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Panorama :: Glossar

Glossar

Unsere Wissens-Datenbank ist voller Informationen und Fakten rund ums große Thema Pferd. Dabei tritt immer wieder das eine oder andere Fachwort aus der Reiter- oder Medizinersprache auf, das für manche Leser vielleicht erklärungsbedürftig ist. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit und abgestimmt auf unsere Wissens-Datenbank haben wir Ihnen deshalb ein Barnboox-Glossar zusammengestellt, das laufend erweitert wird. Sollten Sie darin einen bestimmten Begriff vermissen, liefern wir diesen natürlich gerne nach.
Grenzen Sie ihre Suche auf dem Gebiet Glossar ein. Mit einem Suchbegriff liefert unsere Datenbank Fachbeiträge zu diesem Thema an.

A

Ammenstute Eine Stute, die ihr Fohlen nach der Geburt verloren hat und somit für mutterlose Fohlen als „Ersatzmutter“ zur Verfügung stehen kann.

Amtstierarzt Bei behördlichen Einrichtungen wie dem Landratsamt, der Bezirksregierung, Landesregierung oder einer kreisfreien Stadt ist der Amtstierarzt mit der Betreuung des öffentlichen Veterinärwesens betraut. Das Aufgabengebiet umfasst u.a. neben dem Tierschutz und der Tierseuchenbekämpfung auch die Überwachung der Herstellung und des Handels von Lebensmitteln tierischen Ursprungs und von Tierarzneimitteln.

Anämie Umgangssprachlich wird die Anämie als Blutarmut bezeichnet, wobei man eine Verminderung der Hämoglobinkonzentration im Blut versteht. Das Hämoglobin ist ein sauerstofftragendes Protein und befindet sich überwiegend in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Bei einem Erythrozytenmangel (Erythrozytopenie), zum Beispiel durch Blutverlust, Hormonstörungen, Mangelerkrankungen etc.), kommt es deshalb automatisch zu einer Sauerstoffunterversorgung.

Anlehnung Unter dem Begriff Anlehnung versteht man die stetige, leicht federnde Verbindung zwischen Hinterhand, Pferderücken, Reiterhand und Pferdemaul. Sie ist die Grundlage für das feine Reiten höherer Lektionen, aber auch für die Gesunderhaltung des Pferdes. In der → Skala der Ausbildung der FN wird sie als dritter Punkt als Folge von Takt und Losgelassenheit erreicht.

Aussacktraining Desensibilisierung des Pferdes gegenüber verschiedenen Reizen, um das Scheuen zu verringern. Die Pferde werden mit geduldigem, wiederholenden Aufgaben an Gegenstände und Geräusche gewöhnt wie Plastikplanen, Motorengeräusche  und verschiedenste Hindernisse.

Außengalopp siehe → Handgalopp.

B

Ballotade/ Kruppade Lektion der Hohen Schule: Die Ballotade entwickelt sich aus der →Piaffe oder →Pesade. Beim Absenken der Vorhand gibt der Ausbilder eine Gertenhilfe auf die Kruppe des Pferdes, wodurch dieses mit den Hinterbeinen abspringt und dabei nahezu waagrecht in der Luft schwebt. Die Hinterbeine sind bei der Kruppade stärker angezogen (die Hufe zeigen zum Boden), bei der Ballotade etwas nach hinten ausgestellt (die Hufe zeigen nach hinten).

Biestmilch siehe → Kolostralmilch.

Biomechanik Unter Biomechanik versteht man im wissenschaftlichen Sinne die mit dem Bewegungsapparat in Verbindung stehenden biologischen Systeme und der von ihnen erzeugten Bewegungen. Mittels dieser interdisziplinären Wissenschaft werden eine ganze Bandbreiten von Bewegungen – angefangen vom einfachen Gang bis hinzu komplizierten Vorgängen (z.B. im Leistungssport) – untersucht, beschrieben und beurteilt.

Blockade Unter einer Blockade versteht man eine somatische Dysfunktion eines Gelenks oder gelenknaher Strukturen.

