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Ausbildung :: Wettbewerbe

Horse and Dog Trail: Eine Disziplin mit Zukunft

Nicht selten sind Pferdehalter auch stolze Besitzer eines Hundes. Was liegt näher, als nicht nur mit dem Pferd, sondern auch mit dem Hund gemeinsame Unternehmungen zu planen. Mit dem Horse and Dog Trail werden diese Bedürfnisse gedeckt.
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Isländer Sally - es gibt auch Hunde die gern ReitenWährend sich der Hund bislang am Turniergeschehen im Pferdesport nur passiv – als Zuschauer oder lediglich Reisebegleiter – beteiligen konnte, steht er nun mit der Disziplin „Horse and Dog Trail“ mitten im Geschehen. Der Horse and Dog Trail ist eine immer beliebter werdende Disziplin, die auf dem besten Weg dazu ist, sich fest zu etablieren. Bei dieser Disziplin überwindet der Reiter nicht nur mit seinem Pferd die unterschiedlichsten Hindernisse, sondern auch der Hund zeigt, was er im Parcours zu leisten vermag. In der Regel läuft er dabei „bei Fuß“.

Eine Disziplin mit Zukunft

Um erfolgreich einen Horse and Dog Trail bewältigen zu können, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt werden. Zunächst geht es darum, die Trailhindernisse und Aufgabenstellungen mit dem Pferd allein zu beherrschen. Ein gewisses reiterliches Niveau sowie eine gute Basisausbildung des Pferdes sind erforderlich. Um in den Horse and Dog Trail einzusteigen, muss der Reiter sein Pferd sicher beherrschen und Fehltritte sowie Kontrollverlust definitiv ausschließen können. Sind diese Voraussetzungen gegeben, sollte der Reiter nun auch seinen Hund vom Pferd aus kontrollieren können.

Bevor der Reiter die Kontrolle seines Hundes vom Pferd aus erreichen kann, ist zunächst viel Arbeit vom Boden aus nötig. Die Grundausbildung des Hundes muss abgeschlossen sein. Das bedeutet, dass der Hund die Kommandos „Sitz“, „Platz“, „Bleib“ und „Bei Fuß“ sicher beherrschen muss. Zudem soll der Hund abgelegt werden können und auf Zuruf seines Herrchens herkommen. Letztendlich muss man seinen bellenden Vierbeiner auch wegschicken können. Die Kommandos „Lauf“ oder „Voraus“ sind hierfür die geläufigsten.

Schon im Welpenalter kann und soll man mit der Erziehung seines Hundes beginnen. Bereits ab der siebten Lebenswoche lernt der Welpe die Bedeutung der Worte „Nein“, „Hier“ und „Sitz“. Bevor ein Hund aber auf ein Kommando reagiert, muss er aufmerksam sein. Die Voraussetzungen zum Lernen sind hier nicht anders als beim Pferd. Beim Hund erreicht man seine Aufmerksamkeit, indem man seinen Namen ruft. Der Name sollte kurz und prägnant sein, so lernt der Welpe schneller, darauf zu reagieren. Zuerst soll der Hund lernen, auf Kommando zu seinem Herrchen zu kommen. Dies kann anfangs gut mit einem Leckerli unterstützt werden.

Aufbauend kann der Hund gleich das „Sitz“ lernen, sobald das Herkommen gut funktioniert, was sicherlich nach etwa zwei Wochen der Fall sein wird. Die Übung „Sitz“ muss vor dem Ablegen erfolgen, das beim Horse and Dog Trail eine Voraussetzung darstellt. Das Absitzen ist für den Hund eine kurzfristige Erwartungshaltung und kann ihm mit einiger Geduld und viel Lob und Leckerlis beigebracht werden. Wenn diese Übung nun schon gut funktioniert, geht man dazu über, dem Hund die Aufforderung „Sitz“ als Sichtzeichen beizubringen. Das erleichtert später die Kontrolle des Hundes vom Pferd aus. Zuerst hebt man die Hand, dann sagt man das Wort „Sitz“. Später genügt das Zeichen mit der Hand, weil der Hund weiß, was man von ihm will. Nun muss der Hund noch die Lektionen „Platz“ (Ablegen), „Bei Fuß“ laufen und „Bleib“ erlernen. Dabei geht man nach demselben Schema vor: Falsches Verhalten wird mit „Nein“ korrigiert  und der richtige Weg mit Leckereien, Loben und Spielen belohnt.

