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Pferdesport bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio

Pferdesport zählt zu den ältesten Sportdisziplinen und gilt als der älteste Wettbewerb der Welt, der heute immer noch populär ist.
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Pferdesport zählt zu den ältesten Sportdisziplinen und gilt als der älteste Wettbewerb der Welt, der heute immer noch populär ist. Es gibt ein großes Publikum für Sportarten, die mit Pferden zu tun haben – insbesondere Pferderennen, die im Vereinigten Königreich und in den USA besonders beliebt sind. Pferdewetten sind dabei eine der ältesten Formen des Glücksspiels, denn sie sind so alt wie der Sport selbst, und das ist ein Grund dafür, dass sich viele Wetten um diesen Sport drehen. Es gibt noch weitere Faktoren, die Pferderennen zu einem beliebten Wettsport machen, darunter die schnellen Ergebnisse, die hohen Auszahlungen, die Legalität und die vielfältigen Wettmöglichkeiten. Diese Disziplin ist allerdings nicht bei den diesjährigen Olympischen Sommerspielen 2020 in Tokio vertreten. Hier konzentriert man sich auf drei Disziplinen für Einzel- und Mannschaftswettbewerbe:

Tokyo 2020

 

  1. Dressur

Die Mannschaften bestehen aus drei Sportlern, die alle auch um Einzelmedaillen kämpfen, dabei können Nationen auch ohne Mannschaft durch einen Einzelsportler vertreten werden. Die Dressurwettbewerbe beginnen mit dem Grand Prix, der als Qualifikationsprüfung für die Mannschafts- und Einzelwettbewerbe dient. Die Athleten werden in sechs Läufe zu je zehn Athleten eingeteilt, wobei die ersten drei Läufe für den ersten Tag und die restlichen drei Läufe für den zweiten Tag vorgesehen sind. Nach Abschluss der Grand-Prix-Läufe werden die Mannschaftswertungen durch Addition der Einzelwertungen der jeweiligen Teammitglieder ermittelt. Die acht bestplatzierten Mannschaften qualifizieren sich für das Mannschaftsfinale (Grand Prix Special), während sich die beiden bestplatzierten Einzelsportler aus jedem Durchgang sowie die sechs nächstplatzierten Sportler für das Einzelfinale (Grand Prix Freestyle) qualifizieren.

Der Grand Prix Special, mit dem die Mannschaftsmedaillen vergeben werden, ist eine etwas anspruchsvollere Dressurprüfung. Die Grand-Prix-Kür ist offen für 18 Athleten und wird zur Ermittlung der Einzelmedaillen herangezogen. Jeder Sportler entwirft seine eigene Prüfung für die Kür, die mit Musik unterlegt sein und 16 Pflichtbewegungen enthalten muss. Die Reiter können die Prüfung auf die Stärken ihrer Pferde abstimmen und auch schwierigere Bewegungen als im Grand Prix oder im Special einbauen, um ihre Punktzahl zu erhöhen. Die Einzelmedaillen werden auf der Grundlage der Wertungen in der Kür vergeben.

Die deutschen Dressurreiter sind seit jeher am erfolgreichsten und auch bei den diesjährigen olympischen Spielen haben sie nicht enttäuscht. Sowohl in der Einzel- als auch in der Mannschaftswertung hat sich Deutschland Gold sichern können. Isabell Werth ist und bleibt dabei die erfolgreichste Dressurreiterin aller Zeiten.