Bokashi Der Begriff Bokashi stammt aus dem Japanischen und bedeutet so viel wie „fermentierte organische Substanz“. Dabei versteht man eine Kompostierungsmethode, bei der eine Mischung von Mikroorganismen verwendet wird, die unter anderem die Entstehung von Faulgasen und Schimmelpilzen unterdrückt.

Breeding Stock Alter Begriff für „Solid Paint Bred Horse“. Bezeichnung für einfarbige Nachkommen von (gescheckten) Paint Horses.

C

CAI Concours d´Attelage International (Gespannfahren)

CCI Concours Complet d`Équitation International (Vielseitigkeitsreiten)

CDI Concours de Dressage International (Dressurreiten)

CEI Concours de Raid Endurance International (Distanzreiten)

CHI Concours Hippique International (beinhaltet mehr als eine Disziplin)

CHIO Concours Hippique International Officiel – Internationales Turnier, das jedes Land nur einmal pro Jahr und Disziplin austragen darf. Dieses Turnier wird zusätzlich mit einem „O“ für „Officiel“ betitelt. Es muss in der jeweiligen Disziplin Wettkämpfe für Einzel- und Mannschaftwettbewerbe beinhalten. Einmal im Jahr wird in Deutschland das CHIO in Aachen ausgetragen.

CIC Concours International Combiné (Vielseitigkeitsreiten)

Courbette Lektion der klassischen Reitkunst. Der Schulsprung wird aus der →Levade entwickelt und stellt mehrere Sprünge auf der Hinterhand dar, ohne dass die Vorhand den Boden berührt.

CPEI Concours Para Equestrian International (Behindertenreiten)

CRI Concours de Reining International (Reining)

Crop-Out Gescheckter Nachkomme (Paint Horse) von (einfarbigen) Quarter Horse-Eltern.

CSI Concours de Saut d`Obstacles International (Springreiten)

CVI Concours de Voltige International (Voltigieren)

D

Durchlässigkeit Zielsetzung der Ausbildung eines Pferdes, welcher die einzelnen Stufen der Ausbildungsskala vorausgehen: Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung, Geraderichten und Versammlung.

E

Eingeknickte Hüfte Ein häufiger Sitzfehler des Reiters, der hierbei meist eine Schulter hängen lässt und es so zum Einknicken der Hüfte und damit zum seitlichen Kippen des Beckens kommt. Als Folge davon schiebt der Reiter sein Gewicht auf die entgegengesetzte Seite und sitzt somit nicht mehr in Balance.

Embryotransfer Technik, bei der Embryonen von einer Stute in die Gebärmutter einer anderen Stute eingesetzt werden.

Enzym (früher: Ferment) Enzyme sind Stoffe, die mehrere biochemische Reaktionen katalysieren können. Es handelt sich um Eiweißstoffe, die bei Stoffwechsel aller Organismen eine entscheidende Rolle spielen. Sie senken die notwendige Aktivierungsenergie der biochemischen Vorgänge, beschleunigen sie und lassen sie in eine bestimmte Richtung ablaufen, ohne selbst verändert zu werden.

Equidenpass siehe → Pferdepass

Exterieur Als Exterieur wird das äußere Erscheinungsbild des Pferdes bezeichnet. Alternative Begriffe sind „Gebäude“ oder „Phänotyp“.

F

Fohlenrosse Die Fohlenrosse ist die erste Rosse einer Stute, die sich bei ihr nach der Geburt ihres Fohlens einstellt.

Follikel Bläschen – in der Zucht ist das Ovarialfollikel gemeint, das so genannte Eibläschen, das aus der Eizelle und den umgebenden Hilfszellen (das sind Follikelepithelzellen und deren Bindegewebsschicht) im Eierstock besteht.

Foundation Horse Ein Foundation Horse ist ein Pferd, dessen Blutlinien zum Großteil auf Rassebegründer zurückgehen. Mit dem Einsatz von Foundation Horses in der Zucht will man sicherstellen, dass der Rassetyp in seiner ursprünglichen Form weitestgehend erhalten bleibt.

