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Ausbildung :: Wettbewerbe

Geschicklichkeitsreiten mit Fantasie bei den Reiterspielen

Während der klassische Trailparcours immer mehr Aufgaben enthält, die die Rittigkeit des Pferdes auf die Probe stellen, tendieren die freizeitreitenden Westernreiter eher zu spielerisch gestalteten Geschicklichkeitswettbewerben, bei denen nicht nur das reiterliche Können gefragt ist, sondern auch die Coolness des Pferdes.
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Wenn sich erwachsene Männer jenseits der 50 dazu überreden lassen, einen Geschicklichkeitsparcours, betitelt mit „Trailmanship im Alter“ auf dem Pferd ihrer Frau zu absolvieren, ist der Spaß garantiert. Dabei kommt es nicht unbedingt darauf an, dass „Mann“ sich auf dem Pferd halten kann (zwanzig Ehejahre gehen nicht spurlos am sonst nichtreitenden Partner vorbei), sodern dass er Übungen vollzieht, die sonst nicht zu seinem täglichen Repertoire gehören. Dies ist nur ein Beispiel für einen „lustigen“ Geschicklichkeitsparcours, der auf keiner breitensportlichen Veranstaltung fehlen darf.

Für die Veranstalter eines solchen Trailparcours ist das Niveau und die Altersgruppen der Reiter zu berücksichtigen. Wenn Anfänger oder Freizeitreiter knifflige Steuerungsübungen absolvieren sollen, sind diese oft überfordert. Damit nimmt man den Reitern die Motivation und der Spaß bleibt auf der Strecke. So sollte man angepasste Aufgaben wählen, sie müssen von jedem Teilnehmer zu bewältigen sein. Aber ein wenig Spannung darf nicht fehlen, so dass Lektionen eingestreut werden sollten, die durchaus auch einen Zufallsfaktor eingebaut haben dürfen. Es muss dabei nicht immer der Beste gewinnen, sondern es darf auch mal jemand die blaue Schleife einheimsen, der diesmal einfach mehr Glück gehabt hat.

Sicherheit hat oberste Priorität

Wie gestaltet man nun einen solchen Geschicklichkeitsparcours, der neben den sportlichen Aspekten auch Spiel, Spaß und Spannung verspricht? Hier sind der Fantasie des Trailbauers nur die Grenzen der Sicherheit gesetzt. So sollte die Arena bei Wettbewerben stets mit einem sicheren Zaun umgrenzt sein. Ein Plastik-Absperrband reicht hier nicht aus. Beim Training zu Hause ist ebenfalls für eine sichere Umzäunung zu sorgen. In der Reithalle oder auf dem (umzäunten) Reitplatz sollte man darum auch nicht vergessen, das Eingangstor geschlossen zu halten.

Die Hindernisse und Aufgaben für einen Geschicklichkeitswettbewerb sollten mit Bedacht ausgewählt werden. Sehr beliebt ist beispielsweise der Einsatz von Traktor– oder Autoreifen für diverse Übungen. Weil die Pferde mit den Hufeisen im Reifen hängenbleiben können, sollte auf diese Hindernisse allerdings verzichtet werden.

Unpraktisch ist in Verbindung mit wenig erfahrenen Reitern auch der Einsatz einer Wippe, die im Prinzip ein sehr beliebtes Hindernis darstellt, aber beweglich ist und damit eine Gefahrenquelle für Reiter und Pferd. Dasselbe gilt für zu steile, zu schmale oder rutschige Brücken. Das Geländer einer Trailbrücke muss ebenfalls so beschaffen sein, dass das Pferd weder mit dem Zaumzeug noch der Reiter mit dem Steigbügel daran hängen bleiben kann. Verwendet man eine Brücke mit Geländer, sollte die Trittfläche an den Seiten mit einer Abrutschsicherung versehen sein, die aus einem einfachen, aufgeschraubten Kantholz bestehen kann.

Allerlei Requisiten

Auch Blumenkübel, die oft nur zur Zierde einen Parcours schmücken, können eine Gefahrenquelle darstellen, wenn sie ungünstig platziert werden. Zudem sollte man auf giftige Ziersträucher in jedem Fall verzichten. Ideal sind kleine Tannenbäumchen, an denen die Pferde dann aber doch gerne zu naschen versuchen und so für Erheiterung im Publikum sorgen.  

Beliebte Aufgaben sind der Transport von allerlei Gegenständen oder die Verrichtung von bestimmten Aufgaben vom Pferd aus. Wenn man einen Briefkasten füllen oder leeren soll, einen Gegenstand umsetzen oder transportieren soll, ist die Sicherheit nur dann gewährleistet, wenn der Reiter nicht mit beiden Händen die Zügel loslässt. Dies sollte in der Aufgabenbeschreibung angegeben sein.

Spannend sind naturgetreue Wasserdurchritte, insbesondere in Naturtrails. Hier muss sichergestellt sein, dass der Boden nicht rutschig und auch noch nach dem dreißigsten Reiter fest genug ist. Man kann sich auch andere Wasserspiele ausdenken: Wenn man einen Wassersprenger, der für die Gartenbewässerung eingesetzt wird, umgedreht aufhängt, kann man eine Beregnung simulieren. Hier soll nun der Reiter zuvor einen Regenschirm aufnehmen, und mit aufgespanntem Schirm durch die Beregnung reiten. Schafft er es nicht, den Regenschirm aufzunehmen, muss er ohne Schirm durch den Regen.

Auch das Transportieren von vollgefüllten Wasserbechern (nur unzerbrechliche Pappbecher verwenden!) kann lustig und spannend sein. Insbesondere, wenn die Gangart Trab oder gar Galopp gefordert ist. Wenn der Reiter einhändig im Trab über einige Stangen reiten soll, gehen sicherlich ein Dutzend kostbare Wassertropfen verloren, was ihm dann entsprechenden Punktabzug einbringt. So lassen sich viele Aufgaben auch kombinieren.

Beliebt ist auch der Einsatz von Luftballons, die außer dem Schreckeffekt, wenn ein Ballon zerplatzt, keine Gefahrenquellen darstellen. Auch Flatterbänder und Planen testen die Schreckhaftigkeit des Pferdes. Hier sollte man darauf achten, dass die Streifen bei Flattervorhängen, durch die Reiter und Pferd gehen sollen, nicht bis zum Boden ragen.

Fantasie ist gefragt

Weitere Beispiele und Ideenquellen: Zum Transportieren von Gegenständen eignen sich Körbe, Bälle, Tüten, Jacken, Pylonen, Karotten, Zeitung, rohe Eier auf dem Löffel, alternativ dazu auch Tennisbälle usw. Für das Nachziehen von Gegenständen an einem Seil können Holzrundlinge, Äste oder Klappersack verwendet werden. Vom Pferd aus kann man auch eine Mülltonne nebenher mitziehen. Weitere Gegenstände und Hindernisse lassen sich auf unterschiedliche Weise einsetzen: Regenschirme (ohne Spitze), Bälle (klein und groß), Klappersack, Planen, Besen (z. B. für Besenpolo), Sprungstangen (für alle möglichen Steuerungs- und Überreithindernisse), Tor (Standfestigkeit muss gewährleistet sein), Pferdehänger, Schubkarren, Ringe, Pylonen, Tonnen, Fahnen, Eimer (ohne Henkel), Strohbündel, Dosen, Kleidung, Hufeisen etc.

All diese interessanten Aufgaben machen einen Geschicklichkeitsparcours zu einem spannenden Wettbewerb mit viel Spaßfaktor. 


Quelle:

Renate Ettl

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