  1. Vielseitigkeit

Die Wettkämpfe um Mannschafts- und Einzelmedaillen finden gleichzeitig statt. Jeder Athlet reitet auf demselben Pferd und absolviert eine Dressurprüfung, einen Geländeritt und ein Springen. Bei der Vergabe der Mannschaftsmedaillen werden die Punkte der Teammitglieder aus allen drei Prüfungen addiert. Die Mannschaft mit der geringsten Anzahl an Strafpunkten gewinnt die Goldmedaille. Die 25 besten Einzelsportler nach dem ersten Sprungdurchgang absolvieren einen zweiten, abschließenden Sprungdurchgang zur Ermittlung der Einzelmedaillen. Die Einzelkämpfer absolvieren also eine Dressur- und eine Geländerunde sowie zwei Springrunden. Athleten, die aus verschiedenen Gründen eine der Phasen nicht beginnen oder beenden, werden aus dem Einzelwettbewerb ausgeschlossen. Mannschaften mit ausgeschiedenen Athleten erhalten Strafpunkte: 100 Strafpunkte für jeden ausgeschiedenen Athleten in der Dressur- und Springphase und 200 Strafpunkte für jeden ausgeschiedenen Athleten in der Geländephase. Während sie vom Einzelwettbewerb ausgeschlossen sind, können ausgeschiedene Athleten in den folgenden Phasen weiterhin für ihre Mannschaft antreten, es sei denn, sie wurden wegen Lahmheit, Sturz des Pferdes, Missbrauch des Pferdes oder aus anderen Gründen disqualifiziert. Die Mannschaften können zu jedem Zeitpunkt des Wettkampfes zusätzlich einen Ersatzathleten vorschlagen. In diesem Fall erhält die betreffende Mannschaft 20 zusätzliche Strafpunkte.

Auch hier konnte sich Deutschland in der Einzelwertung Gold sichern, während Großbritannien Gold in der Mannschaftswertung holte.

  1. Springen

Einzel- und Mannschaftswettbewerbe werden getrennt durchgeführt. Der Einzelwettbewerb steht zuerst an, dauert zwei Wettkampftage und der erste Wettkampftag dient als Qualifikation, bei der insgesamt 75 Athleten starten dürfen. Jeder Athlet bewältigt den gleichen Parcours, der 12 bis 14 nummerierte Hindernisse umfasst. Die Athleten werden nach der Anzahl der gesammelten Strafpunkte eingestuft, und die besten 30 kommen ins Einzelfinale. Im Falle eines Gleichstandes um den letzten Qualifikationsplatz werden die Athleten durch die Zeit ihrer Runde getrennt. Das Einzelfinale findet auf einem anderen Parcours statt, der 12 bis 15 nummerierte Hindernisse umfasst. Die Athleten werden erneut nach der Anzahl der Strafpunkte gereiht. Sind zwei oder mehr Athleten punktgleich auf einem Medaillenplatz, wird der Gleichstand durch ein Stechen entschieden. Der erste Tag des Mannschaftswettbewerbs dient als Qualifikationsrunde und ist für insgesamt 20 Mannschaften geöffnet. Am Ende der Qualifikation erhalten die Teams ihre Platzierung durch Addition der Strafen für die drei Teammitglieder. Die 10 besten Mannschaften auf der Grundlage der Qualifikationsergebnisse kommen in das Mannschaftsfinale. Im Falle eines Gleichstandes um den letzten Qualifikationsplatz werden die Teams durch die kombinierte Zeit ihrer drei Teammitglieder getrennt. Das Mannschaftsfinale wird auf einer anderen Strecke ausgetragen. Die Teams werden erneut nach der kumulierten Anzahl der Strafpunkte ihrer Teammitglieder gereiht. Wenn zwei oder mehr Mannschaften um einen Medaillenplatz gleichauf liegen, wird der Gleichstand durch ein Stechen entschieden.

Im Springsport hatte Deutschland immer die Nase vorn, Ludger Beerbaum war dabei stets in aller Munde, der etliche Goldmedaillen in der Einzel- und Mannschaftswertung gewinnen konnte. Dieses Jahr aber sind nur spärlich große Namen für Deutschland in Tokio vertreten. Auch im Einzelspringen konnte sich hier Großbritannien die Goldmedaille sichern. Nächstes Jahr stehen die Weltmeisterschaften im Springen an und wir dürfen gespannt sein, wie die Deutschen abschneiden werden.


Quelle:

admin