1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Panorama :: News-Archiv

Gelenkchips bei Pferden: Forscher wollen genetische Ursache klären

26.03.2014 - Gelenkchips können bei Pferden zu Veränderungen in der Rittigkeit, Schmerzen und Lahmheiten führen. Eine Forschergruppe aus ganz Europa sucht jetzt nach genetischen Markern, um die Veranlagung für Chips nachzuweisen.
Grenzen Sie ihre Suche auf dem Gebiet News-Archiv ein. Mit einem Suchbegriff liefert unsere Datenbank Fachbeiträge zu diesem Thema an.

Die sogenannten Chips sind bei Pferdezüchtern und -händlern eine gefürchtete Erscheinung. Spätestens bei der Ankaufsuntersuchung kann die Entdeckung der frei beweglichen Knorpelteile in Gelenken fatale Folgen haben: Entweder mindern sie den Verkaufspreis erheblich oder der Verkauf platzt gleich ganz. Lahmheiten oder sogar gänzliche Unbrauchbarkeit können die Folgen sein. Ein Zusammenschluss europäischer Forschergruppen hat sich deshalb im Rahmen des HORSEGENE-Projektes zum Ziel gesetzt, genetische Marker zu finden, um die Zuchtstrategien im Hinblick auf die Verbesserung der Pferdegesundheit zu optimieren. Denn selbst wenn die Knorpelteile häufig operativ entfernbar sind, bedeutet dies zumindest Kosten, welche die Verkaufsmarge mindert und die Gefahr von Komplikationen birgt.

Ausbruch in der Wachstumsphase

Die dazugehörige vererbliche Störung heißt Osteochondrose. Dabei erfolgt die Umwandlung von Knorpel zu Knochen in der Wachstumsphase nicht rasch genug, sodass sich im Gelenkbereich statt Knochen eine dicke Knorpelschicht bildet. Durch dieses Phänomen werden die tiefer liegenden Knorpelschichten ungenügend ernährt und können degenerieren. Knorpelstücke lösen sich, schwimmen frei im Gelenk und lösen im ungünstigsten Fall Lahmheiten durch Schmerzen aus.

Neben den Gelenkchips sind noch weitere verbreitete Krankheitserscheinungen im Fokus der Wissenschaftler: die Überempfindlichkeit gegen Insektenstiche sowie das chronisch fortschreitende Lymphödem, bei dem betroffene Pferde unter einer Schwellung der unteren Gliedmaßen leiden, häufig bis hin zu schweren Bewegungsbehinderungen. Die Art der Vererbung dieser Erkrankungen ist sehr komplex.

Die Forschungsergebnisse könnten deshalb in Zukunft helfen, mithilfe der gesuchten Markergene die Zucht zu unterstützen, um bereits bei der Wahl der Zuchtstrategie solche erblichen Erkrankungen zu vermeiden und damit den wirtschaftlichen Schaden zu minimieren. Züchter und Pferdebesitzer könnten von solchen Strategien profitieren, indem sie Behandlungskosten einsparen und Wertminderungen sowie die Unbrauchbarkeit von Freizeit- oder Sportpferden verhindern.


Quelle:

Friederike Heidenhof, www.aid.de

_min