Die Gewöhnungsphase

Sicherlich wird man den jungen Hund auch schon mal mit zu den Pferden nehmen. Das ist eine gute Übung, sich mit dem Pferd auseinanderzusetzen. Auch das Pferd muss sich an den Hund gewöhnen. Je früher die Gewöhnungsphase stattfindet, desto besser. Den Hund sollte man aber nie „vergessen“, wenn man sich mit dem Pferd beschäftigt – sei es beim Putzen oder schließlich beim Reiten. Der Hund möchte auch seine Aufgabe haben. Sobald er sich abgestellt fühlt, wird er sich ungebührlich benehmen, um die Aufmerksamkeit seines Herrchens (oder Frauchens) zurück zu erlangen. Manche Hunde bellen, andere laufen einfach weg oder springen zwischen die Pferdebeine. Der Hund sollte also gelobt werden, wenn er sich beim Pferd ruhig verhält. Man sollte dem Hund auch beibringen, genügend Abstand zum Pferd einzuhalten. Das ist ein wichtiger Sicherheitsaspekt.

Pferd und Hund müssen sich gegenseitig respektieren. Das ist nicht immer einfach, schließlich ist das Pferd ein Fluchttier und der Hund ein Jagdtier. Es kann deshalb auch sein, dass der Hund das Pferd angreift, wenn man ihm nicht genügend Aufmerksamkeit schenkt. Möglicherweise wehrt sich das Pferd auch gegen den Hund, legt die Ohren an oder schlägt nach ihm. Da muss der Mensch korrigierend eingreifen und beide Tiere zur Vernunft bringen. Das erfordert stete Konsequenz.

Auch das Pferd muss in der Nähe des Hundes ruhig bleiben, vor allem wenn der Hund mit den Vorderpfoten am Pferd hochspringt, damit der Reiter den Hund ableinen kann, wie es im Horse and Dog Trail gefordert ist. Der Reiter kann natürlich auch absteigen, um den Hund ab- beziehungsweise anzuleinen, was vor allem bei kleinen Hunden sowieso erforderlich ist.

Keine Jagdspiele auf der Koppel

Damit der gegenseitige Respekt, aber auch das Vertrauen aufgebaut werden kann, sollte man es vermeiden, den Hund auf der Koppel des Pferdes laufen zu lassen. Der Hund könnte die Gelegenheit nutzen, das Pferd zu jagen und das Pferd könnte nach dem Hund schlagen. Der Mensch hat dabei nicht den notwendigen Einfluss auf beide Tiere, der jedoch sehr wichtig ist, um ein harmonisches Miteinander zu erreichen.

Wenn sich beide Tiere gegenseitig respektieren, kann man auch mit Leine ausreiten, um den Hund auf den Hindernisparcours vorzubereiten und ihm beizubringen, „bei Huf“ zu laufen. Hierzu sollten keine Flexileinen und auch kein normales Halsband verwendet werden. Muss mal mit der Leine korrigierend eingreifen, könnte man den Hund würgen. Deshalb wählt man lieber ein Brustgeschirr für die Ausflüge mit Pferd.

Die Hindernistechnik

Sprünge oder Überreitstangen soll der Hund „bei Fuß“ bewältigen. Der Hund soll mit der Schulter auf Höhe des Reiterbeins laufen. Das ist auch die ideale Position, wenn man auf dem Pferd sitzt. Die Überreitstangen sollen etwas länger sein, damit Pferd und Hund nebeneinander gut Platz haben und der Hund nicht dazu veranlasst wird, neben den Stangen zu laufen. Dies gilt natürlich bei allen Aufgaben, bei denen der Hund „bei Fuß“ läuft. Bei der Slalomübung ist es sehr wichtig, dass der Hund immer auf einen angemessenen seitlichen Abstand – zunächst zum Reiter bei der Übung am Boden, dann zum Pferd – achtet. Das erfordert einige Übung.

Grundsätzlich eignet sich jede Hunderasse für den Horse and Dog Trail. Die Aufgabenstellung sollte aber vom Veranstalter so gewählt werden, dass jeder Hund – gleich welcher Größe – in der Lage ist, die Hindernisse zu bewältigen.


Quelle:

Renate Ettl

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