G

Gelenkchips Knochenfragmente, die als freie Gelenkkörper die Gelenkfunktionalität beeinträchtigen und zu Lahmheiten führen können. Es handelt sich in der Regel um eine entwicklungsbedingte Erkrankung, da sich vom wachsenden Knorpel Fragmente von der Gelenkfläche lösen und als freie Gelenkfragmente verknöchern. Medizinisch wird die Erkrankung OCD (Osteochondrosis dissecans) bezeichnet. Auch der Begriff „Gelenkmäuse“ ist gebräuchlich.

H

Handgalopp Als Handgalopp bezeichnet man die Galoppart, bei der innerhalb einer Reitbahn das innere (zur Bahnmitte liegende) Beinpaar weiter vorgreift. Beim Vorgreifen des äußeren Beinpaars spricht man hingegen vom Außengalopp.

Hankenbeugung Die stärkere Abwinkelung (Beugung) der drei großen Hinterhandgelenke (Hanken): Kniegelenk, Sprunggelenk und Hüftgelenk. Die Hankenbeugung dient zur vermehrten Lastaufnahme in der Versammlung. Dabei senkt sich die Kruppe ab. Die größtmögliche Hankenbeugung findet in der →Levade statt.

Hereditär Synonym für erblich, angeboren, ererbt

Heulage  Auch als „Gärheu“ bezeichnet. Während für die → Silage junges Gras geschnitten wird, mäht man das Gras für Heulage später, meist kurz nach der Blüte. Das Gras wird nach dem Schnitt auf ca. 50-60% Trockenmasse getrocknet, gepresst und schließlich luftdicht einfoliert. Heulage hat einen niedrigeren Rohproteingehalt als Silage und ist deshalb besser als Pferdefutter geeignet als Silage.

Hinter der Senkrechten Geht ein Pferd mit der Nasenlinie „hinter der Senkrechten“, handelt es sich um einen Ausbildungsfehler in der → Anlehnung. Dabei trägt das Pferd die Nase hinter einer lotrechten Linie vom Genick ausgehend in Richtung Brust. Die Folge dieses Anlehnungsfehlers ist eine Überdehnung des Nackenbands und der daraus folgende fehlende Energievektor aus der Hinterhand über den Rücken zum Genick.

Hydrämie Unter einer Hydrämie versteht man eine erhöhte Wasserkonzentration im Blut infolge von großer Trinkmengen, Hyperinfusion, bei Herz-/Niereninsuffizienz, Hungerdystrophie etc.. Es kommt zu einer Zunahme des Blutvolumens und einer Überwässerung.

I

Imprinttraining Ein von dem amerikanischen Tierarzt Robert Miller praktiziertes Training für Fohlen, in dem die Prägephase genutzt wird, um die jungen Pferde auf bestimmte Reize und Einflüsse zu prägen und sie damit gefügiger und umgänglicher zu machen. Aufgrund der großen Gefahr von Fehlprägungen ist diese Methode umstritten.

Interieur In der Pferdezucht bezeichnet man als Interieur die inneren Werte eines Pferdes, wie Charakter und Verhaltenseigenschaften.

K

Kapriole Lektion der Hohen Schule. Aus der →Piaffe erhebt sich das Pferd in die →Pesade und springt zu einer hohen →Ballotade ab. Ist das Pferd nahezu waagrecht in der Luft, schlägt es mit den Hinterbeinen aus, dass es zu einer maximalen Streckung kommt. Die Landung erfolgt auf allen vier Beinen gleichzeitig.

Kissing Spine Syndrom Beim Kissing Spine Syndrom handelt es sich um eine orthopädische Erkrankung der Brust- und/oder Lendenwirbelsäule mit den umgebenden Weichgeweben. Dabei kommt es zu einem pathologischen Kontakt der Dornfortsätze, was zu lokalen Knochenhautreaktionen kommt, die sich in Entzündungen und schließlich Verhärtungen (Sklerosierung) und Bindegewebszunahmen äußert. In Folge davon verwachsen die Dornfortsätze miteinander, was die Beweglichkeit der Wirbelkörper untereinander verhindert.

