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Reiter :: Gesundheit

Therapie mit Pferden – nur durch gut ausgebildete Fachleute durchführen

Therapeutisches Reiten ist für viele kranke oder beeinträchtigte Menschen eine wertvolle Hilfe. Das Deutsche Kuratorium für Therapeutisches Reiten (DKThR), einer der größten Fachverbände, bietet für Interessierte aus verschiedenen Berufen Weiterbildungen an, die sie für eine der vier Fachrichtungen des Therapeutischen Reitens – Hippotherapie, Heilpädagogische Förderung mit dem Pferd, Reiten als Sport für Menschen mit Behinderung und Ergotherapie mit dem Pferd - qualifizieren. Auf eine solche Qualifizierung sollten alle, die Therapeutisches Reiten nutzen möchten, bei der Auswahl des Therapeuten achten.
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Unter Therapeutischem Reiten versteht man einen Behandlungsansatz für Menschen, der pädagogische, psychologische oder psychotherapeutische sowie rehabilitative oder integrative Maßnahmen über das Medium Pferd verwirklicht. Schon aus diesem Ansatz wird deutlich, dass nicht jeder, der ein Pferd besitzt oder einen Reitbetrieb führt, einem Patienten oder einem Menschen mit Behinderung Therapeutisches Reiten anbieten kann.

 

Qualitätssicherung im Therapeutischen Reiten

Bezeichnungen wie „Reittherapeut“, „Therapie mit Pferden“ und andere sind nicht geschützt, dahinter steht deshalb nicht automatisch eine anerkannte Ausbildung mit überprüfbarem Abschluss. „Therapien“ durch nicht qualifizierte Anbieter bergen aber potentielle Gefahren. So erhalten behandlungsbedürftige Patienten womöglich ungeeignete oder gar schädliche Maßnahmen. Die eingesetzten Pferde leiden infolge von Überforderung oder unsachgemäßer Durchführung unter Störungen von Gesundheit und Wohlbefinden. Mangelnde Sachkenntnis beim Betreiber kann auch zur Gefährdung der Sicherheit von Mensch und Pferd führen.

 

Ohne fachgerechte Ausbildung geht es nicht

Die „staatlich geprüfte Fachkraft für die heilpädagogische Förderung mit dem Pferd“ ist derzeit die einzige staatlich anerkannte Ausbildung im Bereich des Therapeutischen Reitens.

Das Deutsche Kuratorium für Therapeutisches Reiten e.V. (DKThR) setzt sich bereits seit Jahrzehnten für eine fachgerechte Ausbildung, die das ganze Spektrum im Therapeutischen Reiten umfasst, ein.

In den vier Fachbereichen

·         Hippotherapie

·         Heilpädagogischen Förderung

·         Ergotherapie mit dem Pferd

·         Reiten als Sport für Menschen mit Behinderung

werden verschiedene Ausbildungs- und Fortbildungsmaßnahmen angeboten.

Qualifikation im Therapeutischen Reiten nach DKThR

Die fachliche Qualitätssicherung der (zweibeinigen) Therapeuten steht auf drei Säulen. Die erste Säule ist ein Studium oder eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem einschlägigen Fachbereich, verbunden mit einer hohen reiterlichen Qualifikation. Danach kommt die Zusatzausbildung des DKThR zu einer Fachkraft mit anerkanntem Abschluss in einem Teilgebiet des Therapeutischen Reitens. Als dritte Säule gibt es permanente Weiterbildungsangebote zur Vertiefung, Ergänzung und Aktualisierung des Berufsbildes.

Ergänzt werden diese Ausbildungen durch Qualifizierungsangebote für Hilfskräfte: Ausgebildete „Assistenten im Therapeutischen Reiten“ bringen sich unterstützend in die Therapie mit Pferden ein, etwa im Rahmen eines Ehrenamtes.

