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Reitsimulator ist leichter zu reiten als ein Pferd, stresst den Reiter aber mehr

05.08.2015 - Forschende der Vetmeduni Vienna untersuchten kürzlich, ob es für Reiter einen Unterschied macht, am Pferd oder am Simulator zu trainieren. Das Ergebnis: Das Reiten auf einem Simulator ist körperlich weniger anstrengend und weniger komplex, stresst den Reiter aber mitunter mehr als auf einem richtigen Pferd.
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Reitsimulatoren sehen optisch wie ein Pferd aus und sind mit zahlreichen Sensoren auf Zügeln und Steigbügeln ausgestattet. Auf einem Bildschirm taucht der Reiter in einen virtuellen Ritt ein, der zu den Bewegungen des Pferdes passt.
Vor allem Turnierreiter und Jockeys können damit gezielt Bewegungsabläufe wiederholen, ihre Reithaltung optimieren, die Zügelführung und das Fallen vom Pferd üben. Natascha Ille von der Vetmeduni Vienna und ihre Mitarbeiter haben am Graf-Lehndorff-Institut für Pferdewissenschaften zwölf Reiter und Reiterinnen auf einem Springparcours untersucht. Dabei testeten sie Stresslevel und Herzschlagfrequenz während des Ritts auf einem Pferd und einem Reitsimulator. 



Die Herzschlagfrequenz der Reiter war auf dem Pferd insgesamt höher als auf dem Simulator. „Ein Ritt auf dem Simulator ist sowohl körperlich als auch psychisch weniger anstrengend. Die Bewegungsabläufe des Pferdes sind komplexer und die Reaktionen des Pferdes nicht hundertprozentig kalkulierbar“, erklärt Ille.
Die Veränderungen der Herzschlagfrequenz deuten darauf hin, dass das Training auf einem Pferd das sympathische Nervensystem stärker anregt als auf dem Simulator. Das sympathische Nervensystem bewirkt insgesamt eine Leistungssteigerung des Organismus und versetzt den Körper in hohe Leistungsbereitschaft. 



Messungen des Stresshormons Kortisol im Speichel der Reiter zeigten allerdings Stressreaktionen auf dem Simulator. „Das kann daran liegen, dass der Ritt am Simulator ein ganz neues und ungewohntes Erlebnis war, während der Umgang mit Pferden für alle Studienteilnehmer Routine ist“, so Ille.
Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass der Ritt auf einem Pferd wesentlich komplexer für den menschlichen Organismus ist als auf einem Simulator. Ein Simulator könnte jedoch für Anfängerinnen und Anfänger eine gute Vorbereitung auf das eigentliche Reiten sein und bei fortgeschrittenen Turniersportlern das Training mit dem Pferd ergänzen, so das Fazit der Wissenschaftler. 



 


Quelle:

idw-online / Dr. Susanna Kautschitsch / Barnboox

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