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Erschütternde Spiegel-Recherche zum Pferdefleisch-Skandal: Immer noch Pferdefleisch im Essen!

17.07.2014 – Was vor anderthalb Jahren ans Tageslicht kam, gehörte nach Meinung deutscher Verbraucher längt wieder der Vergangenheit an: Pferdefleisch in der Lasagne, im Döner und anderen Lebensmitteln. Recherchen des Nachrichtenmagazins Spiegel machten nun klar: Es hat sich nicht viel geändert.
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Eine Projektarbeit des Bio-Leistungskurses am Bochumer Schiller-Gymnasium deckte es auf: Bei der Untersuchung von drei Kalbsdönern verschiedener Kabap-Buden stellten sie fest, dass auch die Zutat Pferd enthalten war. Eigentlich hatten die Schüler nur eine molekularbiologische Methode zum Nachweis verschiedener Fleischsorten ausprobieren wollen. Stattdessen deckten sie unfreiwillig einen Skandal auf, den der Spiegel nun veröffentlichte.

„Pferdefleisch ist offensichtlich noch immer allgegenwärtig in deutschen Lebensmitteln – knapp anderthalb Jahre nach dem großen Betrugsskandal“, schreibt Spiegel Online. Nach einigen politischen Diskussionen und Versprechungen verschwand das Thema allerdings wieder aus der Öffentlichkeit. Viele der damals angekündigten Maßnahmen seien jedoch nicht umgesetzt worden, so der Geschäftsführer der Verbraucherorganisation Foodwatch, Thilo Bode, zum Spiegel. Zum Beispiel wurden die gesetzlichen Strafen für Lebensmittelbetrüger nicht erhöht. Auch eine bessere Kennzeichnung der Waren wurde nicht durchgesetzt. Frühwarnsysteme im Fall von Verstößen und verstärkte Kontrollen fehlen ebenso.

„Wir haben im Skandal eine deutliche Delle gesehen, gerade bei Lasagne und Ravioli, aber das Gros der Kundschaft ist wieder da“, sagte Ilona Beuth von der Gesellschaft für Konsumforschung zu Spiegel Online. „Viele Leute sind schnell in die alten Ernährungsmuster zurückgefallen.“ So kamen auch zahlreiche Produkte von damals auf Umwegen wieder zurück in die Regale.

Die Schüler des Schiller-Gymnasiums wurden für ihre Entdeckung nun mit einem Preis von „Jugend forscht“ ausgezeichnet.

 


Quelle:

Spiegel Online / Barnboox

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