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Blutegelbehandlung beim Pferd

17.02.2015 - Blutegel existieren bereits seit 450 Millionen Jahren und haben die besondere Strategie der heute medizinisch genutzten Blutegel schon sehr früh ausgeübt - vielleicht schon während des Übergangs der Säugetiere zum Landleben. Durch den Speichel der Blutegel werden entzündungshemmende und schmerzlindernde Stoffe abgegeben. Gleichzeitig wird die Durchblutung angeregt und neue Erythrozyten gebildet.
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Viele Pferde leiden heutzutage unter der Erkrankung Hufrehe. Diese kann durchaus aufgrund verschiedener Ursachen entstehen. Es gibt die Belastungsrehe (traumatische Rehe), sog. Futterrehe (toxische Rehe), die symptomatische, metastatische Rehe und die Geburtsrehe. Die metastatische Rehe spielt in unserer heutigen Gesellschaft eine immer größere Rolle. Hiermit ist die Rehe gemeint, die unter anderem durch das Equine Metabolische Syndrom oder das Equine Cushing Syndrom verursacht wird. Bei einem akuten Reheschub können die Blutegel hier die Durchblutung anregen, die Produktion neuer Erythrozyten fördern und gleichzeitig schmerzlindernde und entzündungshemmende Stoffe durch ihren Speichel abgeben. Bei einer weiteren Unterstützung des Patienten durch spezielle Kräuter kann eine Hufbeinabsenkung verhindert werden. Durch die ganzheitliche Behandlung durch den Tierheilpraktiker kann sogar die Grunderkrankung reguliert werden und ein neuer Reheschub entsteht gar nicht.

Ein weiterer großer Anwendungsbereich ist die Behandlung von Piephacke, Stollbeulen und Genickbeulen. Diese Erkankungen werden immer durch einen entzündeten Schleimbeutel ausgelöst. Bei einem entzündeten Schleimbeutel unter der Schultersehne entsteht gleichzeitig eine Hangbeinlahmheit. Durch die Blutegelbehandlung werden durch den Speichel der Blutegel entzündungshemmende und schmerzlindernde Stoffe abgegeben. Gleichzeitig wird die Durchblutung angeregt und neue Erythrozyten gebildet. Die Schleimbeutelentzündung heilt ab und das Pferd ist wieder lahmfrei.

Die Menschen nutzen Blutegel zur medizinischen Behandlung bereits seit ca. 3000 Jahren. Damals gingen in freier Wildbahn kranke oder verletzte Pferde automatisch zu Wasserstellen in denen frei lebende Blutegel schwammen. Durch die Bewegung der Pferde wurden die Blutegel angelockt und bissen sich an den entzündeten Körperstellen fest. War der Blutegel mit Blut vollgesogen, fiel er automatisch wieder ab und das Pferd wurde durch den Speichel des Blutegels geheilt. Der Blutegel hat in seinem Speichel sowohl ein Sekret mit stark gerinnungshemmender Wirkung (Hirudin), ein Sekret zur Nachblutung und anhaltenden Reinigung der Wunde (Calin), ein antibiotisch wirkendes Sekret (Hyaluronidase) und noch mindestens 24 weitere uns bislang unbekannte Substanzen.

Somit gibt es unzählige weitere Anwendungsbereiche für eine Blutegelbehandlung sowohl bei akuten, als auch chronischen Erkrankungen, als auch in der Nachbehandlung bei Operationen oder von Narben.
 

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Quelle:

Presseschleuder / Tierheilpraktikerin Sandra Hennig

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