Klopphengst Ein Hengst, bei dem ein oder beide Hoden nicht im Hodensack, sondern in der Bauchhöhle oder im Leistenkanal liegen. Auch Spitzhengst genannt.

Kolostralmilch Die Kolostralmilch ist die erste Milch, die von den Milchdrüsen produziert wird und ist besonders reich an Vitaminen, Proteinen, Enzymen, Mineralien, Aminosäuren und Antikörper. Sie versorgt damit das Neugeborene mit den notwendigen Nährstoffen, um das Immunsystem aufzubauen und zu stärken. Andere Begriffe sind „Erstmilch“, „Kolostrum“, „Vormilch“ oder „Biestmilch“.

Konditionierung Ein Begriff aus der Lerntheorie, der ein Erlernen eines Reiz-Reaktions-Musters beschreibt. Dabei kommt es zu einer Verknüpfung (Assoziation) eines bestimmten Reizes, der eine Reaktion zur Folge hat. Erhält das Pferd beispielsweise nach jedem gleichen Signal wie dem Klingeln einer Glocke eine Belohnung (Futter), löst nicht nur das Futter, sondern bereits das Klingeln der Glocke den Reiz der Speichelbildung aus. Begründer der klassischen Konditionierung ist Iwan Petrowitsch Pawlow, der die ersten Konditionierungsversuche an seinem Hund durchführte.

Kruppade siehe → Ballotade.

L

Linksgalopp siehe → Handgalopp.

Levade Lektion der Hohen Schule, bei der das Pferd sein Gewicht auf gebeugten Hinterbeine verlagert und die Vorhand vom Boden abgehoben wird. Das Pferd soll einen Winkel von 45 Grad oder weniger zum Boden haben, ein größerer Winkel würde einer →Pesade entsprechen. Bei dieser Übung kommt es zu einer deutlichen →Hankenbeugung.

Lymphe Eine wässrige, milchig-gelbliche Flüssigkeit, die aus der Interzellularflüssigkeit (Blutplasma) hervorgeht und verschiedene Enzyme sowie Harnstoff, Glucose, Kreatinin, Natrium-, Kalium-, Phosphat- und Kalziumionen beinhaltet. Die Lymphe transportiert Fremdkörper und Krankheitserreger zu den Lymphknoten, in denen es zu einer „Immunantwort“ kommt, indem sich die entsprechenden Lymphozyten vermehren.

M

Mengenelement Mengenelemente sind Mineralstoffe – meist Elektrolyte -, die in verschiedenen Masseanteilen im Körper vorkommen und für das Lebewesen lebensnotwendig sind. Wichtige Mengenelemente sind unter anderem Calcium, Magnesium, Kalium, Natrium, Phosphor, Schwefel und Chlor.

Mittelpositur Als Mittelpositur wird der Schwerpunkt des Reiters im Bereich der Hüfte, Kreuzbein und Gesäß bezeichnet. Um die Bewegungen des Pferdes ausgleichen zu können, sollte der Reiter in der Mittelpositur besonders flexibel sein.

O

Okzipitalgelenk Das Gelenk zwischen Kopf und dem ersten Halswirbel (Atlas). Das Okzipitalgelenk des Pferdes lässt insbesondere eine Flexions- (Beugung) und Extensions- (Streck)bewegung zu. Im Volksmund spricht man deshalb auch vom „Ja-Sage-Gelenk“.

P

Parade Versammelnde oder die Gangart verlangsamende Hilfe, wobei eine ganze Parade zum Halten führt, eine halbe Parade das Pferd aufmerksam macht, das Tempo verringert oder das Pferd stärker versammelt.

Passage Dressurlektion der Hohen Schule, wobei der Trab mit verlängerter Hang- und Stützbeinphase ausgeführt wird und es damit zu verzögerten Tritten kommt. Dies vermittelt einen Schwebetrab, wobei die eigentliche Schwebephase deutlich verkürzt ist. Der Raumgewinn ist extrem verkürzt.

