1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Reiter :: Gesundheit

Betriebe für Therapeutisches Reiten, was macht sie empfehlenswert?

Die Ansprüche an anerkannte Therapiebetriebe nach den Vorgaben des Deutschen Kuratoriums für Therapeutisches Reiten (DKThR) sind hoch. Nicht nur die zwei- und vierbeinigen Therapeuten müssen qualifiziert sein, auch die betrieblichen Voraussetzungen müssen stimmen: An Anlage, Management, Einrichtung, Infrastruktur und Ausrüstung werden in allen Fachrichtungen des Therapeutischen Reitens hohe Maßstäbe angelegt.
Grenzen Sie ihre Suche auf dem Gebiet Gesundheit ein. Mit einem Suchbegriff liefert unsere Datenbank Fachbeiträge zu diesem Thema an.

In den „Durchführungsbestimmungen in den vier Fachbereichen des Therapeutischen Reitens“ des DKThR ist detailliert festgehalten, welchen Kriterien Therapiebetriebe genügen müssen und welche Rahmenbedingungen („Setting“) im Einzelnen zu schaffen sind. Die „Richtlinien für die Anerkennung und Kennzeichnung von Einrichtungen des Therapeutischen Reitens“ sind Grundlage für die Ausweisung von anerkannten Therapiebetrieben – für Interessenten wie Kostenträger gleichermaßen eine wichtige Entscheidungshilfe. Die auf Antrag und nach vorheriger Besichtigung durch eine Kommission vergebene Kennzeichnung anerkannter Therapiebetriebe wird durch ein Schild dokumentiert, auf dem Gültigkeitsdauer und Fachbereich vermerkt sind.

Hoher Anspruch an Therapiebetriebe

Für alle Fachbereiche gelten die einschlägigen Sicherheitsbestimmungen der FN, des DKThR und der Berufsgenossenschaften bezüglich der Ausrüstung von Pferd und Reiter (z.B. Helmpflicht beim Heilpädagogischen Reiten).

 

Regelmäßige Weiterbildungen des Personals ergänzen die Anforderungen bezüglich der Sicherheit. So führt zum Beispiel das Zentrum für Therapeutisches Reiten Johannisberg e.V. in Windhagen jedes Jahr in Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz eine Erste-Hilfe Schulung mit dem gesamten Therapieteam durch. Im Rahmen dieser Schulung wird u.a. auch das Verhalten in Notfallsituationen geübt.

Neben der Qualifizierung des Personals, der Eignung der Therapiepferde und der Abwendung möglicher Gefahren und Risiken spielt die Ausstattung der Anlage und die Gestaltung der Rahmenbedingungen eine entscheidende Rolle.

Bauliche Voraussetzungen – die Grundlage

Es ist geregelt, welche Infrastruktur für das Angebot reittherapeutischer Maßnahmen vorhanden sein muss. So sind Mindestgröße und Ausstattung von Reithallen oder fest umzäunten Reitplätzen vorgegeben. Zudem gehören behindertengerechte sanitäre Einrichtungen, ein beheizbarer Warteraum und eine Erste-Hilfe-Ausrüstung zum Standard. Auf jeder reittherapeutischen Anlage muss ein Telefon vorhanden sein und es sind wichtige Telefonnummern wie Notruf, Arzt, Tierarzt und Schmied durch einen Anschlag schnell und für jedermann zugänglich, einsehbar.

Sicherheit geht vor bei der Reittherapie

Ausreichend Platz ist ein ganz wichtiger Faktor. In der Hippotherapie, im Heilpädagogischen Reiten und Voltigieren, bei der ergotherapeutischen Behandlung mit dem Pferd sowie im Reiten als Sport für Menschen mit Behinderungen werden Gruppen oder aber Einzelpatienten/-klienten häufig so betreut, dass in der Reithalle oder auf dem Außenplatz keine weiteren Aktivitäten stattfinden. Die Hippotherapie findet gar ganz unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Gute Therapiebetriebe sind auch daran zu erkennen, dass hier besonders auf Sauberkeit und Ordnung geachtet wird, keine potentiell gefährlichen Gegenstände herumliegen und es in einer entspannten und freundlichen Atmosphäre ruhig und gelassen zugeht.

Spezialausrüstung für die Reittherapie

Fest installierte (elektrische Lifter) und bewegliche (Rampen, fahrbare Treppen) Aufsitzhilfen sind vor allem in den Fachbereichen Hippotherapie und Reiten als Sport für Menschen mit Behinderungen essentiell. Je nach Einsatzgebiet ist das Pferd unterschiedlich ausgerüstet. Spezialsättel, eigens angefertigte Zügel und manche Hilfszügel kompensieren diverse Einschränkungen von Reitern mit Behinderung. In anderen Fachbereichen wird das Pferd mit einem dicken Pad, einem Spezialgurt (Voltigiergurt oder einem Gurt mit einem mittigen Griff oder zwei seitlichen Griffen) und einem Trensengebiss ausgestattet. Zusätzlich trägt das Pferd häufig Hilfszügel (Ausbinder). Sättel sind mit speziellen Sicherheitssteigbügeln oder Körbchenbügeln versehen. Besonders bei der ergotherapeutischen Behandlung mit dem Pferd kommt psychomotorisches Übungsmaterial zum Einsatz, so sollten Cavaletti, Pylone und Stangen vorhanden sein.

Oft reicht schon ein Blick auf den Eingang zu einem Therapiebetrieb. Prangt hier stolz und weithin sichtbar das Schild des DKThR kann man sicher sein, dass auch hinter den Kulissen den strengen Anforderungen der Richtlinien genügt wird.


Quelle:

Zentrum für Therapeutisches Reiten Johannisberg e.V., Angelika Schmelzer