Dazu Frau Marion Drache, Leiterin des Zentrums für Therapeutisches Reiten Johannisberg e.V. in Windhagen: „Die Mitarbeiterinnen unseres Therapieteams haben nach ihrer Berufsausbildung zur Physiotherapeutin oder Pädagogin die Zusatzqualifikationen des Deutschen Kuratoriums für Therapeutisches Reiten (DKThR) absolviert und verfügen über langjährige Erfahrung in der Reittherapie. Sie werden unterstützt von qualifizierten Assistenten und Pferdeführern.“

Hippotherapie: Therapeutisches Reiten bei Bewegungsstörungen

In der Hippotherapie sind Physiotherapeuten („Krankengymnasten“) und Ärzte tätig. Beim Vorliegen der vorgeschriebenen beruflichen und pferdefachlichen Grundqualifikation kann die mehrstufige Weiterbildung über das DKThR begonnen werden.

Nach erfolgreich abgelegter Abschlussprüfung sind Hippotherapeuten (DKThR) befähigt, vor allem neurologische Bewegungsstörungen infolge von Erkrankungen und Schädigungen des Zentralnervensystems oder des Stütz- und Bewegungsapparates zu behandeln, beispielsweise bei Querschnittslähmung oder Multipler Sklerose.

Heilpädagogische Förderung mit qualifizierter Reittherapie

Bei der Heilpädagogischen Förderung wird über das Medium Pferd die soziale und geistige Entwicklung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen positiv beeinflusst, sowohl präventiv als auch therapeutisch. Diese Maßnahmen werden von Reit- und Voltigierpädagogen oder staatlich geprüften Fachkräften in der Heilpädagogischen Förderung mit dem Pferd durchgeführt.

Beide Weiterbildungen werden vom DKThR angeboten und stehen ausgebildeten Fachkräften aus den Bereichen Psychologie und Pädagogik offen. Wer eine Ausbildung oder ein Studium in diesen Bereichen absolviert hat und über die geforderten reiterlichen Qualifikationen verfügt, wird zugelassen.

Ergotherapie mit dem Pferd

Ergotherapeuten unterstützen Menschen dabei, in ihrem Alltag handlungsfähiger zu werden und besser am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Das Angebot richtet sich an Menschen, die im Hinblick auf Wahrnehmung, Neurophysiologie oder Psychomotorik Unterstützung in ihrer Entwicklung benötigen.

Staatlich anerkannte Ergotherapeuten mit mindestens einem Jahr Berufserfahrung und reiterlicher Qualifikation können durch die Weiterbildung zur Fachkraft in der ergotherapeutischen Behandlung mit dem Pferd zugelassen werden.

Reitsport für Menschen mit Behinderungen

Dieser Teilbereich des Therapeutischen Reitens öffnet den Reit-, Fahr- und Voltigiersport für Menschen mit einer körperlichen Einschränkung oder einer Sinnesschädigung. Reiten als Sport für Menschen mit Behinderungen stellt eine wichtige inklusive Maßnahme dar.

Ermöglicht wird dies durch Reitausbilder mit der Zusatzqualifikation „Ausbilder im Reitsport für Menschen mit Behinderung (DKThR): Qualifikation für den inklusiven Reitsport“, die durch den Besuch eines einwöchigen Kompaktkurses mit Abschlussprüfung erworben werden kann.

Weitere Qualitätssicherung

Unter dem Motto „Wissen vertiefen – Impulse sammeln – Qualität sichern“ wird vom DKThR ein breites Angebot an Fachseminaren für ausgebildete Fachkräfte angeboten. Alle zwei Jahre finden Fachtagungen statt; diese dienen auch dem interdisziplinären Austausch und vertiefen die erworbenen Kompetenzen.

„Regelmäßige Supervisionen ein bis zweimal pro Jahr, sowie der permanente kollegiale Austausch und die Beratung mit den anderen Therapeuten sind bei uns obligatorisch zur ständigen Qualitätssicherung“ so Frau Marion Drache, als Beispiel wie ernst einzelne Therapeutische Betriebe die Qualität ihres Behandlungsangebotes nehmen.


Quelle:

Zentrum für Therapeutisches Reiten Johannisberg e.V., Angelika Schmelzer