Pedigree Stammbaum eines Pferdes mit Darstellung der Abstammung, beginnend bei den Eltern, Großeltern, Urgroßeltern u.s.f.. Das Wort leitet sich vom Französischen „Pied de Grue“ – übersetzt: „Kranichfuß“ – ab.

Pesade Eine Lektion der Hohen Schule, die aus der →Piaffe entwickelt wird. Die Vorhand erhebt sich im Winkel von 45 Grad oder größer zum Boden. Der Unterschied zur →Levade liegt in einer weniger starken →Hankenbeugung und einem gegebenenfalls größerem Winkel als 45 Grad zum Boden.

Pferdepass /Equidenpass Der Pferde- bzw. Equidenpass ist ein aufgrund einer EU-Richtlinie erforderliches Identifikationsdokument für Equiden. Der Equidenpass wird von den Zuchtverbänden beziehungsweise von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (für Pferde, die in keinem Zuchtverband eingetragen sind) ausgestellt.

Piaffe Lektion der Hohen Schule, bei der der Trab auf der Stelle oder mit geringer Vorwärtstendenz ausgeführt wird. Das Pferd ist dabei extrem versammelt und in den Hanken stark gebeugt.

Pirouette Lektion aus der Dressur, wobei das Pferd eine Drehung um die Hinterhand beschreibt. Bei der Drehung darf die Hinterhand nicht stehenbleiben, sondern soll auf der Stelle treten beziehungsweise soll einen möglichst kleinen Kreis beschreiben. Es werden Schritt-, Galopp- und Piaffepirouetten geritten.

Polyglobulie Erhöhte Erythrozytenwerte (rote Blutkörperchen), wodurch es zu einer „Blutverdickung“ (Erhöhung des Hämatokrits = prozentualer Anteil der Zellen am Blutvolumen) kommt.

R

Rahmen Das Verhältnis von Schulter- und Kruppenlänge zu Stockmaß und Körperlänge.

Rahmenerweiterung Strecken des Pferdes und Vergrößern des Raumgriffs, was optisch zu einer Erweiterung des →Rahmens führt.

Ramsnase Als Ramsnase bezeichnet man eine konvexe Nasenlinie des Pferdes, wobei die Stirnlinie gerade ist (im Gegensatz zum Ramskopf).

Renvers Beim Renvers läuft die Vorhand geradegestellt auf dem zweiten Hufschlag, während die Hinterhand um den vormals äußeren – jetzt inneren – Schenkel gebogen nach außen gestellt wird und auf dem ersten Hufschlag in 45 Grad Abstellung läuft. Es entstehen vier Hufspuren.

Rechtsgalopp siehe → Handgalopp.

Rückepferd Ein Pferd, das im Wald eingesetzt wird, um gefällte und entastete Baumstämme aus dem Wald zu ziehen (Holzrücken).

S

Schaukel Dressurlektion mit hohem Anspruch: Das Pferd wird ohne Anzuhalten abwechselnd rückwärts gerichtet und wieder vorwärts geritten. Der Übergang vom Rückwärtsrichten zum Vorwärtsgehen und umgekehrt erfolgt nach einer gewissen Anzahl von Tritten und sollte ohne zu stocken, geschmeidig und flüssig absolviert werden. Die Schaukel dient als Prüfstein für die →Durchlässigkeit

Schulterherein Lektion in der klassischen Reitkunst, bei der das Pferd mit der Vorhand in einem Abstellungswinkel von etwa 30 Grad nach innen abgestellt wird, bis der äußere vordere Huf und der innere hintere Huf aufeinander eingespurt ist. Das Pferd läuft somit auf drei Hufspuren. Das Pferd ist leicht nach innen gestellt.

Schutzvertrag Ein Verkaufs-, Verleih- oder Schenkungsvertrag, der den Käufer beziehungsweise Beschenkten an die im Vertrag festgelegten, bestimmten Bedingungen oder Verpflichtungen bindet. Oft beinhaltet ein Schutzvertrag auch das Vorrecht des Rückkaufs des Pferdes durch den Verkäufer bei einem beabsichtigten Weiterverkauf des Pferdes durch den Käufer.

