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EM Aachen Dressur: Charlotte Dujardin gewinnt Einzelwertung und Kür, Kristina Bröring-Sprehe jeweils zweite

17.08.2015 - In der Einzelwertung der Dressur hat Weltmeisterin Charlotte Dujardin auf Valegro, wie vielfach erwartet, Gold gewonnen. Auch in der Kür landete das Paar auf dem vordersten Platz, dicht gefolgt jedoch von Kristina Bröring-Sprehe, die mit Desperados in beiden Wettbewerben die Silbermedaille gewann. Bronze ging in der Einzelwertung an Hans-Peter Minderhoud aus den Niederlanden und in der Kür an Beatriz Ferrer-Salat aus Spanien.
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Dressursport wie er spannender nicht sein kann – das war der Tag des MEGGLE-Preises, der ersten Europameisterschafts-Einzelentscheidung in Aachen. Am Ende hatte die Titelverteidigerin und Favoritin des Grand Prix Specials die Nase vorne, aber sie hat es noch einmal extra spannend gemacht: die 30-jährige Britin Charlotte Dujardin mit ihrem olympischen Goldpartner Valegro. „So ein Mist, ich habe nach dem 14. Wechsel aufgehört zu zählen, ich dachte, ich sei schon ‚im Ziel’“, schimpft die Europameisterin  nach ihrem Ritt mit einem kleinen technischen Fehler in der Einzelwertung. 15 Galoppwechsel hätte sie eigentlich reiten müssen. Die 28.000 Aachener Zuschauer feierten die Titelverteidigerin mit ‚standing ovations’ und begeistertem Applaus. Dujardin ist amtierende Olympiasiegerin, Weltmeisterin und – seit heute zum zweiten Mal – Europameisterin. Und das mit neuem Europameisterschaftsrekord: 87,577 Prozentpunkte – das hat es im Grand Prix Special auf einer Europameisterschaft noch nie gegeben.

Kristina Bröring-Sprehe sicherte auf Desperados mit 83,067 Prozentpunkten die Silbermedaille für Deutschland. Bis dahin stand die Europameisterschaft in diesem Jahr unter keinem guten Stern für die deutschen Dressurreiter. Nach ‚nur’ Bronze in der Teamwertung startete Isabell Werth als erste deutsche Reiterin etwas durcheinander in den Einzelwettbewerb und ritt eine falsche Lektion. Mit der Vorstellung ihres Pferdes Don Johnson war sie ansonsten sehr zufrieden. Sie wurde mit 75,924 Prozent am Ende Siebte. Jessica von Bredow-Werndl und Unée landeten mit 74,79 Prozent auf Platz acht.

Auch der Niederländer Edward Gal war als Medaillenfavorit an den Start gegangen, konnte aber seine Prüfung nicht beenden, weil sich sein Pferd, Undercover, während der Prüfung auf die Lippe gebissen hatte und blutete. Das internationale Reglement verlangt in einem solchen Fall das Abklingeln durch den Chefrichter.

Die besten 15 Paare aus dem Grand Prix Special ritten dann am Sonntag um weitere Medaillen im Deutsche Bank Preis, der Grand Prix-Kür. Auch hier wurde es knapp: Kristina Bröring-Sprehe legte mit Desperados die Kür ihres Lebens hin. Fast wäre es vor 38.000 Zuschauern im Aachener Hauptstadion Gold geworden. Am Ende musste sich die 29-Jährige mit ihrem persönlichen Bestergebnis von 88,804 Prozentpunkten haarscharf hinter Titelverteidigerin Charlotte Dujardin mit 89,054 aufstellen. Vier der sieben internationalen Richter sahen die britische Olympiasiegerin auf dem Goldrang, drei hätten Bröring-Sprehe die Goldmedaille um den Hals gehängt.

Die amtierende Weltmeisterin und Olympiasiegerin Dujardin ritt eine tolle Runde zur Filmmusik von ‚Drachenzähmen leicht gemacht’ bis ihr in beiden Galoppwechseln von Sprung zu Sprung zwei deutliche Fehler unterliefen. Das knappe Ergebnis lockte ihr ein schelmisches Grinsen ins Gesicht. „Dass Kristina mir so im Nacken sitzt, macht diesen Sport noch spannender.“ Valegro bekäme jetzt zwei oder drei Wochen Pause und dann starte sie mit ihm schon langsam die Vorbereitungen Richtung Rio.

Bröring-Sprehe hatte eine fehlerlose, harmonische Kür in das Aachener Hauptstadion gezaubert. Als vorletzte Starterin war sie an den Start gegangen und wusste nach ihrer Superrunde:  Alles ist möglich! Kurz habe sie sich geärgert, weil das Gold so greifbar war, aber … „Ich bin rundum zufrieden und wer weiß, vielleicht kann ich im nächsten Jahr noch ein bisschen besser sein“, sprach sie und lächelte angriffslustig in Richtung Europameisterin Dujardin. Bronze ging an die Spanierin Beatriz Ferrer-Salt auf dem 14-jährigen Delgado mit 82,714 Prozent – vielleicht war das die größte Überraschung dieser Europameisterschaften. Eine tolle Runde hatte auch Isabell Werth mit Don Johnson hingelegt. "Wer mir gesagt hätte, dass ich hier mit Don Johnson in Medaillennähe reite, ich hätte es nicht geglaubt", strahlte Werth. "Jetzt ist es knapp Platz vier geworden. Aber ich bin super stolz auf Johnny. Es ist ein gutes Gefühl, mit ihm eine 'zweite Waffe' neben Bella Rose für Rio im Stall zu haben." Werth erhielt für ihren gelungenen Ritt 82,482 Prozentpunkte.

 


Quelle:

Aachen 2015 / Barnboox

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