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Haltung :: Weidemanagement

Weide düngen – für gesunde Pferde

„Gesunder Boden, gesunde Pflanzen, gesunde Pferde“ – dieser Grundsatz hat nach wie vor Gültigkeit. Unter den Maßnahmen des Weidemanagements nimmt die Düngung eine besondere Rolle ein. Eine maßgeschneiderte Düngung liefert der Pferdeweide nicht nur die notwendigen Nährstoffe für einen ertragreichen Aufwuchs, sondern vermindert die Parasitenbelastung und das Wachstum unerwünschter Pflanzen.
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Wie ein Pferd Futter benötigt, um wachsen oder eine Arbeitsleistung erbringen zu können, brauchen auch Pflanzen Nährstoffe, die sie über die Wurzeln dem Boden entziehen. Findet kein Nährstoffkreislauf statt, sondern wird der Pflanzenaufwuchs genutzt (zur Heugewinnung oder Beweidung), nimmt der Gehalt an Nährstoffen im Boden mit der Zeit ab. Düngung füllt den Nährstoffspeicher immer wieder auf und sichert so zuverlässig den Ertrag.

Gesunde Weide, gesundes Pferd

Über die Düngung können aber noch weitere Effekte erzielt werden, so lässt sich beispielsweise die Pflanzengesellschaft beeinflussen. Unerwünschte Pflanzen machen sich oft dann breit, wenn der Boden Defizite an bestimmten Nährstoffen aufweist – dies begünstigt Pflanzen, die mit diesem Mangel gut zurechtkommen. Anspruchsvollere Gräser, Kräuter und Leguminosen werden bald verdrängt. Auch das Bodenmilieu kann über die Düngung positiv beeinflusst werden. Für die meisten Pferdehalter spielen beide Aspekte „Ertrag“ und „Vielfalt der Pflanzengesellschaft“ eine große Rolle; eine ausgewogene, auf den Boden abgestimmte Düngung fördert die Vielfalt im Bewuchs und sichert gleichzeitig einen guten Ertrag.

 

„Das Pferd ist, was es frisst“ – lautet ein weiterer Grundsatz. Auf ertragreichen Weiden mit ausgewogenem Bewuchs und Nährstoffgehalt geht es den Pferden gut. Das gilt insbesondere, aber nicht ausschließlich, für Zuchtpferde. So entwickeln etwa Fohlen nur dann ein gesundes Knochengerüst, wenn sie über ihr Futter – Stutenmilch, Weidegang – die entscheidenden Mineralstoffe Kalzium und Phosphor in ausreichender Menge und korrekter Gewichtung aufnehmen. Auch dies setzt eine entsprechende Düngung voraus.

Kalkstickstoff für Pferdeweiden

Im Zusammenhang mit der Pferdegesundheit spielt Kalkstickstoff eine herausragende Rolle. Dieser klassische Dünger für Pferdeweiden liefert nicht nur den für einen guten Ertrag entscheidenden Stickstoff und den wichtigen Mineralstoff Calcium, sondern hat darüber hinaus wichtige Nebeneffekte: Bei korrektem Einsatz mindert er die Zahl infektiöser Parasitenstadien auf der Weide, denn diese sind gegen die direkte Einwirkung des Düngers empfindlich. Mit anderen Worten: Auf einer sachkundig mit Kalkstickstoff gedüngten Weide leben unsere Pferde gesünder, Düngung und Weidehygiene hängen eng zusammen. Damit nicht genug: Kalkstickstoff vermag auch die Pflanzengesellschaft günstig zu beeinflussen. Unerwünschter Bewuchs von  Pflanzen, die von Pferden gemieden werden oder sogar giftig sind, kann so ohne den Einsatz von Herbiziden zurückgedrängt werden. Damit ist mehr Platz für ertragreiche, gesunde Weidepflanzen. So haben Versuche gezeigt, dass selbst das hochgiftige Jakobskreuzkraut durch eine regelmäßige Kalkstickstoff-Düngung erfolgreich aus dem Grünland verdrängt werden kann.

„Die Bodenhygiene ist wichtiger denn je, um Pferde gesund zu halten“, so Dr. Klasse von der Firma AlzChem, einem führenden Hersteller von Kalkstickstoffdünger (Perlka®). Er führt weiter aus: „Kalkstickstoff ist der einzige Dünger, welcher das Nährelement Stickstoff in der sogenannten NCN-Bindungsform enthält. Dies trägt zum einen dazu bei, dass die Pflanzen über einen längeren Zeitraum bedarfsgerecht mit Stickstoff versorgt werden. Zum anderen erhöht die Kalkstickstoffdüngung die biologische Aktivität des Bodens“.

Düngen mit dem richtigen Maß

Oft reicht dem Profi ein Blick über den Aufwuchs einer Weide oder Heuwiese und er kann anhand gewisser Zeigerpflanzen Rückschlüsse auf Bodenqualität und Nährstoffspeicher ziehen. Genauen Aufschluss aber liefern nur Bodenproben, die in Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalten (LUFA, www.vdlufa.de) unter die Lupe genommen werden. Je nach Fragestellung geben sie Aufschluss über zahlreiche Bodenparameter.

Bodenproben werden aus jeweils einer einheitlichen Fläche entnommen, weitgehend unabhängig von deren Größe (1-5 Proben/ha). Mit einem speziellen Bohrstock werden dazu aus einer Tiefe von etwa 10 cm (Grundnährstoffanalyse) die Proben gezogen, daraus wird eine Mischprobe mit insgesamt bis zu 0,5 kg Gewicht hergestellt. Die Analyse der LUFA liefert dann nicht nur Hinweise auf die aktuelle Zusammensetzung und Beschaffenheit des Bodens, sondern auch auf  die geeignete Düngung.

Um die Nährstoffspeicher des Bodens aufzufüllen, kommen außer Kalkstickstoff auch Volldünger oder Einzeldünger zum Einsatz. Volldünger enthalten, wie der Name schon sagt, alle wichtigen Nährstoffe und können eine Weide in einem Arbeitsgang aufwerten, doch ist dabei eine gezielte Einflussnahme auf die spezielle Bodenbeschaffenheit unmöglich und es besteht die Gefahr einer Überdüngung. Wertvolle Nährstoffe, die im Boden bereits ausreichend vorhanden waren, können dann unter Umständen in das Umfeld und damit auch in Gewässer ausgetragen werden. Aufwändiger, dabei aber für die Umwelt besser verträglich und letztlich effektiver ist der Einsatz von Einzeldüngern, mit denen gezielt auf die Ergebnisse einer Bodenuntersuchung eingegangen werden kann.

Düngeverordnung beachten

Es ist zu vermeiden, Düngemittel bei großer Nässe auszubringen, da sie dann oft an den oberirdischen Pflanzenteilen haften oder beim nachfolgenden Regen direkt ausgeschwemmt werden. Bei der Düngung sind entsprechende Rechtsgrundlagen bezüglich der Düngemittel (in Deutschland sind dies Düngemittelgesetz sowie Düngemittelverordnung) und deren Anwendung (Düngeverordnung) zu beachten.


Quelle:

Quelle: Angelika Schmelzer
Bilder: RAUCH Landmaschinenfabrik GmbH, AlzChem AG