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Ausbildung :: Problem & Lösung

So bereiten Sie Ihre Pferde auf Silvester vor

Wenn am 31. Dezember die Raketen knallen, verbringt so mancher Pferdebesitzer aus Angst um seine Pferde Silvester zu Hause. Ist auf der Koppel und im Stall alles in Ordnung? Hält der Zaun panischen Ausbruchsversuchen stand? Wie kann ich den Stress für meine Pferde verringern? Das sind die Fragen, die jedem durch den Kopf gehen. Wir haben ein paar Ratschläge für diese Nacht für Sie zusammengetragen.
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Crowd wathcing fireworks and celebratingDer letzte Tag des Jahres wird bei uns traditionell mit großem Feuerwerk gefeiert. Für Pferde im Stall am Stadtrand oder auf dem Land, unter Umständen noch auf der Winterweide, sind diese Stunden purer Stress. Dies mit einem „normalen“ Reitpferd zu trainieren ist nahezu unmöglich. Aber man kann sich und das Pferd schon etwas darauf vorbereiten. Nachfolgend sind einige Tipps und Ratschläge von erfahrenen Pferdebesitzern und Fachleuten zusammengefasst.

Vorab-Check bei Weide, Stall und Scheune

Wenn die Pferde noch auf der Weide oder auch Paddock stehen, sollte vorbereitend auf die Silvesternacht der Zaun, das Tor und das Elektrozaungerät sehr genau kontrolliert werden. Der Zaun muss absolut ausbruchssicher sein, ein zusätzliches Flatterband, ein paar Tage vorher angebracht, gibt zusätzliche Sicherheit. Zudem sollten alle überflüssigen Gegenstände vom Paddock entfernt werden, um bei panischen Pferden die Verletzungsgefahr zu minimieren. Direkte Nachbarn, die in der Nähe der Wiese oder des Paddocks wohnen, kann man freundlich bitten, vielleicht auf die Knallerei zu verzichten, sie zumindest zu reduzieren oder sich bewusst auf die von den Pferden abgewandte Seite hin zu orientieren. Wichtig ist, die Scheune oder das Heu- und Strohlager gegen Kracher und Raketen-„Einschlag“ zu schützen. Alle Tore möglichst geschlossen halten und offene Flächen mit Planen abdecken. Ein bereitgestellter Feuerlöscher (möglichst keine Schaumlöscher in Stall und Scheune verwenden!) oder der angeschlossene Wasserschlauch hilft im Notfall, um schnell reagieren zu können.

Stressfaktoren fürs Pferd lindern

Am Tagesablauf sollte schon in den Tagen davor und an Silvester selbst für das Pferd so wenig wie möglich geändert werden. Wenn das Pferd nachts in den Stall soll, schon 2-3 Nächte vorher auch aufstallen. Möglichst keine Angsthasen in Boxen nebeneinander stellen. Das Pferd kann an diesem Tag ruhig etwas mehr arbeiten als üblich, damit es sowohl geistig als auch  körperlich müder ist als sonst . Das Heu darf an diesen Abenden auch überreichlich verteilt werden, oder vor 0:00 Uhr nochmals nachfüttern. Je nach Gegebenheit kann auch ein Verhängen der Stallfenster angebracht sein. Stallfenster und Türen sollten zumindest direkt am Jahreswechsel in jedem Fall geschlossen sein. Das hilft nicht nur gegen den Lärm, sondern es verhindert auch, dass sich ein Silvesterkracher in den Stall verirrt. Viele Stallbesitzer lassen das volle Licht im Stall an, dann sind die Lichtblitze und Leuchtorgeln draußen für die Pferde nicht so erkennbar. Musik im Stall zu spielen kann helfen, die Pferde von der ungewohnten Geräuschkulisse des Feuerwerks abzulenken.

Tierarzt und Heilpraktiker nur in Extremfällen notwendig

Einige Tierärzte empfehlen für besonders nervöse Pferde die Verabreichung von „Vetranquil Granulat“. Es ist ein Neuroleptikum (Nervendämpfungsmittel) und Sedativum (beruhigend). Es ist darauf zu achten, dass das Pferd mindestens zwei Stunden danach kein Futter aufnehmen sollte, da ansonsten Kolikgefahr besteht. Mancher Tierheilpraktiker kann mit einer Gabe von Globuli helfen ein sensibles Pferd zu beruhigen. In jedem Fall, besonders bei geschwächten und alten Tieren, sollten Medikamente oder homöopathische Mittel nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt oder Heilpraktiker verabreicht werden.

Als Ruhepol bleibt der Mensch

Pferde, vor allem Angsthasen, sollte man an Silvester bitte auf keinen Fall allein lassen. Gerade Pferde können sich in ihrer Panik leicht selbst verletzen. Gut ist es mit anderen Einstellern, Reitstallbesitzer und anderen abzusprechen, welche Maßnahmen in dieser Nacht ergriffen werden und wer zur Kontrolle wann vor Ort ist.

Zeigen Pferde Anzeichen von Angst und Panik, sollte der Mensch der Ruhepol bleiben. Nähe, sprechen, streichelnund beruhigen helfen jedem Tier über den lauten Jahreswechsel hinweg. Und meist ist der Krach nach einer halben Stunde sowieso vorbei und die Pferde beruhigen sich von alleine. Ein abschließender Kontrollgang durch Stall, Scheune und zur Weide sollte dann nicht vergessen werden. Einem Neujahrs-Ausritt am Morgen danach steht dann, wenn das Pferd die Nacht gut überstanden hat, nichts mehr im Wege.

Barnboox wünscht Ihnen und Ihrem Pferd auf alle Fälle „Alles Gute im neuen Jahr“!


Quelle:

Barnboox
Bild: Fotolia #119687723

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