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EM Aachen: Mehrere Gold- und Silbermedaillen für deutsche Voltigierer

24.08.2015 – Während die deutschen Kollegen aus anderen Disziplinen teilweise enttäuscht aus Aachen zurückkehren, haben die Voltigierer regelrecht abgesahnt: Zwei Gold-, drei Silber- und eine Bronzemedaille gehen insgesamt auf ihr Konto.
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Bei den Herren: Als Shaolin-Mönch rast, rennt und tobt Jannis Drewell fassungslos mit der Deutschland-Fahne durch das Aachener Deutsche Bank Stadion. Bei seinem ersten Championatsstart hat der 24-Jährige EM-Gold gewonnen. Auch Silber und Bronze gehen an deutsche Voltigier-Herren: die Brüder Thomas und Viktor Brüsewitz. „Ich hatte auf drei Medaillen bei den Herren gehofft“, erklärt die Bundestrainerin Ulla Ramge. „Wir wussten, dass es möglich war. Aber dass es jetzt tatsächlich so gekommen ist, über die vier Runden hier in Aachen, das ist unglaublich.“ Jannis Drewells Kürvorstellung als Shaolin-Mönch gab den Ausschlag. Drewell siegte in der Kür mit 8,732, überholte damit Thomas Brüsewitz in der Gesamtwertung und sicherte sich die Goldmedaille.

Im Pas de Deux: Die amtierenden Europameister der Pas de Deux-Voltigierer haben auch in Aachen komplett überzeugt: Jasmin Lindner und Lukas Wacha aus Österreich haben sowohl den ersten, als auch den zweiten Kür-Wettbewerb gewonnen. Ihr Endergebnis: 8,853. Die Silbermedaille ging an Pia Engelberty und Torben Jacobs aus Deutschland (8,725), Bronzesieger wurde wiederum ein Duo aus Österreich, Evelyn Freund und Stefanie Millinger (8,557). Mit ihrer neuen Kür zu Carmina Burana verzauberte das Gold-Paar auch im zweiten Wettkampf die jubelnden Zuschauer im Deutsche Bank Stadion. Der Sieg in der zweiten EM-Wertungsprüfung war allerdings denkbar knapp. Mit der Note 8,990 lagen die Titelverteidiger an Tag zwei nur 0,077 Notenpunkte vor den Zweitplatzierten Engelberty und Jacobs mit 8,913. Das Silber-Duo zeigte die Vampir-Kür, mit der es schon im vergangenen Jahr Vize-Weltmeister geworden ist. Das Damen-Duo Freund und Millinger folgte mit 8,672 und dem Kürthema „König der Löwen“.

Bei den Damen: Die Schweizerin Simone Jäiser ist neue Europameisterin der Voltigier Damen. Silber ging an Corinna Knauf aus Köln, Bronze gab es für Lisa Wild aus Österreich. Nach drei von vier Wertungsprüfungen lagen die Medaillen-Anwärterinnen ungeheuer dicht zusammen. Klar war: In der finalen Kür würde sich alles entscheiden. Zu einer sehr modernen Fassung von Beethovens 5. Sinfonie turnte Jäiser sicher, akrobatisch und ausdrucksvoll. Am Ende reichte ihr der zweite Platz in der Kür für die Goldmedaille. Corinna Knauf gewann als französische Nationalheldin Jeanne d’Arc mit ihrer Schwester Alexandra Knauf an der Longe beide Kürwettbewerbe. Die Kölnerin hatte auch in der Pflicht, der ersten Wertungsprüfung, dominiert, musste aber im Techniktest mit Platz fünf vorlieb nehmen. Die Silbermedaille war ihr Gesamtergebnis der Europameisterschaften. Die 20-jährige Lisa Wild, auf Robin longiert von Nina Rossin, gewann mit ihrer Kür über den ‚Großen Gatsby’ Bronze.

Im Team: Allen drei Gruppen, die auf den Medaillenrängen in das Kürfinale gegangen sind, unterliefen Fehler, Stürze und Wackler. Als vorletzte Gruppe lief das Team aus Neuss in das Deutsche Bank Stadion ein. Auch ihre ‚Außerirdische Kür’ war nicht ganz astrein vorgetragen. Am Ende wurden die Europameister Zweite in der finalen Kür, das genügte in der Endabrechnung zur Titelverteidigung. In Aachen gehörten zum Neusser Goldteam: Julia Dammer, Janika Derks, Leonie Falkenberg, Johannes Kay, Mona Pavetic und Pauline Riedl.
Noch mehr Pech hatte das Team aus Lütisburg, Schweiz, um Longenführerin Monika Winkler-Bischofsberger. Zwei ihrer Voltigierer hatten während der Kür unfreiwillig das Pferd verlassen. Platz fünf in der Kür brachte die vorher sicher geglaubte Silbermedaille der Schweizer somit kurzzeitig ins Wanken, am Ende ließen sie sich erleichtert und froh doch noch die Silbermedaille umhängen. Mit ihrer letzten Kür haben die Voltigierer aus Frankreich noch einen Platz auf dem Treppchen vor dem Team aus Österreich erobert. Vor der finalen Kür lagen sie auf Platz vier, aber die Franzosen waren die einzigen, die ihre ‚Ice World-Kür’ ohne Fehler turnten, siegten damit im finalen Wettbewerb und sicherten sich Bronze.

 


Quelle:

Aachen 2015 / Barnboox

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