischen Kenntnissen über Pferde auseinanderzusetzen. Während das Lernen zu Themen wie Krankheiten, Haltung oder Reitlehre als notwendiges Übel betrachtet wird, wenn es darum geht, beispielsweise eine Abzeichenprüfung zu bestehen, kann es dennoch viel Spaß machen, sich mit der einen oder anderen Thematik näher zu befassen.

Fragen im Multiple Choice-Verfahren

Um die Reiter im Verein oder einer Reitergemeinschaft „bei Laune“ zu halten, kann man ein Pferdequiz durchführen, das aber nicht nur lapidar das theoretische Wissen der Reiter abfrägt, sondern mit einer Menge Witz gewürzt ist. Schließlich soll jeder Wettbewerb Spaß machen. Damit dies auch mit der allzu ungeliebten „grauen Theorie“ gelingt, muss man sich besondere Ideen einfallen lassen.

Das Pferdequiz kann bei Versammlungen von Stallgemeinschaften oder bei der Weihnachtsfeier eines Vereins durchgeführt werden. Zum Aufbau des Quizes ist es wichtig, die Fragen hierzu so zu stellen, dass sie schnell – ohne viel zu schreiben – beantwortet und auch ausgewertet werden können. Hierfür bietet sich das Multiple Choice-Verfahren an, bei dem mehrere Lösungsmöglichkeiten angeboten werden, wobei die Rätsler die Antworten nur noch anzukreuzen brauchen.

Diese Form von Quiz macht auch den Teilnehmern Spaß, weil sie im schlimmsten Fall immer noch die Chance haben, die richtige Antwort zu erraten. Wenn man den Schwierigkeitsgrad des Quizes erhöhen möchte, kann man das Verfahren so wählen, dass mehrere Antworten richtig sein können oder auch gar keine.

Die Entwickler der Fragen sollten sich außerdem Gedanken darüber machen, welches Niveau die Teilnehmer haben, um die Fragen nicht zu schwierig zu stellen. Dies würde die Teilnehmer demotivieren und sie verlieren den Spaß am Rätseln. Außerdem ist es sehr wichtig, auch ein wenig Witz in das Quiz einzubauen, schließlich soll die ganze Sache Spaß machen und nicht bierernst genommen werden. Empfehlenswert ist es auch, speziell für Kinder auf sie zugeschnittene Fragen zu entwerfen.

So steigern Sie den Lerneffekt

Wenn man sich in einem kleinen Kreis zusammensetzt, kann man viele lustige Fragen kreieren, die bei der Beantwortung viel Spaß machen. Der zusätzliche Lerneffekt ist ebenfalls gegeben, insbesondere bei Fragen, die den Reiter dazu anregen, etwas nachzudenken. Auch wenn der Reiter die Antwort möglicherweise nicht weiß, kann er sie über logisches Denken herausfinden. Als Beispiel kann man hier die Frage nach dem Fassungsvermögen des Pferdemagens anführen. Als Antwortmöglichkeiten bieten sich unter der richtigen Antwort (etwa 12-14 Liter) völlig absurde beziehungsweise weit übertriebene Punkte an, wie etwa 230 bis 430 Liter, oder „je nach Weideangebot“ oder „am Sonntag die doppelte Menge“. Mit etwas Logik müsste jeder Teilnehmer auf die richtige Antwort kommen.

Man kann auch Rätselgruppen bilden, bei denen sich die Teilnehmer untereinander beraten dürfen, dann können die Fragen auch etwas schwieriger ausfallen.

Natürlich müssen die Quizteilnehmer einen Anreiz bekommen, am Rätseln teilzunehmen. Ein Gabentisch mit Preisen, aber auch Pokale und Schleifen können die Teilnehmer anspornen. Nach der Auswertung darf sich der Beste einen Preis aussuchen, dann der zweite und so weiter. Natürlich sind auch andere Varianten möglich.

Ein weiteres Quiz kann man mit einem „Bilderraten“ durchführen. Dabei werden Dias gezeigt, wozu der „Moderator“ zunächst eine Frage stellt wie „welche Rasse seht ihr auf dem nächsten Bild?“ oder „Welche Farbe hat das Pferd auf dem nächsten Bild?“ Dann wird das Dia gezeigt und wer am schnellsten die richtige Antwort parat hat, bekommt einen Punkt. Diesen kann man in Form eines Zettels ausgeben und wer am Ende der Dia-Show die meisten Punkte (Zettel) hat, gewinnt das Spiel. Witzig sind in diesem Zusammenhang übrigens auch Dias, die einen Ausschnitt in Vergrößerung zeigen, wobei die Teilnehmer dann raten müssen, was sie auf dem Bild sehen. Das kann ein Ausschnitt von einem Gebissstück sein, der Strahl eines Pferdehufs, ein Pferdezahn oder ein Teil eines Sattels.

Auf diese Weise kann man Schlechtwetterperioden und den Winter gut überbrücken. Ein Pferdequiz kann aber auch im Sommer mal für Abwechslung sorgen und hat zusätzlich noch einen positiven Lerneffekt.


Quelle:

Renate Ettl

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