Silage Futtermittel wie Gras (Grassilage) oder Mais (Maissilage) werden mit Hilfe von Milchsäurebakterien vergärt und somit konserviert. Hauptsächlich ist Silage für Wiederkäuer ein wertvolles Futter, da diese in der Lage sind, durch Fermentierung (Umwandlung durch Enzyme) im Pansen auch strukturierte Kohlenhydrate zu verdauen. Siehe auch → Heulage.

Skala der Ausbildung Die Skala der Ausbildung des Pferdes zeigt den korrekten Ausbildungsweg in sechs Stufen auf: Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung, Geraderichten, Versammlung. Dabei bauen die Punkte nicht nur aufeinander auf, sondern bedingen sich gegenseitig.

Skijöring Wintersportart, bei der sich ein Skifahrer mit Hilfe von langen Leinen von einem Pferd ziehen lässt.

Spanischer Schritt Übung in der klassischen Reitkunst, wobei das Pferd die Vorderbeine im Schritt besonders hoch und ausgreifend vorführt. Die Lektion dient unter anderem zur Schultergymnasitzierung.

Spurenelement Spurenelemente sind mikroskopisch kleine, lebensnotwendige Elemente, die in sehr geringer Konzentration im Körper vorkommen. Ein Fehlen von essentiellen Spurenelementen kann zu schweren Mangelerscheinungen führen. Zu den Spurenelemente zählen beispielsweise Zink, Eisen, Kupfer, Mangan, Jod, Kobalt, Selen, Chrom und Fluor.

Stempelhengst Hengste mit reinerbig vorhandenen gewünschten Genanlagen werden als Stempelhengste bezeichnet, da sie diese Eigenschaften ihren Nachkommen gesichert weitergeben und ihnen damit einen unverwechselbaren „Stempel“ aufdrücken.

Stoffwechsel Unter Stoffwechsel oder Metabolismus versteht man die Aufnahme, den Transport und die Umwandlung von Stoffen durch chemische Prozesse in einem Lebewesen sowie der Abgabe von Stoffwechselprodukten.

T

Travers Seitengang auf zwei Hufschlägen, wobei die Vorhand auf dem äußeren Hufschlag gerade gestellt ist und die Hinterhand in die Bahnmitte geschoben wird. Dabei ist das Pferd um den inneren Schenkel gebogen. Die Abstellung erfolgt auf etwa 45 Grad, so dass vier Hufspuren entstehen.

Traversale Vorwärts-Seitwärtsverschiebung in einer diagonalen Linie durch die Reitbahn, wobei der Körper des Pferdes parallel zur langen Seite ausgerichtet ist und in Bewegungsrichtung gestellt und gebogen ist. Die Stellung ist dem Travers gleich, die Bewegungsrichtung erfolgt allerdings nicht gerade, sondern vorwärts-seitwärts, so dass es zu einem Überkreuzen der Vorder- und Hinterbeine kommt.

Toxine Von Lebewesen hergestellte giftige Substanzen.

U

Überstreichen Zeitweiliges Aufheben der Anlehnung durch Vorschieben der Zügelhände entlang des Mähnenkamms während zwei bis drei Pferdelängen, um die Selbsthaltung des Pferdes zu überprüfen und ob das Pferd sich an den Hilfen steht.

V

Vorwärts-abwärts Dehnungshaltung des Pferdes, wobei der Spannungsbogen von der Hinterhand ausgehend über den Rücken, Hals und Genick des Pferdes erhalten bleiben soll.

X

Xenophon Xenophon war ein griechischer Feldherr, Politiker und Schriftsteller, der zwischen 430 und 425 v. Christus in Athen geboren wurde und 355 v. Christus in Korinth verstarb. Er legte in seiner Schrift „Über die Reitkunst“ den Grundstein der heutigen Reitlehre.


Quelle:

Renate Ettl

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